Sie müssen digital sein — nicht nur digital denken: Von Cloud-Kapitalismus und Platform Economy

Autor: Vinod Kumar   veröffentlicht am 10 Mai 2017  
 
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Die digitale Wirtschaft wächst weiter — laut World Economic Forum wird sie bis zum Jahr 2025 ein Volumen von 100 Trillionen US-Dollar erreichen. Eine wichtige Säule der digitalen Revolution sind die Plattformen, die auf Cloud-Technologien basieren und durch Mobilität erst ermöglicht werden. In der Anfangsphase des Cloud Computing lag die Entscheidung über die Cloud-Nutzung allein bei der IT. Heute jedoch ist die Cloud für Unternehmen jeglicher Größe und aller Sektoren zu einer strategischen Plattform geworden, um in neue Regionen zu expandieren, neue Produkte und Dienstleistungen schneller einzuführen und Wachstum voranzutreiben. Neben den technischen Vorteilen der Nutzung von Cloud-basierten Diensten haben Unternehmer mittlerweile auch die philosophische Dimension, für die die Cloud steht, voll und ganz erfasst — Zugang zu Services für jeden, rund um die Uhr und unabhängig von geografischen Grenzen.

Der Begriff "Cloud-Kapitalismus" beschreibt dabei die Art und Weise, wie die Cloud die Welt der Wirtschaft für immer verändert hat. Zudem sind die Eintrittsbarrieren heutzutage in Märkten aller Sektoren ausgeglichener, so dass sich die Kräfteverhältnisse zwischen kleinen Start-Ups und etablierten Branchengrößen relativieren. Beide Effekte zusammen machen es möglich, dass neue Marktteilnehmer herkömmliche Geschäftsmodelle auf den Kopf stellen und Druck auf gestandene Unternehmen ausüben, hier mitzuhalten.

In der Ära des Cloud-Kapitalismus verschiebt sich die Macht auch in Richtung der Nutzer: Sie bestimmen, wann und wie sie Produkte und Dienstleistungen nutzen. Dadurch wird auch das  Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage maßgeblich bestimmt und verändert. Immer mehr Unternehmen nutzen daher mobile Plattformen, um ihre Kunden flexibler bedienen zu können.

In der heutigen Zeit des Cloud-Kapitalismus wird es für Unternehmen auch immer wichtiger, ihre Vermögenswerte zu optimieren. Der Markt lässt sich nicht mehr schnell erobern, wenn man auf einem riesigen, aber starren Inventar sitzt. Wichtig ist dabei auch, dass Unternehmen willens sind, ihre Vermögenswerte mit anderen Organisationen innerhalb ihres Ökosystems zu teilen — sogar mit ihren Wettbewerbern.

Rund um den Cloud-Kapitalismus entwickelt sich momentan eine ganz eigene Dynamik, basierend auf vier grundlegenden Phänomenen, die die Wirtschaft verändert haben:

  • Die weite Verbreitung und Wichtigkeit der Cloud für heutige Unternehmen, basierend auf zuverlässigen und sicheren Netzwerken, Rechenleistung und Datenspeicherung.
  • Das Internet der Dinge (IoT) ermöglicht Unternehmen, die Art und Weise, wie sie mit ihren Kunden und wie Menschen allgemein mit der Welt um sich herum interagieren, zu verändern. In Singapur werden beispielsweise in Zukunft Sensoren in Autos und auf Straßen verbaut, um so die Mautgebühr zu berechnen. Dabei wird die Anzahl der Reifenrotationen pro Auto über die jeweils genutzten Straßen als Basis dienen. Die Möglichkeiten für solcherlei Anwendungen sind nahezu grenzenlos.
  • Künstliche Intelligenz (AI) wird, ähnlich wie das IoT, die Interaktion zwischen Kunden und Produzenten branchenübergreifend verändern.
  • Schlussendlich beschleunigen APIs die Art und Weise, wie Software-Entwickler neue, überzeugende Dienste für datenhungrige Nutzer bereitstellen können.

Die Kombination dieser vier Aspekte ist bedeutend, denn es ist der Beginn der Platform Economy, wo fundamentale Regeln des Kapitalismus durch die Cloud neu definiert werden.

Parallel dazu hält die digitale Transformation Einzug in alle Sektoren. Allerdings scheinen die meisten Unternehmen ihren Fokus darauf gelegt zu haben, digital auszusehen. So standen bisher Fragen im Vordergrund wie: Wie können wir die Firmenwebseite verbessern, sie für mobile Endgeräte optimieren oder Datenanalysen durchführen, um mehr über die Besucher der Seite zu erfahren? Doch heute wollen Unternehmen tatsächlich digital sein, unabhängig von der Branche. Dies führt zwangsläufig zu existenzielleren Fragen wie: Was ist eigentlich unser Kerngeschäft? Wie werden wir Geld verdienen? Woher kommt die Marge aus der Wertschöpfungskette, an der wir teilhaben

Auf dem Weg zur Platform Economy — angetrieben durch Petabyte von Daten und Millionen von Anwendungen sowie gestützt durch die Cloud — wird überall verfügbare, zuverlässige, extrem schnelle Konnektivität auf globaler Ebene zu einer Notwendigkeit werden. Aus diesem Grund muss das Netzwerk neu erfunden werden. Eine der Technologien, die viele Unternehmen heute bereits als Treiber ihrer digitalen Transformation nutzen, ist ein Software-Defined Wide Area Network (SD-WAN). Auch wenn SD-WAN momentan noch eher sparsam Anwendung findet, wird die Technologie zukünftig starke Verbreitung finden. So prognostiziert Gartner, dass bis 2018 mehr als 40 Prozent der Initiativen zur Modernisierung von WAN-Edge-Infrastrukturen auf SD-WAN basieren werden — heute sind es gerade einmal zwei Prozent. Die Nutzung von SD-WANs ermöglicht es Unternehmen, eine neue Art hybrider Netzwerkinfrastrukturen zu realisieren, die die Skalierbarkeit und  Kosteneffizienz des Internets mit der Sicherheit und Verlässlichkeit eines privaten MPLS-WANs verbinden.

Während sich das Prinzip des Cloud-Kapitalismus weiter verbreitet, ist die wichtigste Frage für Kunden und Partner folglich, wie sie ihre Geschäftsmodelle neu gestalten, Lieferketten stärken, durch neue Dienste innovativer werden und wie sie mithilfe der digitalen Transformation und mit der Platform Economy neue Märkte erreichen können.

Art Veröffentlichung:
Exklusiv
Thema des Eintrags (Marketing, eCommerce)
Anwendung / Lösung
IT-Thema des Eintrags?
  • Big Data
  • Cloud Computing / Hosting

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