Der Musik ins Netz gegangen

27.05.2005 – Musik wird viel lieber von CDs ‚gerippt’ als aus dem Netz gefischt. Trotzdem birgt der Vertrieb über das Netz Chancen für Musiker und Label.

Musik wird viel lieber von CDs ‚gerippt’ als aus dem Netz gefischt. Trotzdem birgt der Vertrieb über das Netz Chancen für Musiker und Label.

fand heraus, dass ein Großteil der Internet-Nutzer bereits Erfahrungen mit digitaler Musik haben. 69 Prozent der europäischen Internetuser nutzen ihren Computer und 40 Prozent MP3-Player zum Abspielen oder Speichern digitaler Musik. Die wichtigste Quelle für digitale Musik sind allerdings gerippte CDs, das heißt von CD in mp3 konvertierte Stücke. Das Internet spielt überraschenderweise nicht die größte Rolle. Ein Drittel der Nutzer digitaler Musik hat schon in Online Music Stores eingekauft, dabei aber nicht immer gute Erfahrungen gemacht. Ein Großteil der Kunden von Music Stores ist nicht ausreichend über Nutzungsbeschränkungen und den Einsatz von Digital-Rights-Management (DRM)-Technologien informiert. Dieses Informationsdefizit führe häufig zu Problemen, so Nicole Duff von Berlecon Research. Die Kunden erwarteten, dass sie digitale Musik auf CD brennen, tauschen und auf verschiedenen Geräten nutzen können. Sie seien verwirrt und verärgert, wenn technische Systeme sie daran hindern. Berlecon empfehle daher den Anbietern digitaler Musik, ihre Informationspolitik deutlich zu verbessern.

Die Umfrageergebnisse unterstreichen auch, dass Musik im Internet die Marketing-Aktivitäten von Musikern und ihren Labels hervorragend unterstützen kann. 64 Prozent derjenigen, die im Internet neue Musik entdeckt haben, kauften anschließend eine CD des Künstlers, 16 Prozent erwarben weitere digitale Musik des Interpreten. Diese Ergebnisse sollten Ansporn für die Musikindustrie sein, das Auffinden neuer Musik im Internet zu vereinfachen, zum Beispiel, indem sie den legalen Tausch von Musikdateien ermögliche und Empfehlungssysteme unterstütze, so Duff weiter. Berlecon empfehle den Anbietern auch, nicht nur auf junge Nutzergruppen zu fokussieren, sondern sich auch an ältere Internet-Nutzer zu richten. Die Studie fand heraus, dass vor allem über 40-Jährige Geld für digitale Musik und CDs ausgeben, nachdem sie neue Künstler im Internet entdeckt haben.

 


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