04.12.2002 – Noch immer bleibt der Markt für mobile Informationen und Services heiß umkämpft. Während moderate Kostenmodelle für die Telkos unabdingbar sind, wollen andere ihre Dienste zunächst kostenlos anbieten.
Noch immer bleibt der Markt für mobile Informationen und Services heiß umkämpft. Während moderate Kostenmodelle für die Telkos unabdingbar sind, wollen andere ihre Dienste zunächst kostenlos anbieten.
Fast zwei von drei (64 Prozent) Telekommunikationsunternehmen wollen pro Zugriff (‚per Use‘) oder pro Dienst (‚per Service‘) Geld nehmen. Unternehmen aus anderen Branchen könnten ihnen jedoch einen Strich durch diese mBusiness-Rechnung machen. Viele Automobilhersteller, Einzelhändler und Logistiker wollen ähnliche Dienste nämlich kostenlos bereitstellen. Zu diesen Ergebnissen kommt der Branchenkompass mBusiness, eine Studie von , dem manager magazin und dem F.A.Z.-Institut.
Düstere Aussichten: Die deutschen Netzbetreiber können nach Expertenschätzung frühestens in zehn Jahren schwarze Zahlen im M-Business schreiben – und das auch nur, wenn sie dann einen Marktanteil von mehr als 35 Prozent haben. Jeder Cent Erlös zählt. Die meisten Betreiber setzen deshalb auf ‚Pay per Use‘-Angebote. Auch viele mBusiness-Start-ups sowie Internet- und Telefondienstleister wollen sich für dieses Geschäftsmodell oder aber für ‚Pay per Service‘ entscheiden. Hierbei zahlt der Kunde genau das, was er nutzt. Das Problem: Die tatsächliche Höhe seiner Ausgaben kann er erst im Nachhinein feststellen. Eine andere Preisstrategie, die bei den Telekommunikationsunternehmen hoch im Kurs steht, ist das so genannte Bundling – die Bündelung von unterschiedlichen Leistungen. Das Ziel: ein höheres Preisniveau im Kerngeschäft, um M-Business-Dienste verbilligt anbieten zu können. Solche Preisverlagerungen plant etwa jedes fünfte Unternehmen aus der Telekommunikationsbranche. Der Grund: Viele mBusiness-Dienste machen erst mit den neuen, für viele Verbraucher zu teuren, Mobilfunkgeräten Sinn. Diese Eintrittsbarriere gilt es zu senken.
Andere Branchen, andere Strategien: Mehr als jedes dritte branchenfremde Unternehmen plant, kostenlose mBusiness-Services auf den Markt zu bringen (37 Prozent). Zum Vergleich: Nur sechs Prozent der Telekommunikationsunternehmen wollen gebührenfreie Dienste anbieten. Gerade Einzelhandelsketten, Autohersteller und Logistikdienstleister wollen bevorzugt Kostenlos-Dienste bereitstellen, um Kunden stärker an sich zu binden. Doch nicht alle mBusiness-Quereinsteiger werben mit Geschenken: Viele Finanzdienstleister und auch einige Automobilbauer wollen das Preismodell ‚Pay per Service Level‘ etablieren. Hier muss der Kunde je nach Servicegrad mehr oder weniger zahlen. Der Vorteil: eine klare Ausrichtung auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Kundengruppen bei gleichzeitiger Nachvollziehbarkeit des Tarifsystems. Auch Pauschalpreismodelle – vergleichbar mit dem Modell der Internet-Flatrate sind im Gespräch: Etwa jeder fünfte Entscheider aus Logistikunternehmen liebäugelt hiermit.
Viele Kunden telefonieren mit vorab bezahlten Karten. Ihre mBusiness-Zahlungsbereitschaft wird zwar geringer eingeschätzt als die von Vertragskunden. Dennoch wollen Telekommunikationsunternehmen ihre Kundschaft zu 43 Prozent aus ebendiesen Prepaid-Kunden rekrutieren. Das kann jedoch die Umsetzung des favorisierten Preismodells ‚Pay per Use‘ schwierig machen. Vor allem, da viele Autohersteller und Logistiker ebenfalls Prepaid-Kundschaft für sich gewinnen wollen – und zwar mit kostenlosen Angeboten.
03.12.2002 – Mobile Entertainment mit Zukunftspotenzial
08.11.2002 – Nur 20 Prozent gehören zur Next Generation
06.11.2002 – SMS überholt eMail in Europa
Mehr News | Spotlights zum Thema ‚M-Commerce‘



