Europäische Kommission geht gegen Spam vor

16.07.2003 – Allein innerhalb der EU wird der Produktionsverlust aufgrund der unerwünschten Werbemails auf 2,5 Milliarden Euro geschätzt.

Allein innerhalb der EU wird der Produktionsverlust aufgrund der unerwünschten Werbemails auf 2,5 Milliarden Euro geschätzt.

Die Verbreitung unerbetener eMails oder Spam hat einen Punkt erreicht, wo sie ein wesentliches Problem für die Entwicklung des elektronischen Handels und der Informationsgesellschaft darstellt. Unternehmen und Privatleute investieren mehr und mehr Zeit und Geld in das Aufräumen ihrer elektronischen Briefkästen. Der Produktivitätsverlust für Unternehmen in der EU betrug im Jahr 2002 schätzungsweise 2,5 Mrd. Euro. Ferner ist davon auszugehen, dass unerwünschte Werbemails bis Ende des Sommers über 50 % aller elektronischen Nachrichten ausmachen werden. Sie können einige der beträchtlichen Vorteile, die Dienste wie eMail und SMS bieten, zunichte machen.

„Die Bekämpfung des Spammings geht uns alle an und ist mittlerweile zu einem Hauptaspekt des Internets geworden", erklärte Erkki Liikanen, Europäischer Kommissar für Unternehmen und Informationsgesellschaft. „Dabei müssen wir an vielen Fronten kämpfen. EU, Mitgliedstaaten, Industrie und Verbraucher müssen sich ausnahmslos für den Feldzug gegen Spamming auf nationaler wie auf internationaler Ebene engagieren. Wir müssen handeln, ehe die Nutzer von elektronischen Post- und SMS-Diensten das Internet oder Mobilfunkdienste aufgeben oder davor zurückschrecken, sie in dem Umfang einzusetzen, wie sie es anderenfalls tun würden."

Die spielte in rechtlicher Hinsicht eine Vorreiterrolle, indem sie bereits im Juli 2002 eine Richtlinie erließ, die zu einem europaweiten Verbot unerbetener Massenpost an Privatpersonen führen wird. Mit einer begrenzten Ausnahme, die bestehende Kundenbeziehungen betrifft, ist Marketing per eMail nur mit vorheriger Einwilligung der Teilnehmer zulässig.

Da viele Spam-Nachrichten aus Drittländern stammen, ist die internationale Zusammenarbeit ein wesentlicher Faktor bei der Reaktion der Kommission. Einem weltweiten Problem sei nur mit einem globalen Konzept zu begegnen. Daher regte Liikanen auch für Anfang 2004 die Durchführung eines OECD-Workshops über Spam an, zu dem Experten aus den verschiedenen Regionen der Welt eingeladen würden.

 


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