13.11.2002 – Der Interessenverband der Multimedia-Branche sieht in der geplanten Gesetzesvorlage eine massive Bedrohung der Existenzgrundlage für die Anbieter von digitalen Inhalten.
Der Interessenverband der Multimedia-Branche sieht in der geplanten Gesetzesvorlage eine massive Bedrohung der Existenzgrundlage für die Anbieter von digitalen Inhalten.
So legt der zwar Wert auf die Feststellung, dass Privatkopien aus seiner Sicht weiterhin erlaubt sein sollen, fordert jedoch gleichzeitig eine adäquate Berücksichtigung der Urheberrechte digitaler Produzenten in der Gesetzesnovelle. Der vorliegende Entwurf, mit dem die wirtschaftliche Grundlage der Anbieter digitaler Inhalte gesichert werden soll, hebelt dieses grundsätzliche Erfordernis dagegen aus.
Für Frederike Behrends, Leiterin des dmmv-Arbeitskreises Medienpolitik, steht gar die Zukunft der Medien- und Internetwirtschaft auf dem Spiel: Kein Unternehmen wird Geld in die Entwicklung kostenintensiver, digitaler Inhalte investieren, wenn ein ausreichender Schutz für diese Inhalte rechtlich nicht gewährleistet ist. Auslöser für die Meinungsdifferenzen sind vor allem zwei Aspekte: Zu einem kritisiert der dmmv die ablehnende Haltung der Regierungsvertreter gegenüber individuellen Lizenzierungen, zum anderen stellte die öffentliche Verbreitung von Tools zur Vervielfältigung von digitalen Inhalten und zur Umgehung von Schutzmechanismen nach dem geplanten Entwurf auch künftig keinen Straftatbestand dar. Was sollte Verbraucher motivieren überhaupt noch Geld für digitale Inhalte egal ob es sich dabei um Software, Musik, Filme oder Dokumente handelt auszugeben, wenn er jederzeit und kostenlos Kopien ohne Qualitätsverlust bekommen kann?, skizziert Alexander Felsenberg, Vizepräsident und Geschäftsführer beim dmmv, das Grundproblem.
Der Interessenverband wird aufgrund der genannten Aspekte in Kürze noch einmal das Gespräch mit der Regierung suchen.
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