15.09.2008 – Im Zuge einer Studie wurde der globale Zahlungsverkehrsmarkt analysiert. Bargeldlose Zahlungen gewinnen weiter an Wichtigkeit, Marktwachstum kommt vor allem über Kartentransaktionen.
Im Zuge einer Studie wurde der globale Zahlungsverkehrsmarkt analysiert. Bargeldlose Zahlungen gewinnen weiter an Wichtigkeit, Marktwachstum kommt vor allem über Kartentransaktionen.
Kartenzahlungen sind weltweit das am schnellsten wachsende bargeldlose Zahlungsmittel und machen mittlerweile 54 Prozent des globalen Zahlungsvolumens aus. Im Zeitraum 2001 bis 2006 stieg die Zahl der Kartentransaktionen jährlich weltweit um 16 Prozent. In Europa betrug die Steigerungsrate elf Prozent jährlich. Zu diesen Erkenntnissen kommt der diesjährige World Payments Report, den das Beratungsunternehmen gemeinsam mit der Royal Bank of Scotland (RBS) und der European Financial Management & Marketing Association (EFMA) erstellt hat. Deutschland führt demnach den europäischen Markt der bargeldlosen Zahlungen an, 24 Prozent aller bargeldlosen Transaktionen im europäischen Raum werden hierzulande getätigt. Die Wachstumsraten bei den bargeldlosen Zahlungsinstrumenten liegen dabei weiterhin stabil bei sieben Prozent. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung bargeldloser Zahlungsmechanismen im Handel und bei Verbraucherausgaben in globalisierten Märkten.
Derzeit führt jeder Deutsche durchschnittlich 225 elektronische Zahlungsverkehrstransaktionen im Jahr durch, ein Spitzenwert in Europa. Speziell im Bereich Karten besteht allerdings Aufholpotenzial. Während beispielsweise in den Niederlanden Karten im Schnitt 90 mal pro Jahr eingesetzt werden, liegt die Zahl in Deutschland lediglich bei 40. Bei Lastschriften dagegen ist Deutschland europaweit Spitzenreiter mit einem Anteil von 40 Prozent an den bargeldlosen Transaktionen. Gleichzeitig betont die Studie, dass Euro-Kartenzahlungen mit Blick auf das heterogene Kartennetzwerk in Europa standardisiert und für SEPA (Single Euro Payments Area) weiter zugänglich gemacht werden müssen. Banken hätten bis 2010 Zeit, von ihren vorhandenen inländischen Systemen auf ein SEPA-Kartensystem zu wechseln, sagt Dr. Hubertus von Poser von Capgemini Consulting. Vor dem Hintergrund, dass Kartenzahlungen das weltweite Wachstum bargeldloser Zahlungen voranbringen, müsse sich dringend auf gemeinsame technische Standards, Regeln für Interchange-Gebühren und eine neu aufgesetzte Governance-Struktur einigen, um SEPA für Karten durchzusetzen.
233 Milliarden Zahlungen wurden weltweit im Jahr 2006 bargeldlos abgewickelt, 80 Prozent davon in reifen Märkten, ein Drittel allein in Europa. Laut Report werden diese Märkte ihre dominierende Position zumindest bis 2013 behaupten können. Dann allerdings könnte China vorbeiziehen. Die Volksrepublik ist zwar derzeit nur für etwa sieben Prozent des globalen Volumens an bargeldlosen Zahlungen verantwortlich, dank einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 46 Prozent pro Jahr könnten die Chinesen jedoch bis zum Jahr 2013 die Eurozone als zweitgrößten bargeldlosen Zahlungsmarkt verdrängen. Chinas großes Potenzial als Wachstumsmotor werde zunehmend genutzt, der Zahlungsverkehr folge dem Handel, analysiert Brian Stevenson von der RBS.
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