Hotspots – nüchtern betrachtet

10.07.2003 – Rund 90 Anbieter gibt es derzeit in Deutschland, die sich ein Stückchen vom public wLAN-Kuchen abschneiden möchten. Jetzt gibt es erste Antworten auf die Frage: Wie groß ist er denn eigentlich?

Rund 90 Anbieter gibt es derzeit in Deutschland, die sich ein Stückchen vom public wLAN-Kuchen abschneiden möchten. Jetzt gibt es erste Antworten auf die Frage: Wie groß ist er denn eigentlich?

In der "Marktanalyse Public Wireless LAN" hinterfragen die Experten von die häufig allzu positiven Szenarien und zeigen sich ernüchtert: So existieren in Deutschland gerade einmal 35 größere Flughäfen, 23 größere Messeplätze und etwa 400 Kongresszentren. Wer diese Locations mit public wLAN-Hotspots ausstatten möchte, sei in wenigen Monaten damit fertig, erläutert Thorsten Wichmann von Berlecon. Eine Fokussierung auf diese Orte mit überzeugendem Business Case, der auf Geschäftsnutzern basiert, reiche damit allenfalls für einen Nischenmarkt aus.

Chancen sehen die Experten aber auf der anderen Seite bei den mehr als 50.000 Hotels und Pensionen und mehr als 140.000 Restaurants, Cafés, Bars und ähnlichen Locations. Zwar dürfte nur ein kleiner Teil dieser potenziellen Hotspots einen ähnlich klaren Business Case für Geschäftsreisende aufweisen wie etwa ein Flughafen. Man solle aber nicht voreilig den Großteil dieser Locations als uninteressant abtun, so Wichmann. Denn zahlreiche Location-Besitzer hätten Erfahrung mit Zusatzdiensten wie Münztelefonen, Zigarettenautomaten, Spielautomaten oder gar dem Verkauf von Telefon- und Mobilfunkkarten. Diese Dienste machen nicht viel Arbeit, erzeugen einen kleinen, aber dafür kontinuierlichen Strom an Zusatzeinnahmen und locken außerdem noch potenzielle Kunden an. Auch public wLAN-Hotspots können für die Location-Besitzer aus diesem Grund interessant sein. Denn die Kosten für einfaches wLAN-Equipment und eine einfache Internetanbindung, etwa über DSL, sind nicht sehr hoch und die Preise fallen weiter. Wenn also auch Privatpersonen und Gelegenheitsnutzer des Internet für die Nutzung von Public Hotspots gewonnen werden könnten, statuiert die Studie, dann habe public wLAN eine Chance, zum Massenmarkt zu werden – ansonsten bleiben Hotspots ein nützliches Nischenprodukt.

 


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