Viele glauben, dass Googles KI-Modus kaum Besucher auf Webseiten bringt. Doch aktuelle Daten widerlegen das für suchintensive Dienstleistungen. Bei transaktionalen Suchanfragen entstehen ganz eigene Nutzergewohnheiten. Eine Studie aus den USA und Kanada zeigt, wie Nutzer mit dem KI-Modus tatsächlich interagieren. Hier findest du die wichtigsten Erkenntnisse.
Zusammenfassung
- 69% der Nutzer mit transaktionaler Suchabsicht klickten im KI-Modus auf eine Website.
- Platz 1 im Ranking ist nicht mehr entscheidend – mehrere Anbieter werden geprüft.
- Bewertungen sind für die Klickentscheidung wichtiger als Fotos im Profil.
So beeinflusst Googles KI-Modus das Nutzerverhalten bei Kaufabsicht
Studie: Fokus auf Transaktionen statt reiner Information
Bisherige Analysen zum Google KI-Modus konzentrierten sich fast ausschließlich auf rein informative Suchanfragen. Nun wurde erstmals untersucht, wie Nutzer bei transaktionsorientierten Suchen vorgehen, etwa wenn sie einen Arzt oder eine Dienstleistung auswählen möchten. In einer Nutzungsstudie beobachtete man 52 Personen in den USA und Kanada über etwa 22 Stunden bei der Recherche zu komplexeren Dienstleistungen.
Fast sieben von zehn Nutzern besuchen eine Website
Bei der Suche nach Dienstleistern wie Zahnärzten, Dermatologen oder Anbietern von Botox klickten rund 69% der Teilnehmenden aus dem KI-Modus weiter auf eine externe Website. Nur 27% fühlten sich allein durch die KI-Zusammenfassung ausreichend informiert, um eine Entscheidung zu treffen. 4% suchten noch in traditionellen Google-Ergebnissen oder in sozialen Netzwerken weiter. Die meisten nutzen den KI-Modus also, um mehrere Optionen zu vergleichen, nicht um eine sofortige Handlungsempfehlung zu erhalten.
Das klassische „Platz Eins gewinnt alles“ gilt nicht mehr
Bisher lohnte sich vor allem der Spitzenplatz in den Suchergebnissen. Die Untersuchung zeigt jedoch: 89% der Testpersonen klickten im KI-Modus auf mehr als ein Unternehmen. Durchschnittlich wurde 3,7 Anbietern pro Sitzung Aufmerksamkeit geschenkt, nur etwa jeder Zehnte prüfte ausschließlich eine Option. Es ist wichtiger denn je, Teil der von der KI präsentierten Auswahl („Consideration Set“) zu sein. Wer dort unter den ersten fünf gelistet wird, hat eine reale Chance auf einen Klick.
Über die Auswahl entscheidet nicht nur „Above-the-Fold“-Content
Früher galt oft die Annahme, dass Nutzer nicht scrollen. Im KI-Modus ist das anders: 84% der Teilnehmer scrollten in der Ergebnisliste, um weitere Angebote zu prüfen. Nur 16% trafen ihre Auswahl ausschließlich anhand der direkt sichtbaren Inhalte.
Bilder verlieren an Relevanz – Bewertungen entscheiden
Fotos im Google Unternehmensprofil spielten nur eine Nebenrolle: Lediglich 21% der Befragten schauten sich die Bilder an. Selbst bei Suchaufgaben rund um kosmetische Dienstleistungen stieg dieser Wert nur geringfügig. Entscheidender sind Erfahrungsberichte: 74% lasen vor ihrer Entscheidung Bewertungen. Im textbasierten KI-Modus beeinflusst die Reputation also weit stärker als optische Eindrücke.
Fazit: Wertvoller Traffic bleibt, aber SEO-Ziele wandeln sich
Laut Studie nimmt dir Googles KI-Modus nicht jeglichen wertvollen Website-Traffic ab. Besonders Nutzer mit klarer Kauf- oder Buchungsabsicht gelangen weiterhin auf Anbieterwebseiten. Suchmaschinenoptimierung sollte sich künftig stärker darauf konzentrieren, unter die Top 5 der KI-Auswahl zu kommen und glaubwürdige Kundenbewertungen zu präsentieren. Wer vor allem auf Informationssuchen setzt, muss jedoch mit weniger Reichweite rechnen. Für lokale Dienstleister entstehen neue Chancen, von Nutzern entdeckt zu werden.



