Agentic Commerce mit ChatGPT

OpenAI hat mit Instant Checkout eine neue Kaufoption in ChatGPT vorgestellt. Dadurch können Nutzer direkt innerhalb des Chats Produkte entdecken und bezahlen. ChatGPT übernimmt dabei die Rolle eines Vermittlers zwischen Kunde und Händler. Das Projekt markiert einen wichtigen Schritt in Richtung agentengesteuerten Online-Handels. Zunächst ist die Funktion in den USA für Etsy-Anbieter verfügbar.

ChatGPT Instant Checkout: So funktioniert der Kaufprozess

Online Shopping E-Commerce
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Schritt-für-Schritt zum Kauf in ChatGPT

Im Chat mit ChatGPT entdeckst du ein Produkt. Mit dem Klick auf „Kaufen“ bestätigst du Bezahlmethode und Lieferanschrift. ChatGPT leitet diese Daten an den Händler weiter, holt Versandoptionen ein und zeigt dir Auswahlmöglichkeiten. Danach wird der Endpreis berechnet, inklusive Steuern, und abschließend bestätigt. Zahlungsdaten werden verschlüsselt übermittelt; der Händler entscheidet dann über Annahme oder Ablehnung. Nach erfolgreicher Bezahlung erhältst du die Bestätigung.

Abgrenzung zu Perplexity „Buy with Pro“

Die Funktion ähnelt dem bereits existierenden „Buy with Pro“ von Perplexity, das seit November aktiv ist. Im Unterschied dazu gibt es bei ChatGPT keinen Gratisversand und keine Einschränkung auf zahlende Nutzer. Händler können schneller teilnehmen, und dank der größeren Nutzerbasis sind Skalierung und Reichweite weitreichender möglich. Das teilte Search Engine Land mit.

Aktueller Stand und Ausblick

Zum Start beschränkt sich Instant Checkout auf US-Händler mit Etsy-Shop und Einzelartikel. Weitere Plattformen und Händler-Integrationen, darunter Shopify, sind in Arbeit. Händler zahlen eine geringe Verkaufsprovision, die bei Rückgabe erstattet wird; Nutzer können die Funktion ohne Zusatzkosten nutzen. Die Integration erfolgt über das Agentic Commerce Protocol (ACP), das flexibel mit verschiedenen Zahlungssystemen wie Stripe arbeitet.

Wie werden Produkte in ChatGPT sichtbar?

Alle Produktangebote erscheinen organisch, also ohne gesponserte Platzierung. Die Reihenfolge richtet sich nach Relevanz für die Nutzeranfrage und die Gesprächssituation. Erst wenn ein Nutzer aktiv Interesse zeigt, tauchen passende Produktkarten im Chat auf. Bei identischen Angeboten fließen Verfügbarkeit, Preis, Qualität und ob Instant Checkout aktiviert ist in die Auswahl ein. Für das Ranking werden auch die Datenstruktur und Detailtiefe der Produktfeeds berücksichtigt.

So läuft die Kaufabwicklung ab

Händler wickeln Bestellung und Bezahlung über ihre eigenen Systeme ab. Mit Stripe genügt eine Zeile Code für die Integration. ChatGPT übermittelt per ACP alle nötigen Informationen sicher an den Händler. Dieser kümmert sich weiterhin um Versand und Kundenservice. Nutzer erhalten ihre Bestellbestätigung über ChatGPT.

Zukunft und Optimierungsmöglichkeiten

Viele Details sind noch in Entwicklung, zum Beispiel die genaue Höhe der Händlergebühren oder der Ablauf bei Shopify-Anbindung. Instant Checkout ist derzeit nur für US-Kundschaft verfügbar. Künftig sind weitere Händlerplattformen und Funktionen wie Multi-Item-Bestellungen und Cross-Selling geplant. Laut Search Engine Land prüft OpenAI laufend neue Optimierungen.

Produktdaten vorbereiten: Darauf solltest du achten

Je ausführlicher und strukturierter dein Produktfeed, desto besser kann ChatGPT passende Angebote anzeigen. Wichtige Kenndaten wie Maße oder zentrale Attribute sollten nicht fehlen, da sie im Gespräch gezielt abgefragt werden können. Vollständige Schemas und gut beschriebene Produkte erhöhen die Sichtbarkeit im Chat.

Was Händler jetzt tun können

Interessierte Anbieter können sich aktuell über das entsprechende Formular bei OpenAI anmelden. Etsy- und Shopify-Händler sind bereits vorgemerkt und werden automatisch einbezogen. Bis zum Start lohnt es sich, Produktdaten zu prüfen, notwendige Schnittstellen vorzubereiten und Relevanz im organischen ChatGPT-Shopping zu beobachten.

 

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