Satire verkauft besser

22.08.2003 – Eine simple Idee und eine Portion Glück sorgten für einen immensen Anstieg der Besucherzahlen bei der satirischen Error Page ‚Weapons of Mass Destruction‘.

Eine simple Idee und eine Portion Glück sorgten für einen immensen Anstieg der Besucherzahlen bei der satirischen Error Page ‚Weapons of Mass Destruction‘.

Vor allem in Australien, Deutschland, Großbritannien und in den USA registrierte Nielsen//Netratings beeindruckende Zahlen. Die satirische Website über den Irakkrieg sorgte dafür, dass das Blueyonder Portal in vielen Ländern einen Besucheransturm erlebte und bewies gleichzeitig, wie stark sich sowohl die Einträge in der Suchmaschine Google als auch virale Marketingmaßnahmen auf die Nutzung von Angeboten im Internet auswirken können. Die Seite, die unter von einem Blueyonder ISP Abonnenten installiert wurde, bedient sich einer einfachen, aber effektiven Idee: Sie zeigt eine Standard Error Page, wie sie immer dann erscheint, wenn eine Datei im Internet nicht gefunden wird – allerdings in abgewandelter Form. So gibt es Links wie "Bomb" oder den "Regime change button", die allerdings zu Buchangeboten der britischen Homepage von Amazon weiterleiten. Eine Verlinkung führt zu einer Seite, wo der Besucher ‚Weapons of Mass Destruction‘ Promotionartikel bestellen kann.

Diese Art von spassigen Websites sind im Internet inzwischen keine Seltenheit mehr. Die Tatsache, dass die Blueyonder Seite so publik wurde, hat sie aber nicht zuletzt einer Portion Glück zu verdanken: Immer dann, wenn ein Internetnutzer in der Suchmaschine Google den Ausdruck ‚weapons of mass destruction‘ eintippte, erschien die Seite auf den ersten Plätzen der Suchergebnisse. Aus den Nutzungszahlen von Nielsen//NetRatings kann deutlich abgelesen werden, welche Zuwächse Blueyonder auf diese Weise erzielen konnte. Aber nicht nur Google und Blueyonder profitierten von diesem Boom. Auch amazon.co.uk verbuchte hohe Klickraten: So gingen 31 Prozent der Besucher der ‚WMD‘ Seite zum britischen Amazon Angebot, in Australien waren es sogar 37 Prozent. Dies führte dazu, dass sich die Anzahl der Nutzer von amazon.co.uk in Australien beinahe verdoppelte.

‚Dies ist ein faszinierendes Phänomen des Internets‘, sagt Tom Ewing, Marktanalyst für Europa. ‚Und es verdeutlicht die Macht des viralen Marketings. Denn die meisten Besucher kamen über Suchtreffer bei Google zur WMD Site. Eine grassierende eMail hatte ihnen mitgeteilt, dass sie als Suchbegriff ‚weapons of mass destruction‘ eingeben und den ‚Auf gut Glück!‘ Button drücken sollten. Darüber hinaus wird klar, welche Machtstellung Google bei der Erzeugung von Traffic im World Wide Web besitzt.‘

 


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