Löschen heißt nicht lösen

31.05.2005 – Daten auf der Festplatte einfach nur löschen, heißt nicht, sie anderen unzugänglich zu machen. Das bewies jetzt mit einiger Brisanz ein Praxistest.

Daten auf der Festplatte einfach nur löschen, heißt nicht, sie anderen unzugänglich zu machen. Das bewies jetzt mit einiger Brisanz ein Praxistest.

Zwei von drei gebrauchten Computer-Festplatten enthalten trotz Löschversuche ihrer Vorbesitzer sensible private oder geschäftliche Daten. Das ist das Ergebnis einer Studie des Berliner , die dem ARD-Wirtschafts- und Verbrauchermagazin plusminus vorliegt. Bei der Untersuchung von 200 Festplatten, die über ein Internet-Auktionshaus ersteigert wurden, fanden die Experten der Informatikfirma teils hochsensible Firmendaten: So kam eine gebrauchte Festplatte eines der größten deutschen Kreditgeber, der Landesbank NordLB, in Umlauf und mit ihr bankinterne Bewertungen anderer Geldhäuser, Ratings und Beurteilungen der aktuellen Engagements der NordLB bei diesen Geldinstituten. Auch Teile des internen Schriftverkehr einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit in Nordrhein-Westfalen konnten die Experten leicht rekonstruieren. Die umfangreiche Korrespondenz zwischen der Behörde und den Ermittlungsbeamten in Sachen Schwarzarbeit war ebenso nachzulesen wie Briefe eines Rechtsanwalts.

Neben vertraulichen Firmen- oder Behördendokumenten fanden die Tester auf etlichen Festplatten private eMails, Kontodaten, Steuererklärungen sowie Bildersammlungen von Betriebsfesten, Urlauben oder intime Einblicke in heimische Schlafzimmer. Alle Daten waren ohne spezielle Kenntnisse mit einer handelsüblichen preiswerten Hilfssoftware rekonstruierbar, so dass auch interessierte Laien diese Daten hätten einsehen können. Trotz der Suggestion des Windows-Betriebssystems, dass Daten durch Löschen oder Formatieren der Festplatte dauerhaft und zuverlässig vernichtet würden, was aber nicht der Fall sei, und der Forderung die Anwender besser zu informieren, weist Microsoft Deutschland diese Kritik zurück. Mit dem Hinweis darauf, dass die Windows-Nutzer eine einfache Benutzerführung verlangten, habe das Unternehmen auch nicht vor das Betriebssystem dahingehend zu ändern. Gleichwohl empfiehlt das Software-Unternehmen den Einsatz professioneller Lösch-Software.

 


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