Das Auto aus dem Netz: Probefahrt statt Direktvertrieb

15.10.2002 – Weniger als ein Prozent der Verbraucher haben bisher ein Auto über das Internet gekauft. Es könnten jedoch 20 Prozent sein, vorgesetzt die Anbieter würden hierfür die Voraussetzungen schaffen.

Weniger als ein Prozent der Verbraucher haben bisher ein Auto über das Internet gekauft. Es könnten jedoch 20 Prozent sein, vorgesetzt die Anbieter würden hierfür die Voraussetzungen schaffen.

Es besteht jedoch eine große Kluft zwischen den Einschätzungen der Hersteller und Händler auf der einen Seite und den Verbrauchern auf der anderen. Dies ergab die von durchgeführte weltweite Studie "Cars Online 2002".

"Die Automobilindustrie und der Handel stehen intern und extern unter hohem Druck. Daher ist die enge Zusammenarbeit von höchster Bedeutung, um sich auf die Bedürfnisse der Kunden zu konzentrieren", sagte Andreas Schlosser, Leiter des Automobilbereichs bei Cap Gemini Ernst & Young Zentraleuropa. Für ihn zeigt die Befragung auf besorgniserregende Weise, dass dies derzeit nicht passiert. "Händler und Hersteller arbeiten nicht wirklich Hand in Hand. Hier ließe sich noch einiges verbessern", findet Schlosser.

Die Ansprüche an internetbasierte Informationen und Funktionalitäten steigen: Verbraucher wünschen sich verstärkt, dass sie ihre Bestellung tatsächlich verfolgen (55 Prozent) und per Maus-Click Testfahrten vereinbaren können (73 Prozent). Wer lediglich virtuelle Autos zum Drehen bringt oder Konfigurationsspiele erlaubt – denn hiermit arbeiten viele bestehende Webseiten – hat schlechte Karten. Bemerkenswert ist, dass kein Hersteller die Möglichkeit anbietet, den Status der Bestellung einzusehen und nur rund die Hälfte der Händler und Hersteller die Vereinbarung einer Testfahrt über das Netz anbieten.

Auf das Gebrauchtwagengeschäft könnte sich das Internet weiter positiv auswirken: das sagen 83 Prozent der deutschen Händler gegenüber 70 Prozent im Weltdurchschnitt. Beim Neuwagengeschäft ist die Tendenz ebenfalls steigend: Hier erwarten 45 Prozent der Händler eine positive Wirkung gegenüber 34 Prozent im letzten Jahr.

Die Studie entzaubert den Mythos vom Autokauf im Supermarkt: Fast 70 Prozent der Kunden würden einen nichtspezialisierten Supermarkt für einen Autokauf nicht in Erwägung ziehen. Nur in Italien wären 35 Prozent bereit, diesen Weg zu gehen. Allerdings wird der Mehr-Markenhandel zunehmen: dies erwarten 62 Prozent der befragten Händler – gegenüber 51 Prozent im letzten Jahr.

 


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