ATU Reifenwechsel und Reparaturen: Der Kunde zahlt drauf!
Darauf sollte man achten, damit man nicht bei A.T.U. drauf zahlt: Ein ATU-Erfahrungsbericht von falschen Reifen für das eigene Automodell, Sicherheitsrisiken wegen nicht passenden verbauten Bremsbelägen, verkehrt montierten Ersatzteilen und die „aufgeschwatzten“ unnötigen Extras auf jeder Rechnung. Nicht zu vergessen die endlosen Diskussionen rund um das Thema „Nachbesserung“ und „Geld zurück“.
ATU Inspektion oder Reparatur? Besser nicht!

So lockte vor ein paar Jahren die Werbung für den günstigen Austausch der Bremstechnik, um nur hinterher im Rahmen der Inspektion durch die Vertragswerkstatt festzustellen, dass die falschen Bremsbeläge und Bremsklötze montiert wurden. Naja was heißt montiert. Es wurden einfach irgendwelche nicht passenden Ersatzteile versucht einzubauen um nicht zu sagen in den Wagen reinzuquetschen.
Wäre die Inspektion nicht gewesen, wäre es auch gar nicht aufgefallen. Als Kunde und vor allem Laie in Sachen Autoreparatur legt man sich ja nicht unter den Wagen und prüft alles. Jetzt noch Jahre später bleibt bei mir nur noch Kopfschütteln über das von ATU verbaute Sicherheitsrisiko.
Immerhin das Geld wurde nach langen Diskussionen zurückbezahlt. Hier – wie in dem nächsten Fall – wünschte ATU wieder einmal das Recht auf Nachbesserung. Das die Vertragswerkstatt aus gutem Grund einen mit dem Auto nicht auf die Straße lassen wollte und den ATU-Schaden längst behoben hatte, zählte nicht als Argument. Erst den Hinweis, das man nun einen Anwalt hinzuziehen würde bewegte den Werkstattleiter zum einlenken.
Bei ATU Ersatzteile wie Batterie wechseln? Besser nicht!
Ein weiteres Beispiel wo der Kunde nur so lange König ist, wenn er bezahlt ist der falsche Einbau einer Autobatterie: Ein Verwandter wollte Geld sparen und kaufte die Autobatterie bei ATU anstatt beim Vertragshändler. Ein großer Fehler, wie sich nach dem Einbau feststellen ließ.
Nein nicht die Batterie war falsch, sondern sie war komplett falsch montiert. Die Batterie hatte gar keinen Halt und wackelte einfach hin und her. Trotzdem ließ sich ATU den Einbau eine Stange Geld kosten. Eine Reklamation brachte nichts: Der ATU Mechaniker meinte alles wäre in Ordnung. Wir fuhren mit dem Auto zum Vertragshändler, der die Hände über den Kopf zusammenschlug und meinte das so ein Einbau fahrlässig sei und auch der TÜV dies niemals genehmigen würde. Wieder zurück bei ATU, wollte man von einem Fehler dort nichts wissen. Auch der zweite Nachbesserungsversuch brachte nichts, so dass der richtige Einbau schließlich vom Vertragshändler korrekt durchgeführt werden musste.
Geld von ATU bekam man nicht zurück. Bei ATU war man der Meinung, dass der Werkstatt dreimaliges nachbessern zugestanden werden müsste. Verrückt. Zweimal nix hinbekommen und dann beim dritten Mal soll es klappen?
ATU Reifenwechsel und Reifenkauf? Besser nicht!
Eigentlich hatte man sich selbst versprochen: Wenn die Räder abgefahren sind, bei Auto-Teile-Unger (ATU oder auch A.T.U.) kein Geld mehr für neue Reifen und die Einlagerung zu lassen. Zu oft fühlte man sich in den letzten Jahren nicht gut bedient. Konnte man über so Extrakosten, wie zur Desinfizierung des Innenraums (obwohl teilweise nicht ersichtlich) während der Corona Pandemie noch hinwegsehen, waren Mängel bei Reparaturen oder Bestellungen von Reifen, die für das eigene Auto gar nicht geeignet waren ein richtiges Ärgernis.
Ja ich hätte selber nach Reifen im nächsten Online-Shop schauen können. Habe ich nicht. Als Laie und ohne mich in die Thematik Reifenkauf einzuarbeiten habe ich mich auf ATU verlassen. Tja Pech. Nach Abgabe des Fahrzeugscheins sollte der Werkstatt eigentlich klar sein, welche Reifen für das entsprechende Auto passen. Aber wenn man ATU die Bestellung von Ersatzteilen überlässt ohne das prüfen ist das in etwa so, als ob man zufällig im Online-Shop irgendwo draufklickt und das Produkt in den Warenkorb legt.
ATU bestellt falsche Reifen: So ließ ich mich von ATU zu Winterreifen beraten und kaufte die empfohlenen. Es waren Räder mit dem Geschwindigkeitsindex „H“, obwohl im Fahrzeugschein vermerkt ist, dass man einen „V“ Reifen (oder höher) benötigt. Als mir das dann auffiel und ich die Reifen stornieren wollte, sträubte sich ATU natürlich wieder und versuchte die Schuld auf den Kunden abzuwälzen, anstatt den Fehler des Verkäufers einzugestehen.
Eigentlich könnte man meinen, man sollte aus den Fehlern lernen und ATU den Rücken kehren. Naja man glaubt ja immer noch an das Gute und riskiert nochmal einen Versuch. Diesmal mit den Kauf von Sommerreifen. Diesmal auch mit einer Auswahl, die man selbst getroffen hat und nicht der ahnungslose ATU-Verkäufer. Der Satz Sommerreifen wäre beim Vertragshändler viel teurer gewesen und zack den ATU-Termin gemacht.
Tja los ging die Prozedur. Erst einmal muss man auch wieder wissen: Wenn ATU sagt, dass der Reifenwechsel nur eine Stunde dauere, dann sollte man locker drei Stunden einplanen. Nach einer Stunde war man wieder an der Werkstatt, aber das Auto wurde noch nicht einmal angefasst. Als alles fertig war, kam der Schock mit der Rechnung. Der Reifenpreis war ja schon klar, der war im Vergleich zu anderen Mitbewerbern recht günstig, was aber wohl daran liegt, dass ATU sich die Kosten anderweitig wieder reinholt. So die eigene Erkenntnis. Bezahlt man sonst für den „normalen“ Reifenwechsel mit Einlagerung schlappe 95 Euro, legte ATU nun bei einem Reifenneukauf nochmal eine Schippe drauf.
Ohne zu fragen wird einem eine Reifenversicherung für zehn Euro untergejubelt, die man laut ADAC gar nicht braucht, da diese nur zwei Jahre gilt und bei neuen Reifen so gut wie gar nicht zum Einsatz kommt. Dann werden angeblich die Radnaben und Radanlageflächen für zwölf Euro extra gereinigt, aber gesehen hat unsere Vertragswerkstatt davon nix. Dazu gibt es noch für zwölf Euro eine Portion Reifengas, also eine Stickstofffüllung pro Reifen bei der der ADAC auch kaum einen Mehrwert sieht.
Dazu: Wir prüften nach dem Reifenwechsel den Reifendruck und der lag weit unter dem vorgegeben Werten des Autoherstellers. Ein Sicherheitsrisiko wie wir finden. Man kann doch schon erwarten das der richtige Reifendruck eingestellt wird. Vor allem weil man zusätzlich noch für zehn Euro eine RDKS-Sensor Initialisierung bezahlt hat, die aber gar nicht korrekt durchgeführt wurde. Man zahlt also am Ende 44 Euro (mit Rabatt 35 Euro) für Sachen, die man gar nicht wollte oder die gar nicht durchgeführt wurden.
Rückfragen zu den Posten schmettern die Mitarbeiter ab. Das sei im Reifenwechsel-Paket dabei und könnte man nicht rausziehen. Und richtig: ATU bietet auf seiner Webseite nur Reifenwechselpakete an, bzw. nur eines was auch die Einlagerung beinhaltet (Stand Frühjahr 2022). Und die Qualität der Reifen? Naja ich habe ein komisches Gefühl, werde dieses hier aber nicht verschriftlichen, da ich es nicht beweisen kann. Aber nach zwei Jahren und gerade einmal 10.000 Kilometern normaler Fahrweise waren die „Markenreifen“ abgefahren.
Fazit zu ATU
Unser Eingangssatz des ATU-Erfahrungsbericht lautet: Darauf sollte man achten, damit man nicht bei A.T.U. drauf zahlt. Die einfach Antwort: Nicht zu ATU gehen. Keine Empfehlung für diesen Dienstleister. Man zahlt immer drauf: Mit Geld, Nerven und Zeit. Ja auch bei anderen Dienstleistern wird immer versucht noch etwas mehr dem Kunden aus der Tasche zu locken. Hier noch eine Schuhspray beim Schuhkauf, da noch ein Getränk mehr zum Essen oder noch ein Gimmick mehr zum Technikkauf. Aber der Unterschied: Bei fast allen Anbietern wird man gefragt, bei ATU leider nicht. Das scheint das Geschäftsmodell: Günstige Produkte refinanzieren durch findige Extras oder schlampige Umsetzung.
Ja die Vertragswerkstatt ist teurer, aber das ist es mir heute wert.
Hinweis: Dies ist nur ein subjektiver Erfahrungsbericht aus Essen. Bei den vielen Standorten des Unternehmens kann es sicherlich die Ausnahme sein.



