RFID-Sitzenbleiber: Know-how fehlt

20.06.2005 – Eine "Zwei-Klassen-Gesellschaft" soll in Deutschland beim Thema RFID herrschen: Nachzüglern drohen Nachteile – wenn sie nicht lernen.

Eine "Zwei-Klassen-Gesellschaft" soll in Deutschland beim Thema RFID herrschen: Nachzüglern drohen Nachteile – wenn sie nicht lernen.

Unter dem Titel: „RFID in Deutschland 2005: Lernen von den Pionieren“ haben und TechConsult eine Anwender-Studie vorgelegt, für die neben ausführlichen Expertengesprächen mit RFID-Vorreitern sowie Technologie- und Dienstleistungsanbietern branchenübergreifend mehr als 1.000 Anwender-Unternehmen in Deutschland befragt wurden. Das Ergebnis ist alarmierend: Während Pioniere wie Metro, Ford oder Procter & Gamble das Thema frühzeitig strategisch aufgegriffen haben und bereits auf breiter Basis Erfahrungen mit Geschäftsmodellen und Technologien sammeln, so die Expertem, stehe die breite Masse der Unternehmen in Deutschland dem Thema noch abwartend gegenüber.

Bis 2007 planten bisher beispielsweise lediglich fünf Prozent der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern konkrete Projekte bzw. Pilotphasen. Zu den Vorreitern in Sachen RFID gehörten dabei vor allem Unternehmen aus den Branchen Handel, Waren-Logistik und Industrie. In diesen Branchen liefen umfassende Pilotprojekte. An zweiter Stelle dürften die Branchen Transport-Logistik, Health-Care, Banken sowie andere Industriezweige folgen. Im Größenvergleich seien die Planungsgrade der kleineren Unternehmen erwartungsgemäß geringer. „Viele dieser kleineren Unternehmen werden ihre RFID-Strategie dabei als Zulieferer an die Vorgaben ihrer Geschäftspartner anpassen müssen“, sagt Frank Schmeiler, Manager Consultant bei TechConsult: „Ob diese Nachzügler RFID auf absehbare Zeit strategisch für sich nutzen werden, bleibt fraglich. Hier kommt es sehr auf den Dialog zwischen den Partnern an.“ Auch der Informationsbedarf sei weiterhin hoch. Insgesamt 79 Prozent der Befragten kannten den Begriff RFID nicht. Bei den Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern hatten mehr als die Hälfte der Teilnehmer den Begriff schon einmal gehört oder gelesen.

„RFID ist bei den meisten Pionieren in erster Linie ein Business-Thema“, sagt Hartmut Lüerßen, Geschäftsführer der Lünendonk GmbH. „Trotzdem dürfen die technologischen Aspekte nicht außer Acht gelassen werden. Denn erst durch die tiefe und intelligente Integration der RFID-Daten in die Unternehmenslogik und über Unternehmensgrenzen hinweg können die Firmen das vorhandene Potential der Technologie ausschöpfen“. so Lüerßen weiter. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Fachabteilungen, IT- und externen Business-Partnern sei daher zwingend erforderlich.

 


16.06.2005 – Die richtige Welle

14.06.2005 – Die Bücher ausgelesen

09.06.2005 – RFID – der Einfluss auf das Gesamtnetzwerk

08.06.2005 – RFID kann Qualität sichern

02.06.2005 – Ready to Take RF


Mehr Infos zum Thema ‚RFID‘


Dieser Artikel erschien am und wurde am aktualisiert.
Nach oben scrollen