Kostentreiber Fulfillment

11.12.2001 – Durchschnittlich 15 Prozent des Umsatzes werden im Online-Handel für das Fulfillment fällig. Zu viel für die meisten Anbieter.

Durchschnittlich 15 Prozent des Umsatzes werden im Online-Handel für das Fulfillment fällig. Zu viel für die meisten Anbieter.

Laut einem aktuellen Report haben es die Europäischen Online-Händler bislang nicht geschafft, ihre Geschäftsprozesse im Bereich Fulfillment optimal zu organisieren. Im Gegenteil seien sie gegenwärtig auf dem besten Wege dazu, weiterhin Geld und Kunden aufgrund ihres schlechten Services zu verlieren, urteilt die Analystin Julia Woodham-Smith. "Die Online Händler kennen ihre wahren Kosten nicht und hoffen fälschlicherweise, dass wachsende Volumen und harte Verhandlungen mit den Herstellern ihre Kostenprobleme lösen werden."

Demgegenüber geht Forrester davon aus, dass nicht externe Faktoren, sondern ein effektives Management der Fulfillmentprozesse im Unternehmen selbst im Mittelpunkt der Überlegungen stehen sollten. Um Kosten zu senken, sei eine Kontrolle notwendig, die das Kontaktcenter, das Warenlager und die verschiedenen Auslieferungs-Stationen übergreifend umfasse. Für alle drei Bereiche sind hier nach Einschätzung von Forrester insbesondere die möglichst exakte Vorhersage der Nachfrage, ein kreatives Arbeitsmanagement und die Kooperation mit den wichtigen Partnern ausschlaggebend.

Eine Traumkategorie bleibt in diesem Zusammenhang Software, die über das Internet vertrieben werden kann – sowohl Lager- als auch Auslieferungskosten gehen gegen Null. Aber auch Produkte, die per Post an die Endkunden ausgeliefert werden, wie Eintrittskarten und Flugtickets, bleiben mit zwei Prozent vom Umsatz günstig im Bereich Fulfillmentkosten. Anders sieht es z.B. bei Möbeln aus, hier liegen die Kosten naturgemäß höher. Auch Kosmetik und Gesundheitsprodukte verschlingen knapp vierzig bis über sechzig Prozent der Handelsspanne pro Einkauf. Besonders schwierig ist die Situation in den Bereichen, in denen entweder schmale Gewinnmargen mit komplexen Lieferbedingungen zusammentreffen oder der einzelne Einkauf keinen umfangreichen Bon produziert. In diesen Fällen können die Fulfillmentkosten bei 80 Prozent und mehr der Handelsspanne liegen. Nach Einschätzung von Julia Woodham-Smith werden in der Konsequenz diese Online-Anbieter mit den im Handel typischen Margen kaum überleben.

 


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