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IT-Trends 2003: Wireless LAN

  • Redaktion ECIN
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Cap Gemini | Ernst & YoungWeb Services, wLAN, Business Intelligence: Für die Experten gibt es keinen Zweifel darüber, welches die beherrschenden IT-Themen der nahen Zukunft sein werden. Weitaus weniger eindeutig scheinen da schon die Fragen nach sinnvollen Einbindungen in bestehende Geschäftsprozesse und wer diese wichtigen Zukunftsmärkte denn dominieren wird.

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Wireless LAN-Technologien (wLAN) haben sich zu einer längerfristigen strategischen Komponente der IT-Landschaft entwickelt, dieser Ansicht ist die überwältigende Mehrheit der befragten IT-Leiter (83,3 Prozent). Das Ergebnis untermauert die gestiegene Akzeptanz und Bedeutung des Themas. Die Industrie hat erkannt, dass wLAN-Technologien dazu beitragen, die Kosten zu senken und die Effektivität der Arbeit zu erhöhen. Andere Gründe wie die Ortsungebundenheit der Mitarbeiter, die Erhöhung der Kundenzufriedenheit und die Sicherung von Wettbewerbsvorteilen tragen ebenfalls zur gestiegenen Akzeptanz bei.

Erfreulich in diesem Zusammenhang ist der zügige Ausbau der wLAN-Infrastrukturen zum Beispiel an Bahnhöfen und Flughäfen, der echte Vorteile für Geschäftsanwender mit sich bringt: Bereits heute nutzen viele Mitarbeiter, die häufig reisen, Public Hot Spots für die Synchronisierung ihrer eMails, die sie anschließend beispielsweise im Flugzeug offline bearbeiten können. Auf diese Weise nehmen die Leerlaufzeiten deutlich ab. Allerdings erschweren die fehlenden Roaming- Verträge zwischen den Netzbetreibern die komfortable Nutzung der Dienste. Um Public Hot Spots zum kommerziellen Erfolg zu führen, müssen sich die Betreiber einigen und einen gangbaren Weg aufzeigen, um das Problem zu lösen. Die hohe Bedeutung der wLAN-Technologien unterstreicht auch die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der Befragten (53,3 Prozent) beim Kauf eines mobilen Endgerätes Wert darauf legt, dass es wLAN-fähig ist. Die meisten neuen Notebooks und Personal Digital Assistants (PDAs) sind bereits mit dieser Technologie ausgestattet. In der Industrie gibt es aber Überlegungen für den Xscale-Prozessor einen mobilen Chipsatz zu entwickeln. Aufgrund der Ergebnisse der Studie ist damit zu rechnen, dass sie gute Absatzchancen haben.

WLAN Endgeräte

Eingesetzt werden wLAN-Technologien insbesondere in den Bereichen Warenwirtschaft (70,8 Prozent) und Mobile Workers (50 Prozent). Das Ergebnis verwundert nicht, da in diesen beiden Bereichen wLAN nicht nur besonders einfach umgesetzt werden kann, sondern auch viel Zeit spart: In der Warenwirtschaft arbeiteten viele Unternehmen bereits in der Vergangenheit mit schnurlosen Systemen. Durch den Einsatz von wLAN kann jetzt der Transfer der Daten online vorgenommen werden, die Synchronisierung am Terminal entfällt. Auf diese Weise werden die Kosten gesenkt und die Effizienz gesteigert.

Die Unternehmen, die den Einsatz von wLANTechnologien planen, wollen hauptsächlich in den Bereichen Vertrieb (61,1 Prozent) und Mobile Workers (50 Prozent) investieren. Dementsprechend werden die Anforderungen an die Mitarbeiter bezüglich Mobilität auch in den nächsten Jahren weiter steigen. Diese Entwicklung wirkt sich sowohl auf die Ausstattung der Büros mit Access Points, als auch auf die Bereitstellung von mobilen Endgeräten für die Mitarbeiter aus. Viele Menschen arbeiten nicht mehr an einem festen Platz, sondern nach dem „Hotelling“- Prinzip und benötigen einen einfachen Zugang zum IT-Netz. Unternehmen senken durch den Einsatz von wLANs nicht nur die Raumkosten, da insgesamt weniger Schreibtische zur Verfügung stehen müssen. Die Mitarbeiter benötigen auch weniger Zeit, um ihren Arbeitsplatz einzurichten. Facility-Entwicklungsgesellschaften müssen dieser Entwicklung Rechnung tragen und bei Bau-Vorhaben die drahtlose Verkabelung in die Konzepte integrieren.

Für wLAN-Technologien stehen den meisten Unternehmen (61,9 Prozent) in den beiden kommenden Jahren ein Budget von bis zu 250.000 Euro zur Verfügung, mit dem die Hardware- und Betriebkosten für die Mobilisierung von circa 400 bis 500 Mitarbeitern abgedeckt werden können. Die Investitionsbereitschaft steigt allerdings weiter: Im Jahr 2005 ist ein etwas höheres Budget vorgesehen als 2004, der Anteil der großen Projekte bis zu einer halben Million Euro beziehungsweise mehr als einer Million Euro nimmt zu.

Die Schaffung von Portalen spielt weiterhin eine dominante Rolle auf der Agenda der IT-Leiter. Durch die Fortschritte im Bereich wLAN lassen sich nun auch mobile Intranet- und Extranet- Services anbieten und nutzen. Diese Dienste verwenden bereits 33,3 Prozent der befragten Organisationen, also ein Drittel aller Befragten. 38,1 Prozent der IT-Leiter planen, derartige Services einzusetzen. Mit der Nutzung dieser speziell für mobile Anwender entwickelten Applikationen auf dem Unternehmensportal entfaltet sich das Potenzial der neuen Technologie. Anstatt das Internet beziehungsweise den Zugang zum Extranet lediglich für die Synchronisierung der eMails zu nutzen, erleichtern speziell auf mobile Endgeräte zugeschnittene Anwendungen die Arbeit der Außendienstmitarbeiter erheblich. Verglichen mit dem Datenaustausch über eine Mobilfunkverbindung sparen sie Zeit und senken außerdem die Kosten. Die Bereitstellung von Location Based Services über das unternehmenseigene Portal ist allerdings schwierig, da die Lokalisierung der mobilen Anwender noch problematisch ist.

WLAN Technologien klein
Grössere Ansicht

Sicherheit ist nach wie vor ein Problem im Zusammenhang mit wLANs, das allerdings bis Ende 2003 durch eine Reihe von Maßnahmen beseitigt werden soll. Die neue 802.11i-Spezifikation wurde bereits verabschiedet. In diesem Zusammenhang werden Firmware-Upgrades für bestehende wLAN-Installationen mit dem Temporal Key Integrity Protocol (TKIP) auf den Markt kommen sowie ein neuer Verschlüsselungsalgorithmus.

Bei der Hardware gibt es interessante Ansätze wLANs über die maximalen 54 MBit hinaus zu beschleunigen. Einige Unternehmen stellten bereits Lösungen vor, bei denen Sender und Empfänger mit mehreren Antennen arbeiten und im gleichen Funkkanal bei gleicher Bandbreite mehrere Datenströme räumlich getrennt übertragen. Angedacht sind Systeme mit drei Senderbeziehungsweise Empfängerzügen, die in jedem Zug auf die bereits eingeführte 802.11a-Technik mit brutto bis zu 54 MBit/s setzen und damit in der Theorie auf maximal 162 MBit/s kommen. In der Praxis dürfte die maximale Bruttodatenrate wegen unvermeidlicher Verluste allerdings etwas niedriger liegen.

Der vorliegende Beitrag ist ein Auszug aus der Up-Date Studie "IT-Trends 2003 - Die Reise geht weiter" von Gap Gemini Ernst & Young. 

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