News -23.06.1999



Kaum Steuerausfälle durch Elektronischen Handel


Allen Unkenrufen zum Trotz hat der Verkauf per Internet im vergangen
Jahr in den Vereinigten Staaten nur zu minimalen Steuerausfällen
geführt. Als zu vernachlässigende Größe bezeichnet
die Studie von Ernst & Young die Mindereinnahmen
an Umsatz- und Mehrwertsteuern.


Der Report beziffert diese auf insgesamt 170 Millionen US$, gerade mal
ein Promille des Gesamtaufkommens von Bundesstaaten und Kommunen. Damit,
so die Schlußfolgerung der Expertise, kann keinesfalls von einer
tatsächlichen oder sich auch nur ankündigenden Erosion der Staatseinnahmen
durch den Einzelhandel über das Internet die Rede sein. Das Ergebnis
ist Wind auf die Segel des Steuermoratoriums für das Internet, das
noch bis zum Oktober 2001 in Kraft ist.


Zwar schließt das Gesetz nur zusätzliche Steuern aus, Mehrwertsteuern
werden selbstverständlich weiterhin erhoben. Aber das Ergebnis zeigt
doch, dass für die Entwicklung geeigneter Besteuerungssysteme
keine Eile an den Tag gelegt werden muß.


 


Jetzt geht’s los: Die erste Studie zum Weihnachtsgeschäft


In den Vereinigten Staaten startet der Run auf die Geschenke immer schon
etwas früher als in Europa. Dort wird die Einkaufsschlacht schon
zu „Thanksgiving" am 1. November eingeläutet. Kein Wunder,
dass sich die Amerikaner schon etwas früher als hierzulande
Gedanken über die Einkaufssaison machen. Jetzt veröffentlichten
BizRate.com und LinkShare
die erste Studie „der Saison" zum Thema.


Die Ergebnisse geben BizzRate recht, denn 28 Prozent der Online-Kunden
wollen bereits vor Anfang Oktober losziehen. Sie geben nicht 341 Millionen
US$ im Monat wie im letzten Jahr sondern 635 Millionen US$ aus. Daher
die wichtige Frage, gerichtet sowohl an Händler als auch an Käufer:


Welche Qualität müssen Online-Shops erfüllen? Die schnelle
Lieferung noch am selben Tag, lautete mit 25 Prozent die Lieblingsantwort
auf Seiten der Käufer. Händler entschieden sich zu 26 Prozent
für die Verfügbarkeit von Artikeln. Auf Platz drei insgesamt
landete die Performance der Website.


Die größte Schere zwischen den beiden Gruppen tut sich in
Puncto Kundendienst auf. Eine gute Betreuung der Kunden halten 22 Prozent
der Händler für wichtig, hingegen nur 10 Prozent der Käufer.
Verkehrte Welt.


 


Online-Einkäufe legten um 72 Prozent zu


Die Schere zwischen Online-Shoppern, die das Web zu Informationszwecken
nutzen, und tatsächlichen Online-Käufern wird immer kleiner.
Das ergab eine Studie der Marktforschungsgesellschaft InfoBeads.


Um 41 Prozent stieg 1998 die Anzahl der Computer in den Vereinigten
Staaten, von denen aus Shopping-Sitzungen stattfanden, die von denen tatsächlich
bestellt wurde hingegen um 72 Prozent.


Die relativen Zahlen können allerdings nicht über ihre absoluten
Gegenstücke hinweg täuschen: Da stand es 1998 bei 37 Millionen
zu 16 Millionen, für die reinen Informationsbeschaffer.


 


Online-Jobhunter


Der Arbeitsmarkt darf zu den Senkrechtstartern im Net gerechnet werden.
Zählte das Web 1998 gerade mal gut 200 Spezialsites, so sollen es
im Jahre 2002 bereits 1,200 werden.


Analog dazu bewegen sich die Zahlen für Online-Bewerbungen. Die
Studie von Computer Economics nennt fünf Millionen Arbeitsuchende
im Internet bis zum Ende diesen Jahres und 16 Millionen bis 2002. Dabei
hat alle ganz klein angefangen. 1994 waren es gerade mal 24.000 und erst
1997 konnte die Millionengrenze überschritten werden.


 


Versicherungen hinken online hinterher


Unter den Finanz-Websites sind Versicherungen die Nachzügler. Die
dritte jährliche Studie zum Online-Finanzdienstleistungsmarkt des
US-Marktforschungsinstituts Booz Allen & Hamilton bringt es auf den
Punkt: Die Versicherungsgesellschaften ziehen noch keinen vollen Nutzen
aus dem Internet.


Zwar geben 37 Prozent der befragten amerikanischen Gesellschaften an,
dass ihre Internetaktivitäten mittlerweile fester Bestandteil
der Unternehmensstrategie sind. Der Fokus liegt aber immer noch auf Marketing,
Kundenservice, Außendienstunterstützung und Infrastruktur und
nicht etwa auf Direktmarketing.


 


Schulden im Web


Das Internet ist auch für Anbieter von Konsumenten- und Bankkrediten
offen. Diese nimmt jetzt eine Studie von Datamonitor
unter die Lupe. Allerdings, so ein Resultat, werden die meisten Konsumenten
den Geschäftsstellen auch weiterhin die Treue halten, und das Web
vornehmlich für die Recherche nach Zinssätzen und Konditionen
nutzen.


Bisher liegt der Online-Anteil in den USA bei 3 Prozent und soll bis
2003 mit zunehmender Sicherheit auf 9 Prozent steigen.


 


Großbritannien: kostenloser Internetzugang


Kostenlose Internetzugänge beflügeln das Internet in Großbritannien.
Die neueste Ausgabe des Halbjahresreports zum Thema Internetzugang von
der britischen Marktforschung Fletcher Research legt erstaunliche Zahlen
vor.


Demnach nutzen zwei Drittel der privaten Anwender das Internet über
kostenlose Accounts, für die nur Telefongebühren anfallen. Außerdem
macht die Studie einen klaren Trend zum Zweitzugang aus. Im Durchschnitt
verfügen die 40.000 Testpersonen über 1,3 Accounts.


 


Sotheby’s versteigert unter Amazon.com


Das berühmte Auktionshaus Sotheby’s tut sich mit Amazon.com
zusammen. Der 45 Millionen Dollar schwere Deal umfaßt eine gemeinsame
Versteigerungswebsite, auf der Händler aber auch Privatpersonen Sammler-
und Wertgegenstände feilbieten können. Vorgesehen sind thematische
Online-Auktionen zu Münzen, Briefmarken, Erinnerungsstücke,
Mode sowie Antiquitäten, Bücher und Juwelen.


Die jetzt getroffene Vereinbarung sieht im Einzelnen eine Beteiligung
Amazons an Sothebys in Form von einer Millionen Aktien zu insgesamt 35
Millionen US$ vor. Zudem erwirbt Amazon Optionsscheine für weitere
10 Millionen US$.


 


Mundpropaganda hilft Portalen


Große Websites wachsen schneller als kleine, so die Essenz einer
Studie des Xerox Palo Alto Research Center. Demnach sind Portal-Sites
weiterhin auf dem Siegeszug. Interessant ist vor allem die Begründung:
Mundpropaganda. Empfehlungen werden somit immer wichtiger für den
Erfolg und die Popularität einer Website.


 


Intershop splittet Aktien


Einen Aktiensplitt von 1:3 hat die Hauptversammlung des Internet-Shoppinglösungsanbieter
beschlossen. Weiterhin stand eine Kapitalerhöhung und die Erweiterung
des Vorstands um drei neue Mitglieder auf dem Programm.


Eine Dividende konnte Vorstandsvorsitzender Stephan Schambach den Aktionären
allerdings nicht in Aussicht stellen. Zwar strebt Intershop eine Umsatzverdopplung
von 35 auf 70 Millionen Mark an. Alles flüssige Geld soll allerdings
reinvestiert werden, so dass Gewinne erst in späteren Jahren
locken.


 


Telekom teamt mit CDnow


Die Telekom hat offenbar auch die Vorteile von Internetshopping für
sich erkannt. Jetzt will das Bonner Telekommunikationsunternehmen offenbar
in den Handel mit Musik-CDs einsteigen.


Das wäre das nächste Projekt, in dem T-Online direkt als Beteiligte
an einer Shopping-Website auftritt.


e-Bay sichert sich Anteil an Alando


Der erfolgreiche deutsche Versteigerungsmarkt im Internet Alando
zieht offenbar Investoren an. Die Anzeichen für ein Interesse seitens
des US-amerikanischen Marktführers e-Bay werden immer deutlicher.
Die Erfolgsfirma strebt 30 Prozent Beteiligung an, bei der es um 15,8
Millionen US$ geht.


e-Bay ist mit 8 Millionen Usern der größte consumer-to-consumer
Versteigerungsmarkt. Trotz regelmäßiger technischer Probleme
behauptet die Firma ihre Spitzenposition souverän.


























































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