Wann lohnen sich Spam-Filter für Unternehmen?

16.10.2008 – Täglich wandern Millionen von unerwünschten Mails in elektronische Firmenpostfächer. Spam-Filter können hier Abhilfe schaffen, doch der Einsatz zahlt sich nicht in jedem Fall aus.

Täglich wandern Millionen von unerwünschten Mails in elektronische Firmenpostfächer. Spam-Filter können hier Abhilfe schaffen, doch der Einsatz zahlt sich nicht in jedem Fall aus.

Mehr als 70 Prozent des globalen eMail-Aufkommens sind Spam-Mails. Diese Flut unerwünschter Nachrichten zerrt gleichermaßen an den Nerven privater und gewerbetreibender Anwender. In Unternehmen allerdings verursacht Spam neben dem Ärger auch erhebliche Zusatzkosten. IT-Abteilungen sehen sich gezwungen, Server zu erweitern und Schutz-Software zu installieren, Mitarbeiter wenden Arbeitszeit auf, um nutzlose Nachrichten zu identifizieren und zu löschen. Spam-Filter können die Mitarbeiter zwar dabei unterstützen, jedoch kostet auch deren Installation und Wartung kostet wertvolle Zeit. Darüber hinaus muss die Arbeit der Filter überprüft werden, um sicherzustellen, dass keine wichtigen Mails irrtümlich abgewiesen werden.

Eine gemeinsame Studie der Universitäten Hamburg und Köln sowie des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) hat untersucht, ob und wann sich der Einsatz von Spam-Filtern in Unternehmen lohnt. Dazu wurden 1.000 Angestellte einer großen deutschen Universität zu ihrer eMail-Nutzung und zu ihrer Spam-Belastung befragt. Zur Berechnung der Ersparnis durch Spam-Filter nutzten die Forscher das so genannte Matching-Verfahren. Man vergleiche dabei Nutzer, die einen Spam-Filter installiert haben, mit möglichst ähnlichen Nutzern, die keinen Filter einsetzen. Durch diesen Vergleich lasse sich die tatsächliche Ersparnis an Arbeitszeit berechnen, erläutert IZA-Experte Marco Caliendo.

Den Ergebnissen zufolge ist die Installation von Spam-Filtern für Unternehmen nicht in jedem Fall ratsam. Durch den Einsatz eines Filters lassen sich Kosten im Durchschnitt um etwa 440 Minuten pro Jahr und Mitarbeiter reduzieren, was einer Ersparnis von 35 Prozent der durch Spam verursachten Gesamtkosten pro Jahr und Mitarbeiter entspricht. Insgesamt also wirkt sich die Entlastung positiv aus. Jedoch müssten die Resultate differenziert betrachtet werden, erklärt Professor Michel Clement von der Universität Hamburg. So lohnt sich ein Spam-Filter zwar für Mitarbeiter, die sehr viel Spam bekommen oder die noch unerfahren im Umgang mit eMails sind. Bei versierten Nutzern und solchen die kaum Spam erhalten, zahlt sich der mit Installation und Überprüfung des Filters verbundene Aufwand jedoch bereits nicht mehr aus. Die Gesamtstudie steht auf den zum freien Download zur Verfügung.

 


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