1998 - 2023
ECIN: 25 Jahre News & Reviews für die digitale Welt

Ja ich will: Deutsche schwören ihrer Smartphone-Marke die Treue

R Updated

Einmal Mobile immer MobileMarkenloyalität und technische Aspekte sind die Hauptgründe der deutschen Smartphone-Nutzer den Gerätetyp und den Hersteller nicht zu wechseln. In einer weltweiten Studie der GfK zur User Experience (mit den Aspekten Markentreue und das Nutzungserlebnis) zeigten sich klare Unterschiede zwischen den befragten 4.257 Smartphone-Besitzer in den fünf größten westeuropäischen Ländern sowie Brasilien, China, Japan und den USA.

Anzeige

Demnach wird in Deutschland  eine Veränderung der Plattform, also iPhone, Android, BlackBerry und Windows Phone, von ähnlich vielen Befragten (zehn Prozent) als sehr schwierig empfunden, wie der Wechsel der Hausbank (elf Prozent) oder des Versicherungsanbieters (zwölf Prozent). Ein knappes Drittel der deutschen Smartphone-Nutzer begründet dies mit der Tatsache, dass sie dann ihre Daten wie Filme, Musik, Bücher und die genutzten Apps auf das neue Betriebssystem übertragen müssen. Im internationalen Vergleich erreicht dieser Aspekt 28 Prozent.

Der Verlust individuell am Smartphone vorgenommener Einstellungen − wie  eingerichtete Accounts für E-Mail oder Facebook zum Beispiel − hält etwas über ein Viertel der deutschen Nutzer vom Modellwechsel ab. Wichtigster Hinderungsgrund für deutsche Smartphone-Nutzer ist jedoch die Markenbindung. Insgesamt 35 Prozent der Befragten geben an, dass sie andere Smartphones einfach nicht mögen. Im internationalen Durchschnitt votieren gerade einmal 18 Prozent für dieses Argument.

Der Studie zufolge, ist die Loyalität am höchsten, je intensiver Menschen ihr Smartphone nutzen und durch Installation von Apps auf die eigenen Bedürfnisse hin zuschneiden. Ab einer Zahl von sieben oder mehr genutzten Apps erreicht die Loyalität international einen Wert von rund 70 Prozent. In Deutschland ist dies immerhin bei 45 Prozent der Smartphone-Nutzer der Fall – und die Deutschen belegen damit im internationalen Vergleich eher einen der hinteren Ränge. Bei Verbrauchern in den USA ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass sie sieben oder mehr Apps verwenden (61 Prozent), gefolgt von China (56 Prozent) und Brasilien (53 Prozent). Die anderen europäischen Länder bewegen sich in etwa auf dem Niveau von Deutschland: in Frankreich und Italien liegt die Wahrscheinlichkeit, dass sieben oder mehr Apps im Einsatz sind bei 46 Prozent, in Spanien (43 Prozent) und Großbritannien (42 Prozent) leicht darunter.
Auch die Art der genutzten Anwendungen unterscheidet sich im internationalen Vergleich. Deutsche Smartphone Nutzer schauen gegenüber dem Durchschnitt aller Länder seltener Videos, lesen weniger häufig Bücher oder Zeitschriften auf ihrem Telefon und auch bei Spielen sind sie zurückhaltender. Überdurchschnittlich stark wird das Smartphone hierzulande hingegen zur Organisation des Alltags mittels Kalender und ähnlicher Applikationen genutzt. Ein vergleichbares Bild zeigt sich bei Computern und Notebooks.

Ebenfalls untersucht wurden drei zentrale Faktoren der User Experience: Einfachheit, Integration und Content. In Deutschland geben 83 Prozent der Verbraucher an, dass ihnen das Finden und Öffnen von Apps sowie die Navigation auf ihrem Smartphone leicht fällt. Der internationale Durchschnitt liegt bei 72 Prozent. Die Einfachheit hat eine entscheidende Bedeutung für einen möglichen Wechsel des Smartphone-Typs beim nächsten Kauf. Je einfacher den Verbrauchern die Nutzung fällt, umso unwahrscheinlicher wird ein Wechsel des Betriebssystems.
Dass die verschiedenen Anwendungen auf ihrem Smartphone reibungslos miteinander funktionieren, also intergriert sind, sagen immerhin 77 Prozent der befragten Deutschen. Der globale Vergleichswert liegt bei 71 Prozent.

Der Möglichkeit, gleiche Inhalte von verschiedenen Geräten wie Tablet-Computer, PC und Smartphone aus nutzen zu können, messen die Verbraucher hierzulande im Vergleich weniger Bedeutung zu. In Deutschland wird dies von 64 Prozent der Befragten als wichtig erachtet, der internationale Durchschnitt liegt bei 72 Prozent. Dieser Wert steigt mit der Anzahl der genutzten Geräte. Insgesamt 80 Prozent der Befragten, die sowohl Tablet-Computer, als auch PC und Smartphone nutzen, legen großen Wert darauf, unabhängig von den drei Endgeräten auf die eigenen Daten und Dateien wie Musik, Videos, E-Books oder Apps zugreifen zu können.

Was bedeuten diese zahlen im Ergebnis? Die Hersteller der Smartphones und die Anbieter der Betriebssysteme müssen vor allem Einsteiger in den Smartphonemarkt  gewinnen, da die Wechselbereitschaft danach durch intensive App-Nutzung, gewohnte Bedienung, integrierte Features und endgeräteübergreifenden Datenzugriff verringert wird.

www.gfk.com

Benutzer-Kommentare

Es gibt noch keine Benutzer-Kommentare.
Hast du schon ein Konto?
Datenschutz Kommentar
Durch das Anhaken der folgenden Checkbox und des Buttons "Absenden" erlaube ich www.ecin.de die Speicherung meiner oben eingegeben Daten:
Um eine Übersicht über die Kommentare / Bewertungen zu erhalten und Missbrauch zu vermeiden wird auf www.ecin.de der Inhalt der Felder "Name", "Titel" "Kommentartext" (alles keine Pflichtfelder / also nur wenn angegeben), die Bewertung sowie Deine IP-Adresse und Zeitstempel Deines Kommentars gespeichert. Sie können die Speicherung Ihres Kommentars jederzeit widerrufen. Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail: "redaktion / at / ecin.de". Mehr Informationen welche personenbezogenen Daten gespeichert werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ich stimme der Speicherung meiner personenbezogenen Daten zu:
Kommentare

Aktuelle Inhalte auf ECIN:

04 Februar 2023
Neu
Das Mieten von Technik ist eine flexible Option, die es Unternehmen ermöglicht, te...
R
redaktion
02 Februar 2023
Neu
Diese Version setzt die hohen Standards von Joomla 4 im Bereich des barrierefreien...
R
redaktion
01 Februar 2023
Wenn man liest wie Netflix verhindern will, das künftig weiter Millionen von Nutze...