Gutschein-Marketing: Wirkungsvoll aber auch gefährlich – Beispiel Otto

Während Konkurrent Amazon in seiner Cybermonday Woche (bis zum 30. November) fleißig vergünstigte Produkte unter die Online-Kundschaft bringt, wollte der Versandhändler Otto anscheinend nicht das Nachsehen haben und unterstützte eine virale Werbekampagne via Facebook mit Online-Gutscheinen. Leider ist Otto dabei anscheinend ein Fehler bei den technischen Einstellungen unterlaufen.

Denn nicht nur dass die Gutscheincodes, die einen Preisnachlass zwischen 88 und 400 Euro gewährten, mehrfach nutzbar waren, auch konnten die Kunden Produkte fast kostenlos erwerben, denn der eigentliche Produktpreis reduzierte sich teilweise bis auf wenige Euro. Über verschiedene Preis- und Gutscheinportale vernetzten sich die Nutzer, so dass am Ende laut Otto rund 50.000 Bestellungen in Verbindung mit den nicht autorisierten Gutscheincodes rekonstruiert werden konnten. Der Versandhändler zog daraufhin die Notbremse und stornierte die Bestellungen.

Im Weichnachtsgeschäft ein fataler Rückschlag, den es jetzt auszubügeln gilt: Nicht nur die fehlerhafte Technik, sondern auch die Reaktion des Versandhändlers steht nun im Fokus. Marketing- und PR-taktisch wäre Otto gut beraten, den trickreichen Kunden eine Entschädigung für die Stornierung von echten „Gutscheincodes“ anzubieten – sicherlich eine von vielen Chancen neue Kunden zu gewinnen.

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