Business Netzwerk: Attraktives Profilbild verspricht Erfolg

Inhalt veröffentlicht am 10 Januar 2012  
 
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Die Wirkung von Profilbildern bei Business-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn untersucht derzeit  der Lehrstuhl Sozialpsychologie, Medien und Kommunikation an der Universität Duisburg-Essen (UDE). Die Fragestellung: Werden gleiche Profil-Informationen unterschiedlich bewertet, wenn sie mit einem Männer- oder einem Frauenporträt versehen sind?

„Uns interessiert der Einfluss des Geschlechts bei den dargestellten Personen – nicht zuletzt, weil die ungleiche Repräsentation von Frauen in Führungspositionen so heiß diskutiert wird“, so die Projektmitarbeiterinnen Sabrina Eimler und Sabrina Sobieraj. In einem Online-Experiment wurden dazu das Geschlecht und der Attraktivitätsgrad der Netzwerker verändert. Um die Gesichtsmerkmale systematisch kontrollieren zu können, verwendete die Forschergruppe virtuelle Gesichter, die zuvor in einem Vortest ausgewählt worden waren.

Die 150 Teilnehmer, die die Profile bewerten sollten, waren meistens nicht objektiv. Den dargestellten Männern sprachen sie allgemein einen größeren Freundeskreis zu und weniger Interesse an der Familie als den Frauen. Trotz des gleichen Werdegangs schrieben sie diesen häufiger Eigenschaften aus dem weiblichen Rollenstereotyp zu, z.B. Abhängigkeit, Empfindsamkeit, Toleranz oder Intuition. Bei den Männern waren es eher instrumentelle Eigenschaften der klassischen Führungsrolle, z.B. Karriereorientierung, Hartnäckigkeit, Risikobereitschaft oder Selbstbewusstsein.

Erstes Fazit: Gutes Aussehen ist vorteilhaft. So wurden attraktive Personen als beliebter eingeschätzt. Allerdings wirken sich weder Attraktivität noch Geschlecht auf den Marktwert bei der Jobsuche aus. Es gab keine Unterschiede bei der Frage, wie gut die Einstellungschancen für eine ausgeschriebene Stelle sind. Hier zählte allein der Lebenslauf. Nach Angaben der UDE würden gleiche Profilinformation beim Betrachter unterschiedliche, mit den Geschlechterstereotypen konforme Zuschreibungen hervorrufen – ein vor dem Hintergrund von Chancengleichheit kritisch zu sehender Punkt. Die Wissenschaftler schlagen deshalb anonyme Profile als Lösungsansatz vor.

Ein für die Netzwerke nicht akzeptabler Punkt – macht doch gerade ein mit einem Foto versehenes Profil in einem Business-Netzwerk die Seriosität und den Zuspruch der eigenen Person aus. Kaum vorstellbar wie XING oder LinkedIn mit Avataren von Comicfiguren aussehen würden oder?

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