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Leitfaden zu E-Mail Zustellbarkeit und Internetdienstleistern: Hotmail

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Microsoft ist der weltweit größte Mailbox Provider mit über einer Milliarde Postfächern und 350 Millionen aktiven Nutzern. Täglich verarbeitet Hotmail 8 Milliarden E-Mails, wobei nur 30 bis 35 Prozent dieser E-Mails in den Posteingang gelangen. Zu den bekanntesten Marken des Unternehmens zählen Windows Live Hotmail (hotmail.com), MSN (msn.com) sowie Windows Live (live.com). Die bei weitem beliebteste Domain ist aber nach wie vor Hotmail.

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Hotmail war eines der ersten Webmail Angebote und wurde bereits 1996 ins Leben gerufen. Mittlerweile gibt es auf der ganzen Welt Hotmail Nutzer und so dominiert Hotmail nicht nur den US-amerikanischen Markt, sondern ist auch in vielen europäischen Ländern, in Brasilien sowie Australien weit verbreitet. Microsoft verfügt über Niederlassungen rund um den Globus, um seine E-Mail Infrastruktur zu unterstützen; dadurch erlangt das Unternehmen auch wertvolle lokale Einblicke, die es dem Unternehmen ermöglichen, seine Tools und Dienste an die diversen Nutzergruppen rund um den Globus anzupassen.

Bei Return Path besonders beliebt ist das von Microsoft geschaffene Kontrollsystem zur Bekämpfung von Spam, das Versender und Empfänger von E-Mail gleichermaßen schützt. Smart Network Data Services (SNDS) bietet Versendern dabei ein frei zugängliches Tool, mit dessen Hilfe sie E-Mail-Ströme, die von ihrer IP-Adresse die Server von Microsoft erreichen effektiv überwachen können. SNDS enthält nützliche Auswertungen zum E-Mail Volumen, Beschwerden, Spamfallen und weiteren Kenngrößen.

Als Versender sollten Sie unbedingt beachten, dass Microsoft inzwischen auch überraschende Zunahmen beim Versandvolumen misst. Versuchen Sie also, möglichst konstante Volumina zu versenden. Haben Sie auch immer ein Auge auf die in SNDS verwendete farbliche Kennzeichnung. Grün bedeutet, dass Ihre Daten durchwegs positiv sind und Ihre E-Mail mit hoher Wahrscheinlichkeit auch den Posteingang Ihrer Hotmail-Abonnenten erreicht. Gelb bedeutet, dass Sie nicht davon ausgehen können, dass Ihre E-Mail auch wirklich angekommen ist und wenn Sie rot sehen, sollten Sie Ihr E-Mail Programm lieber nochmals grundlegend überarbeiten.

Hotmail Nutzerprofil: Hunch.com hat kürzlich wirklich interessante demografische Einblicke in das Hotmail Nutzerprofil veröffentlicht. Laut der Studie ist der typische Hotmail Nutzer zwischen 18 und 34 Jahren alt und hat Abitur oder einen vergleichbaren Abschluss. Hotmail Nutzer sind mit 48 prozentiger Wahrscheinlichkeit Single, leben am Stadtrand, besitzen einen Laptop und tragen T-Shirts und Jeans. Sie sind mit 13 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit introvertiert als extrovertiert, sind jedoch schon weit gereist und 68 Prozent der Hotmail-Nutzer sind bereits auf fünf oder mehr Kontinenten gewesen. Wenn Sie sich überlegen, Ihre Liste für bestimmte Kampagnen auch nach ISPs zu segmentieren, sollten Sie sich auch den Rest des sehr unterhaltsam aufbereiteten Artikels durchlesen.

Spam Filter: Hotmail nutzt die patentierte Microsoft SmartScreen Technologie. Diese Technologie entwickelt sich dabei durch maschinelles Lernen fortlaufend weiter, um so die Posteingangsfächer seiner Nutzer immer besser vor Spam zu schützen. Dabei lernt SmartScreen durch bereits bekannte Spam- und Phishing-Attacken ebenso wie von Hotmail Nutzern, die am Feedback Loop (FBL)-Programm des Unternehmens teilnehmen.
Wie viele andere ISPs integriert auch Microsoft die Kenngrößen Volumen, Beschwerderate und Spamfallentreffer in seine Filter. Jedoch unterscheidet sich Hotmail von anderen ISPs, da es ein nicht unerhebliches Gewicht auf Daten legt, die aus seinem Sender Reputation Data (SRD)-Netz stammen. Zusammen mit anderen Quellen für Reputationsdaten wie dem Junk E-Mail Reporting Program (JMRP), trägt SRD dazu bei, die SmartScreen Technologie weiterzuentwickeln, insbesondere hinsichtlich der Art und Weise wie diese E-Mails anhand von Inhalt und Versenderreputation klassifiziert. Die Teilnehmer des SRD-Programms werden nach dem Zufallsprinzip aus der aktiven Nutzerbasis von Hotmail zusammengestellt und stammen aus über 200 Ländern. Es gibt keine Möglichkeit, sich aktiv für die Aufnahme in das Programm zu bewerben. Die Aktionen dieses Netzwerks – also ob Ihre E-Mail beispielsweise dort als Spam eingestuft wird – hat großen Einfluss auf die generellen Filtereinstellungen von Hotmail.

Reputation von Versendern: SNDS ist nicht nur ein Tool, das Ihnen detaillierte Daten zu Ihrer Versenderreputation und Zustellbarkeit bei Hotmail zur Verfügung stellt. Es kann auch als Gradmesser dafür herangezogen werden, wie andere ISPs mit Ihren E-Mails verfahren.

Feedback Loops: Das Junk e-Mail Reporting Program (JMRP) ist ein Serviceangebot von Microsoft, das jedem Versender, der sich dazu anmeldet, direkt und kostenlos zur Verfügung steht. Diese Feedback Loops liefern Ihnen die Beschwerden von Hotmail Nutzern in Ihrer Liste, wohlgemerkt nicht nur der SRD Teilnehmer. Sie sollten diese E-Mail Adressen sofort von Ihrem Verteiler entfernen, um Ihre Versenderreputation zu schützen. Wir empfehlen zudem, die E-Mail Header zu prüfen, um zu sehen, ob die E-Mail als „Junk“ oder „Phishing“ markiert wurde, damit dementsprechend das E-Mail-Programm, die Inhalte der E-Mail-Kampagne oder die Versandpraktiken entsprechend angepasst werden können.

Priorisierte Zustellung: Microsoft verfügt zwar  nicht über eine eigene Whitelist, jedoch nimmt das Unternehmen am Zertifizierungsprogramm von Return Path teil. Mitglieder der Return Path Whitelist, die die strengen Kriterien des Zertifizierungsprogramms erfolgreich bestanden haben, umgehen jegliche Spamfilter von Microsoft und werden direkt an den Posteingang der Hotmail-Nutzer zugestellt, wobei zusätzlich die in der E-Mail enthaltenen Bilder sofort angezeigt werden.

Anforderungen an die Versand-Infrastruktur: Zusammen mit anderen führenden Unternehmen der Branche hat Microsoft das Sender ID Framework ins Leben gerufen, um damit E-Mail-Spoofing zu vereiteln. Dabei wird die Sender ID im Rahmen des Sender Policy Framework (SPF) Authentifizierungsverfahrens in alle an Microsoft gesendeten E-Mails integriert. Seit etwas mehr als einem Jahr führt Microsoft zudem Checks hinsichtlich der DKIM (DomainKeys Identified Mail) Authentifizierung bei eingehenden E-Mails durch. Auf DKIM wird insbesondere dann geprüft, wenn die E-Mail hinsichtlich Sender ID durchfällt. Wenn beide Methoden der Authentifizierung nicht erfolgreich sind, kommt der Spamfilter zum Tragen und die E-Mail wird entweder an den Junk-/Spam-Ordner zugestellt oder direkt abgewiesen.

Partner: Soweit bekannt nutzt lediglich ein Partner, und zwar Sympatico (Bell Canada) die E-Mail-Infrastruktur von Microsoft.

ECIN Fachautor Melinda Plemel ist Senior Receiver Relationship Manager bei Return Path

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