Eine aktuelle Analyse von Bridgeedge zeigt: Google AI und ChatGPT geben Nutzern nur selten die gleichen Markenempfehlungen. Für Marketingverantwortliche bedeutet das, dass Sichtbarkeit in KI-Suchergebnissen schwer vorhersehbar ist. Die Untersuchung betrachtet, wie stark sich die Empfehlungen und die Zitationsmuster der KI-Modelle unterscheiden. Besonders auffällig sind die Unterschiede je nach Branche und Suchintention. Die Daten stammen aus einer umfangreichen Auswertung identischer Nutzeranfragen auf den jeweiligen Plattformen.
Zusammenfassung
- Google AI und ChatGPT empfehlen in 61,9 % der Fälle unterschiedliche Marken.
- Nur 17 % der Anfragen führten zu identischen Markenempfehlungen auf allen Plattformen.
- Große Unterschiede gibt es bei Häufigkeit und Art der Marken- und Quellenangaben.
Wenig Einigkeit bei KI-gestützten Markenempfehlungen
Vergleich der Ergebnisse von Google AI und ChatGPT
Laut einer Auswertung von BrightEdge stimmen Google AI Overviews, Google AI Mode und ChatGPT nur selten bei ihren Markenempfehlungen überein. Die Untersuchung basiert auf zehntausenden identischen Nutzeranfragen. Dabei wurde festgestellt: In fast zwei Dritteln der Fälle (61,9 %) unterscheiden sich die empfohlenen Marken deutlich voneinander.
Wenige Überschneidungen, viele Unterschiede
Lediglich 17 % der Befragungen führten dazu, dass alle drei Plattformen dieselben Marken empfahlen. Noch seltener kam es vor, dass keine Marke erwähnt wurde – das geschah nur in 4,6 % der Fälle. In etwa jedem dritten Fall (33,5 %) tauchten auf allen Plattformen zumindest einige gleiche Marken auf.
Wie oft werden Marken genannt?
- Google AI Overviews nennt in 36,8 % der Queries Markenempfehlungen.
- ChatGPT bringt nur in 3,9 % der Anfragen Marken ins Spiel.
Auch die Anzahl der Empfehlungen unterscheidet sich deutlich. Google AI Overviews nennt im Durchschnitt 6,02 Marken pro Anfrage. ChatGPT kommt dabei nur auf 2,37 und Google AI Mode sogar nur auf 1,59 Marken je Suche.
Wie oft schweigen die Systeme?
- ChatGPT nennt bei 43,4 % der Suchanfragen keine einzige Marke.
- Google AI Mode verzichtet in 46,8 % der Fälle auf Markenempfehlungen.
- Google AI Overviews bleibt nur bei 9,1 % der Abfragen stumm.
Zitationsverhalten: Unterschiedliche Schwerpunkte bei Quellennennung
Die Analyse zeigt große Unterschiede, wie häufig Marken genannt und wie häufig Quellen zitiert werden:
- ChatGPT nennt Marken deutlich öfter, als es Quellen angibt. Auf 2,37 Marken pro Anfrage kommen nur 0,73 Zitate.
- Bei Google AI Overviews werden mehr Quellen angegeben (14,30) als Marken genannt werden (6,02).
- Beim AI Mode von Google ist der Unterschied noch größer: 9,49 Quellenzitate, aber im Schnitt nur 1,59 Marken.
Laut BrightEdge könnte das darauf hindeuten, dass ChatGPT stärker sein Trainingsdatenmuster nutzt, während Google auf Quellentransparenz setzt.
Wann stimmen die KIs bei Marken überein?
- Bei Vergleichsanfragen werden in 80 % der Fälle die gleichen Marken empfohlen.
- Kaufanfragen führen in 62 % der Fälle zu Übereinstimmungen.
- Fragen zum Standort („Wo…“) erreichen 38 % Gleichklang.
- Bei der Suche nach den „besten“ Marken herrscht mit 23 % die niedrigste Übereinstimmung.
Branchenvergleich: Unterschiede nach Sektor
- Im Gesundheitsbereich weichen die Empfehlungen am stärksten ab: 68,5 % Differenzquote.
- Im Bildungssektor: 62,1 %.
- B2B-Technologie: 61,7 %.
- Finanzen: 57,9 %.
- E-Commerce: 57,1 % – hier ist die Abweichung am geringsten.
Bedeutung für Marken
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Sichtbarkeit für Marken im KI-Suchumfeld schwer kalkulierbar ist. Unternehmen finden hier ein fragmentiertes Feld vor, aber auch Chancen: Wer seine Strategie auf generative Suche auslegt, kann laut BrightEdge von bislang wenig genutzten Sichtbarkeitspotenzialen profitieren.



