Nutzer 2.0 fordern Datenschutz

20.12.2007 – Web 2.0-Communities sind besonders kritisch, wenn es um Werbung und Datenschutz geht. Mit sich ändernden AGBs und an Datenschutz interessierten Nutzern stehen die Marketer vor neuen Herausforderungen.

Web 2.0-Communities sind besonders kritisch, wenn es um Werbung und Datenschutz geht. Mit sich ändernden AGBs und an Datenschutz interessierten Nutzern stehen die Marketer vor neuen Herausforderungen.

Das zeigt sich auch an der aktuellen Kontroverse um das Twen-Portal StudiVZ. Das Netzwerk hatte zuletzt seine Geschäftsbedingungen geändert, mit der das Portal einfacher auf Nutzerdaten zugreifen und diese gezielter für Werbung nutzen wollte. Wie auch bei der Kontroverse um Facebooks Beacon (ECIN berichtete), hatte das Portal nach zahlreichen User-Protesten die ausgeweiteten Werberechte größtenteils wieder zurückgenommen und die Weitergabe von Nutzerdaten auf Ermittlungsbehörden beschränkt.

Der Softwarehersteller bietet mit seiner Advertising-Engine Unternehmen wie dem der Verlagsgruppe Holtzbrinck zugehörigen StudiVZ eine Lösung an, bei der die Anonymität der Nutzer strikt gewahrt bleiben soll – und analysiert gleichzeitig, was in Web 2.0-Communities anders laufen muss, um die Nutzer nicht zu verprellen. StudiVZ habe fälschlicherweise in Richtung des klassischen Online-Werbemodells gedacht, bei dem Drittfirmen Zugang zu Nutzerdaten erhalten, um diese gezielt mit Werbung zu adressieren, erläutert Thorsten Mühling, Geschäftsführer von Epoq, das Dilemma. Dieses Modell sei schwer mit dem Datenschutz vereinbar und werde von modernen Web 2.0-Communities schlichtweg nicht hingenommen.

Um die übermäßige Belastung beispielsweise der Studierenden mit zu viel Werbung auszuschließen, solle die Epoq-Engine fortlaufend analysieren, in welchen Situationen der Surfer für welche Werbung am empfänglichsten sei und sich dabei kontinuierlich dem Verhalten des Nutzers anpassen . Wer ständig Werbung wegklickt, bleibe von neuen Einblendungen verschont, wer häufig positiv auf Werbung reagiere, werde mit weiteren Angeboten bespielt. So sollen sich beide Nutzergruppen – die "Anti-Werber" und die "Werbe-Affinen" wohlfühlen und könnten sicher sein, dass ihre Anonymität in der Werbewelt zu 100 Prozent gewahrt blieben, so das Unternehmen. Die werbetreibende Firma solle dabei keinerlei personenbezogene Informationen erhalten, erfahre also letztlich nicht, an welche Nutzer die Werbung tatsächlich verbreitet wurde.

 


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