12.09.2008 – Energieeffizienzprobleme und ein simples mathematisches Problem bedrohen das Wachstum des Internets. Der eco-Verband der deutschen Internetwirtschaft sieht Handlungsbedarf.
Energieeffizienzprobleme und ein simples mathematisches Problem bedrohen das Wachstum des Internets. Der eco-Verband der deutschen Internetwirtschaft sieht Handlungsbedarf.
Der wagte auf seinem Kongress am 11. September in Köln einen Blick über die Grenzen des Internets hinaus: So strapazieren die stark wachsende Breitbandpräsenz und immer mehr Nutzer die bisherige Infrastruktur des Internets bereits gewaltig. Die daraus resultierenden Probleme seien jedoch, so Frank Orlowski vom eco, bereits erkannt und lösbar.
Vielmehr Kopfzerbrechen hingegen bereitet den Experten ein ganz anderes Problem: Die Anzahl der verfügbaren IP-Adressen nach dem IPv4-Standard ist definitiv endlich und liegt, mathematisch bedingt, bei exakt 4.294.967.296 darstellbaren Möglichkeiten. Heute existieren bereits vier Milliarden IP-Adressen; nach Berechnungen der Vergabestelle Internet Assigned Numbers Authority (IANA) sollen bereits 2011 keine freien Kombinationsmöglichkeiten mehr verfügbar sein. IPv4-Adressen würden also aufgrund ihrer Knappheit an Wert gewinnen oder sogar versteigert werden – für Harald A. Summa vom eco ein echtes Horrorszenario. Abhilfe schaffen könnte eine Migration des gesamten Internets auf den IP-Adressen-Standard IPv6, welcher einen gigantischen Adressraum bietet und bereits seit einigen Jahren entwickelt wird. Die Provider würden die Umstellung jedoch verschlafen, vermutlich sei der Leidensdruck noch nicht groß genug, vermutet Harald A. Summa.
Ein weiteres großes Problem im Zusammenhang mit der Infrastruktur sind die Schwierigkeiten der Energieeffizienz, mit denen Rechenzentren heute zu kämpfen haben. Laut Dr. Dieter Schramm von Dell Global Services flössen lediglich dreißig Prozent der Energie in einem Rechenzentrum in die IT-Leistung, siebzig Prozent würden für die Stromerzeugung und Kühlung gebraucht. Lediglich 54 Prozent des Stroms kämen tatsächlich im Prozessor an. Mögliche Lösungsansätze seien eine strikte Trennung zwischen kalter und warmer Luft bei der Kühlung und ein höherer Grad an Flexibilität, abhängig von der Außentemperatur. Die größten Stromfresser seien Kompressoren und Kältemaschinen, so Dr. Dieter Schramm. Die Einsatzzeiten dieser Geräte müssten dringend verringert und energieeffizientere Server entwickelt werden.
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