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Gebrauchte Software - das erste digitale "Fair Trade" Produkt?

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Aachen, 4.Juli 2013.- Der Softwaremarkt wird im Bereich Betriebssysteme und ERP Lösungen von großen Konzernen wie Microsoft und SAP bestimmt. Diese einem Monopol ähnliche Stellung mag für die betreffenden Unternehmen natürlich eine gewinnbringende Angelegenheit sein. Das die Produkte frei im Markt, von Anwender zu Anwender, gehandelt werden können ist, aber ein Resultat der Softwareanwender selber und dem EuGH. Der Handel mit gebrauchter Software führt zu (mehr) Wettbewerb und einer neuen Kultur in dem Marktsegment. Denn gebrauchte Software ist vor allem eines: fair gehandelt, nachhaltig und preiswerter als das direkt vergleichbare Neuprodukt. Gebrauchte Software könnte das erste digitale "Fair Trade" Produkt sein.
Softwarehersteller mögen den Zweitmarkt meist nicht so wie die Anwender. Kurzfristig mag der Second-Hand-Markt durchaus Probleme für einzelne Softwarehändler machen, auf lange Sicht hingegen wird gebrauchte Software gut für Entwickler und die ganze Wirtschaft sein.

Der Mittelstand wird profitieren
Die Größe, die ein Softwareunternehmen wie z.B. SAP einnimmt, ist unglaublich. Die gesamte Mitarbeiterzahl weltweit könnte eine deutsche Kleinstadt füllen und dennoch scheint dies den Gewinn-margen nicht entgegenzustehen. Während ein mittelständisches Unternehmen oft mit einer Gewinnmarge von 5% auskommt, peilt SAP die 35% Marke an. Sollten die mittelständischen Softwareanwender nicht über den Weiterverkauf gebrauchter Software Ihre Gewinne steigern? Noch sind Anwender zu oft gezwungen, Software und Kapital zu vernichten. Durch die Art des fairen Handelns wird Kapital erwirtschaftet und die Anzahl gesicherter Arbeitsplätze steigen, was der gesamten Marktsituation zuträglich ist. So profitieren nicht nur wenige - Hersteller und Partner - vom Handel, sondern am Ende sogar das gesamte Land, inklusive seiner Konjunktur.

Nachhaltigkeit
Wer gebrauchte Software kauft, handelt im Sinne von Nachhaltigkeit. Warum? Bereits vorhandene Ressourcen werden von den Käufern genutzt, statt auf neue Produkte zu setzen. Aus Kostengründen könnte der Anwender sich mit Freeware und anderen Lösungen (bis hin zu preiswerteren Lösungen eines Mitbewerbers) begnügen. Second-Hand-Käufer klinken sich in den marktwirtschaftlichen Kreislauf ein und erwerben ein Produkt, welches sich schon beim Vorbesitzer bewährt hat. Ein Mix aus Gebraucht- und Neusoftware entsteht. Die Wahr-scheinlichkeit, dass dem Anwender ein Unterschied auffällt, ist gering.

Öffentlichkeitsarbeit
Auch die Verbreitung des Herstellernamens und Produktnamens durch Händler von Second-Hand Software ist ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil für den Softwareentwickler, dessen Produkte nun noch weitreichender eingesetzt werden. Alle Händler gebrauchter Software unterstützen automatisch durch Ihre Tätigkeit die aktuellen Marktführer z.B. Microsoft und SAP. Denn Softwareeinkäufer werden den Hersteller bevorzugen, dessen Software schon im Unternehmen eingesetzt wird.

Nachhaltigkeit die zweite
Wenn Marktteilnehmer günstig Software kaufen können, wird illegale Software vom Markt verschwinden, da sich auch mittelständische Unternehmen mit geringem Budget teure Software auf legalem Wege beschaffen könnten. Das Argument zielt wohlmöglich eher auf den privaten Sektor, denn auf die industriellen Anwender.

Stabiler Markt
Ein Angebot-Nachfrage Schema ist für dieses Thema durchaus brauchbar. Hochwertige und damit auch begehrte Software verzeichnet durch die hohe Nachfrage einen geringen Preisverfall als Secondhand-Software. So können die Anwender auch noch Jahre nach der Erstveröffentlichung durch den Verkauf einen Erlös erzielen. Der Käufer wiederum kann die Software relativ günstig erwerben.
„Fair Trade“ ?
„Fair Trade“ mit digitalen Medien mag zunächst vielleicht irritierend klingen, da die Entwickler von Softwareprodukten sich in der Regel nicht in schwierigen oder gar lebensbedrohlichen Situationen befinden, wie Bauern in Entwicklungsländern.
Was ist „Fair Trade“?
Egal auf welchem Kontinent oder in welchem Land: Menschen wollen mit ihrer Arbeit mindestens so viel verdienen, dass sie davon leben können. Wenn ein Bauer trotz harter körperlicher Arbeit seine Familie nicht ernähren kann, dann liegt das zum Teil auch an ungerechten Welthandelsstrukturen. Im Fairen Handel sind die Strukturen anders: Die Produkte werden zu fairen Bedingungen hergestellt und importiert. Im Mittelpunkt stehen die Produzentinnen und Produzenten, denn: Der Faire Handel ist mehr als Import und Vertrieb von Produkten. Er gibt den Menschen hinter den Produkten ein Gesicht. Ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern, ist das Ziel des Fairen Handels.

Konkret geht es darum Kleinbauern und Arbeitern im Süden zu unterstützen, die am oder unter dem Existenzminimum und schlechten sozialen wie gesundheitlichen Bedingungen arbeiten. Nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe kann Fairtrade auf internationaler mittlerweile mehr als 1,2 Mio Kleinbauern und Arbeiter sowie deren Familien unterstützen.

„Der Handel mit gebrauchter Software passt in dieses Verständnis des Fairen Handels nicht hinein. Unser Konzept hilft vor allem dem hier ansässigen Mittelstand. Das ist wirtschaftlich ein begrüßenswertes Konzept. Und sofern es den Mittelstand gegenüber den großen Playern stärkt, kommt auch der Begriff Fairness zur Geltung. Der Faire Handel ist im allgemeinen Verständnis aber klar mit der Bestrebung verbunden, die Armut im globalen Süden zu bekämpfen. Die ist nicht vergleichbar mit der Situation des Mittelstands in Deutschland.
Stille Software ist zwar nachhaltig, ich halte das Prinzip auch für fair, aber mit dem Label „Fair Trade“ hat das nichts zu tun.“ sagt Axel Susen, Geschäftsführer von susensoftware.

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