Barcode, QR, RFID, NFC, iBeacon – Mobile Tagging in der Business-App

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Barcode, QR, RFID, NFC, iBeacon – Mobile Tagging in der Business-App
Die Identifizierung von Maschinen, Bauteilen oder anderen Komponenten über Codes oder Tags hat in der jüngeren Vergangenheit stark zugenommen. Verstärkt wurde dieser Trend dadurch, dass die verschiedenen Identifizierungstechnologien heutzutage ganz einfach mit dem Smartphone ausgelesen werden können (Mobile Tagging).

Immer wieder werden wir von unseren Kunden darauf angesprochen, welche Kodierung für mobile Lösungen am geeignetsten ist. Diese Frage lässt sich nicht ohne weiteres beantworten. Je nach Einsatzart und Einsatzort bieten Barcode, QR-Code, RFID oder NFC Vor- und Nachteile. Zusammen mit unseren Kunden eruieren wir im Einzelfall die passende Lösung. Hier erhalten Sie einen kurzen Überblick.
QR-Code
Der QR-Code („Quick Response“) ist ein zweidimensionaler Code und wegen seiner automatischen Fehlerkorrektur sehr robust. QR-Codes werden über ein optisches Bilderkennungsverfahren entschlüsselt. Smartphones können die quadratischen Bilder auslesen. Sie brauchen lediglich eine Kamera und die passende App zum Lesen von QR-Codes.
Der große Vorteil: Im Vergleich zu herkömmlichen Barcodes können im QR-Code mehr Informationen gespeichert werden. Die Daten im werden durch einen fehlerkorrigierenden Code geschützt. Selbst bei einer Beschädigung von bis zu 30% kann der Code noch ausgelesen werden. In QR-Codes können zudem deutlich mehr Informationen hinterlegt werden als in einem Barcode (z.B. Adressen, Telefonnummern, Geodaten oder Maschinen-/ Produktangaben).

Das Schöne: Die Verwendung des QR-Codes ist sehr günstig. Sie ist lizenz- und kostenfrei. Alle gängigen Mobiltelefone können über eine eingebaute Kamera und eine kostenlose Software QR-Codes identifizieren (Mobile Tagging). Auch die Erstellung eines QR-Codes geht schnell und einfach über ein Online-QR-Code-Generator. Ein Script wandelt Texte in einen Code um und erstellt die Grafik. Zudem integrieren Digitalisierungsplattformen wie myBusiness.AI bereits QR-Code-Funktionalitäten in ihre mobile Lösungen.

Das nicht so Schöne: Mit QR-Codes kann auch Schindluder betrieben werden. Der Inhalt eines QR-Codes ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Wer Böses will, kann im Code einen Link verstecken, der den User nach dem Scannen auf eine schädliche Seite führt oder sogar ungewollt Funktionen seines Smartphones ausführt. In der unternehmensinternen Anwendung ist solch ein Missbrauch eher unwahrscheinlich.

Wann empfehlen wir QR-Codes: Immer dann, wenn wir kompakte Infos digital zur Verfügung stellen wollen! In der rauen Industrieumgebung sind QR-Codes bedingt geeignet. Sie bieten Vorteile gegenüber Barcodes, da QR-Codes auch bei einer Beschädigung noch funktionsfähig sind. Allerdings nutzen sie sich in einer extremen Umgebung schnell ab und sind nicht so robust wie die folgenden Technolgien. Verbreitet ist die kodierte Abbildung einer Webadresse vor allem im Marketing-/Werbekontext (Broschüren, Flyer, Visitenkarten, Plakate etc.)
 
Barcode (Strichcode)
Der Barcode rührt aus einer Zeit, in der der Begriff „Digitalisierung“ noch nicht einmal in den Mund genommen wurde. Der Barcode ist eine optoelektronisch lesbare Schrift, die aus verschieden breiten, parallelen Strichen und Lücken besteht. Die Daten in einem Strichcode wurden früher mit teuren Barcodelesegeräten oder Kameras, maschinell eingelesen und elektronisch weiterverarbeitet.
Der große Vorteil: Der Barcode hat sich über Jahrzehnte in Unternehmen etabliert und wird weltweit in einem genormten System eingesetzt. Gerade alteingesessene Mitarbeiter sind mit dieser Technik sehr vertraut. Hardware (Etiketten, Etikettendrucker, Lesegeräte) liegen in vielen Unternehmen vor.

Das Schöne: Im Vergleich zu Transpondern können Barcode-Etiketten im Zweifelsfall auch durch den Klartext unter dem Strichcode manuell gelesen werden.
Es gibt inzwischen auch Smartphone-Scanner. Somit sind teure Spezialgeräte nicht mehr nötig. Eine Handysoftware ermöglicht es, Barcodes mit der Digitalkamera des mobilen Telefons zu erfassen und dem Anwender die Code-Information als Klartext anzuzeigen.

Das nicht so Schöne: Barcodes können schnell verschmutzen und zerstört werden (insbesondere in der Schwerindustrie, wo hohe Temperaturen oder Säure im Spiel sind). Sie können nur mit einer Sichtverbindung über kurze Distanz gescannt werden. Außerdem können Barcodes einfach kopiert und die enthaltenen Informationen ausgelesen werden.

Wann empfehlen wir Barcodes: Dort, wo Unternehmen den Umgang mit Barcodes perfektioniert und schon die komplette Hardware und Know-how vorliegen haben und ungern auf alternative Technologien umsteigen wollen. In einem konkreten Praxisbeispiel hat ein Unternehmen aus dem Bereich Brandschutz beispielsweise alle Feuerlöscher mit Barcodes ausgestattet. Über den Barcode-Scanner des mobilen Endgeräts können alle Feuerlöscher sauber dokumentiert und die komplette Historie abgerufen werden.
 
RFID (radio-frequency identification)
Im Gegensatz zu QR-Code oder Barcode enthalten RFID-Tags einen Mikrochip, auf dem Daten gespeichert sind. Beim Scannen werden Daten vom Tag ans Smartphone übertragen. RFID funktioniert über Radiowellen und ist eine Technologie für Sender-Empfänger-Systeme zum automatischen und berührungslosen Identifizieren und Lokalisieren von Gegenständen. Es liegt ein sehr breites Angebot an verschiedenen Chips und Lesegeräten vor, die sich durch Speicherkapazität, Herstellverfahren, Kosten, Frequenzbereich und durch die Reichweite unterscheiden.
Der große Vorteil: RFID-Transponder bestechen durch ihre geringe Größe, der unauffälligen Auslesemöglichkeit und den niedrigen Kosten. Zur Erreichung größerer Reichweiten können aktive Transponder mit eigener Stromversorgung eingesetzt werden. Es ist eine kontaktlose Identifikation möglich. Somit kann der Transponder direkt ins Bauteil/Produkt integriert werden. Im Vergleich zu QR-Codes können RFID-Tags auch bei schlechten Licht- und Kontrastverhältnisse ohne Probleme gelesen werden und sind deutlich robuster, da der Mikrochip im Inneren sicher verbaut ist.

Das Schöne: Lesegeräte können mehrere Chips gleichzeitig identifizieren. Daten lassen sich direkt auf dem Chip speichern. Eine externe Datenbank ist hierfür nicht notwendig. RFID-Tags lassen sich im Gegensatz zu QR- oder Barcodes mehrmals überschreiben, weshalb sich der etwas höhere Anschaffungspreis lohnen kann.

Das nicht so Schöne: Bei größeren Reichweiten sind aktive Transponder mit eigener Stromversorgung erforderlich. Das ist mit nicht unerheblichen Kosten verbunden. Außerdem können bei einem Defekt keine Informationen mehr ausgelesen werden. Produkte, die einen hohen Anteil an Metall oder Wasser haben, bewirken eine Störung des elektromagnetischen Feldes.

Wann empfehlen wir RFID: Die Entscheidung für oder gegen RFID im Unternehmen fällt immer in der Diskussion mit unseren Kunden. Am Ende ist es zumeist ein Abwägen zwischen den relativ hohen Kosten für die Umrüstung und einer möglichen Störanfälligkeit im Vergleich zu den umfassenden Einsatzmöglichkeiten der RFID-Technologie. Bei extremen äußeren Einflüssen (Wetter oder z.B. in der Chemieindustrie) lassen sich RFID-Transponder sehr gut verwenden, da sie besser geschützt werden können als Barcode oder QR-Code.

Und was ist NFC? NFC (Near-Field-Communication) ist eine genormte Spezialisierung der RFID Technologie, die speziell für kurze Distanzen (max. 10 cm) und sichere Datenübertragung entwickelt wurde. Wir setzen NFC-Tags beispielsweise bei Kontrollen von Autobahnbaustellen ein. Die NFC-Tags sind in der Baustellenausstattung (hier in einer Bake) fest integriert und Mitarbeiter starten ihren mobilen Kontrollprozess, indem sie sich an der NFC-Bake registrieren. Der Vorteil in dieser speziellen NFC-Anwendung: Es können sogar GPS-Koordinaten erfasst werden.
 
iBeacon
iBeacon ist der von Apple eingeführte Standard zur Lokalisierung in geschlossenen Räumen, der allerding auch von Android unterstützt wird. Sobald sich ein kompatibles iOS oder Android Endgerät einem Beacon nähert, empfängt dieses eine eindeutige Kennung und gibt das Funksignal an die entsprechende App des Anbieters weiter.

Der große Vorteil: Dem Nutzer von iBeacons werden aktiv die Informationen zur Verfügung gestellt, die für ihn relevant sein können. Er muss sie sich nicht selbst abholen, sondern nur Bluetooth auf seinem Smartphone aktiviert haben. Abhängig vom Standort werden gezielt Informationen auf dem Smartphone angezeigt.

Das Schöne: iBeacon-Module erreichen eine Reichweite von bis zu 30 Metern.

Das nicht so Schöne: Der Stromverbrauch ist zwar gering, zugleich muss der Bluetooth-Funksender per Batterie oder Stromanschluss mit Strom versorgt werden. Bluetooth muss aktiviert sein, um die Informationen zu empfangen. Es besteht die Gefahr, mit Informationen überschüttet zu werden. Im industriellen Kontext ist diese Gefahr aber zu vernachlässigen, da nicht davon auszugehen ist, dass ein Produktionsbetrieb seine Mitarbeiter mit unnötigen Push-Nachrichten bombardieren würde.

Wann empfehlen wir iBeacon: iBeacons haben nicht nur im klassischen Ladengeschäft eine zunehmende Bedeutung. Sie werden immer mehr im Bereich der industriellen Produktion zur Identifikation von Werkstücken, Maschinen und Mitarbeitern eingesetzt. Insbesondere im Bereich Industrie 4.0 werden so Anwendungen für die Vernetzung von Produktionsprozessen mit mobilen Anwendungen auf Smartphone und Tablet realisiert.
 
Mobile Tagging: Was passt zu meinen Workflows?
Für jeden Einsatzzweck gibt es die passende Technologie. Selbst antiquiertere Identifizierungslösungen wie der Barcode werden heute noch zurecht in vielen Bereichen eingesetzt. Die technischen Möglichkeiten mobiler Endgeräte führen jedenfalls dazu, dass Codes und Tags in der Unternehmenspraxis weiter an Bedeutung gewinnen werden. Denn der Mehrwert von Kodierungen, die mit dem Smartphone gelesen und somit eine saubere und papierfreie Dokumentation ermöglichen, wird vielen Unternehmen zunehmend klarer.
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