Mikrokredite: Nicht nur was für den kleinen Hunger

Autor: MDistel  veröffentlicht am 19 März 2018  
 
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Mikrokredit

Fast jeder der im geschäftlichen Umfeld unterwegs ist, hat schon einmal von so genannten Mikrokrediten oder auch Minikredite genannt gehört. Ein kleiner Geldbetrag der in einer kurzen Zeitspanne zurückgezahlt werden muss. Entstanden in den Entwicklungsländern um armen Menschen bei der Realisierung eines Geschäftes zu unterstützen, ist diese Art des Geldleihens inzwischen auch nach Europa und auch nach Deutschland rübergeschwappt. Vorreiter und Urväter dieses Konzepts waren in den 1970er Jahren Elmar Pieroth in Togo und Muhammad Yunus in Bangladesch. Letzterer  erhielt im Jahr 2006 für seine Bemühungen um die „wirtschaftliche und soziale Entwicklung von unten“ den Friedensnobelpreis.

In der westlichen Welt sieht diese Kreditform zwar etwas (kapitalistischer) aus, aber dient einem ähnlichen Zweck: Nicht nur die Möglichkeit einen geringen Betrag für eine schnelle Anschaffung sich zu leihen, sondern auch die das der Kredit nur eine kurze Laufzeit hat. In der Regel zwischen 30 und 62 Tagen. Die anderen bekannten Kreditformen (z.B. Ratenkredit) laufen meist über Jahre. Dazu erhalten Kunden deren Schufa Bonität nicht sonderlich ist, unter Umständen ebenfalls einen Minikredit. Nachteil sind die im Vergleich zu den anderen Kreditformen etwas höheren Zinsen (auf das Jahr gerechnet). Da die Anbieter von Minikredits natürlich auch von der Vergabe profitieren wollen, sind niedrige Zinsen eher die Ausnahme.

Der Jahreszins kann so zwischen zehn und 14 Prozent liegen. Leiht sich jemand beispielsweise 500 Euro, für eine Investition in einen Computer oder für eine wichtige Autoreparatur, muss er 30 Tage später beispielsweise 505,80 Euro zurückzahlen. 5,80 Euro entsprechen bei einem der Anbieter, der auch keine Vorkosten oder Bearbeitungsgebühren verspricht: Effektiver Jahreszins (fest): 13,90 Prozent / Sollzins (13,90 Prozent). Der Endbetrag wird dann vom angegeben Konto abgebucht. Wer mit dem Gedanken spielt sich auf diese Weise Geld zu leihen für den lohnt einmal ein Blick auf ein Minikredit Vergleichsportal, die sich inzwischen zahlreich im Netz tummeln.

So gibt es zwar zahlreiche private kleinere Anbieter von Mikrokreditprogrammen, aber in einigen Bundesländern bieten auch die Landesbanken mikrokreditähnliche Programme an: So hat in der Region Berlin beispielsweise die Investitionsbank Berlin innerhalb eines normalen Gründer Förderprogramms die Komponente „Mikrokredite“ angeboten. In Bremen ist Bremer Aufbaubank GmbH für Mikrokredite zuständig, in Sachsen die Sächsische Aufbaubank, in Mecklenburg-Vorpommern die Gesellschaft für Struktur- und Arbeitsmarktentwicklung, in Nordrhein-Westfalen die NRW.Bank und in Thüringen werden Mikrodarlehen von die Thüringer Aufbaubank vergeben. Die Kredite gibt es aber nicht ohne weiteres. Der Kreditnehmer muss für eine Auszahlung (fast) immer ein positives Votum der Kreditgebenden Gesellschaft erhalten. Weiterhin unterscheiden sich die Landesprogramm in sich vor allem durch die Hürden beim Zugang zu diesen Mikrokreditprogrammen, aber auch in Kredithöhe, Laufzeiten, tilgungsfreien Zeiten, Zinsen und notwendigen Sicherheiten der Antragsteller. In der Regel werden bankübliche Entscheidungs- und Vergabeprozedere angewendet. Bedeutet: Es wird geprüft inwieweit der Kunde bereits bankfähig ist und inwieweit er über eine entsprechende Kredithistorie verfügt.

Anders sieht es meist bei „privaten“ Kreditgebern aus, die meist damit werben Kredite auch mit einem schlechten Schufa Score entsprechende Darlehen zu geben. Hier muss der Kunde prüfen inwieweit das für ihn passt. Ein Vergleich zwischen verschiedenen Anbietern ist eine Pflichtaufgabe, denn jedes so verlockene Angebot könnte auch Nachteile, beispielsweise durch hohe Gebühren oder Zinssätze haben. Wenn der Kreditnehmer sich entschieden hat, kann er meist nicht direkt mit hohen Beträgen rechnen. Die meisten Mikrokreditgeber offerieren bei Neukunden, anders als beispielsweise Großbanken, zum Start eher einen kleinen Betrag zum Einstieg. In der Regel sind das Beträge bis 600 Euro. Wer wiederholt sich Geld leihen möchte kann später dann Beträge um die 1.500 Euro erhalten. Rechnen ist angesagt, denn in 60 Tagen Kreditlaufzeit kann sich dieser Betrag bei einigen Anbietern auf über 200 Euro vermehren. Statt 1.500 Euro müsste der Kunde dann 1.700 Euro zurückzahlen.

Aufgepasst also bei den Zinssätzen, denn diese werden meist per anno (pro Jahr) angegeben und können so den zurück zu zahlenden Betrag entsprechend maximieren. Eine gute Beratung im Vorfeld ist entsprechend wichtig. Vielleicht hilft auch der Gang zu einer Bank seiner Wahl, wenn sie diese Kleinstbeträge mit kurzer Laufzeit anbietet. Die meisten deutschen Banken setzen eher auf das langfristige Geschäftsmodell und entsprechend auf Kredite mit langer Laufzeit. Hier muss der Kreditnehmer abwegen, welche Weg er gehen will: Einen Anbieter wo er schnell kurzfristig Geld bekommt, dieses aber dann nach einer kurzen Zeit wieder zurückzahlen muss oder eine langfristige Abhängigkeit an ein Kreditinstitut, dann aber eventuell mit einem höheren Volumen an geliehenen Geld.

Foto: Pixabay
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