20.05.2005 – … jedenfalls langfristig. Um bis zu 50 Prozent könnten die Telefonkosten sinken – infolge von VoIP.
… jedenfalls langfristig. Um bis zu 50 Prozent könnten die Telefonkosten sinken – infolge von VoIP.
Die Übertragung von Sprache basierend auf dem Internetprotokoll ist deutlich günstiger, betonen jetzt aktuell die Experten von . Denn im Gegensatz zur klassischen Technologie, bei der jedes Telefonat eine eigene Leitung benötigt, können sich mit Voice over IP Telefonate, Internet- und Multimedia-Dienste eine einzige Datenleitung teilen. Abgerechnet wird dann nicht mehr nach Gesprächszeit, sondern über eine Datenflatrate. Schon heute telefonieren 13 Prozent der Internetnutzer kostengünstig über das Web. Im Jahr 2010 könnte bereits jeder zweite dank Voice over IP über das Internetprotokoll telefonieren.
Neben diesem Effizienzvorsprung sorge auch der steigende Wettbewerb für zukünftig deutlich sinkende Preise, stellt die Studie TELCO Trend von Steria Mummert Consulting und Inworks fest. Denn zu den klassischen Telekom-Konkurrenten wie Regionalcarriern gesellten sich nun auch Internetzugangsprovider. Ende 2004 buhlten bereits 15 Voice-over-IP-Anbieter um die Gunst der Kunden. Die Übertragung der Sprache über DSL (Digital Subscriber Line) eröffne ihnen einen neuen Markt. Daher ist DSL nach Ansicht von zwei Fünfteln der Fach- und Führungskräfte der Branche die derzeit wichtigste stationäre Übertragungstechnologie, so das Ergebnis der Studie. Und je mehr Kunden die Netze nutzten, desto wirtschaftlicher gestalte sich für die Internetcarrier der Betrieb der so genannten Backbones.
Zudem sinken auch die Preise für die Datenübertragung. Neue Anwendungen wie Voice over IP, sinkende Zugangs- und Nutzungsgebühren sowie der härtere Wettbewerb werden dem bisher schleppenden DSL-Absatz in Deutschland neuen Antrieb geben, prognostiziert Steria Mummert Consulting. Zwar sei Deutschland mit 16 Prozent DSL-Verbreitung europaweit Schlusslicht. Doch werde bis 2007 jeder dritte deutsche Haushalt via DSL Zugriff zum Internet haben. Wie auch DSL werde sich die Internettelefonie hauptsächlich über den Preis am Markt etablieren: Drei von vier potenziellen Nutzern würden aufgrund des günstigeren Preises ihre klassische Telefonleitung gegen das Telefonieren via Web eintauschen. Dabei sei die Sprachqualität heute mit der Qualität eines ISDN-Telefonats vergleichbar.
Neben dem Festnetz könnte Voice over IP auch UMTS kannibalisieren. Der Grund: wLAN-Hotspots in Unternehmen oder Städten böten eine kostengünstige Alternative zum klassischen Mobilfunknetz bei oftmals höherer Datenübertragungsrate. Mit wLAN-Handys lasse sich Voice over IP auch mobil zum Bruchteil der Kosten eines normalen Telefonats abwickeln.
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