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Neue Ideen sind gefordert: Der Arbeitsplatz der Zukunft

  • Marcel Holzinger
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Neue Ideen sind gefordert: Der Arbeitsplatz der Zukunft

Unternehmen, die sich auf die neue Arbeitswelt und die sich verändernden Ansprüche der (jüngeren) Mitarbeiter einstellen wollen, sollten sich über die Arbeitsplatzgestaltung eingehende Gedanken machen. New Work ist das Stichwort – und das beeinflusst das Office Design ganz erheblich.

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Die Zahlen sind erschreckend: Laut einer Studie des Coworking-Anbieters Mindspace, die in Kooperation mit dem Marktforschungsunternehmen OnePoll entstand, haben fast 14 Prozent der Befragten schon einmal eine Stelle abgelehnt, weil sie mit der Gestaltung des Büros nicht einverstanden waren. 6,3 Prozent gaben demnach an, deshalb schon einmal eine Stelle gekündigt zu haben. 

Und der Industrieverband Büro und Arbeitswelt hat in der IBA-Studie 2017 „Die Sicht der Beschäftigten auf ihre Arbeitsplätze“ ermittelt, dass sich in der Arbeitsplatzgestaltung neue Anforderungen hinsichtlich der durch New Work geprägten Büroarbeitsplätze ergeben. So fehlen bei fast 60 Prozent der Büroarbeitnehmer Rückzugsbereiche für konzentriertes Arbeiten, obwohl diese für vier von fünf Befragten wichtig oder sehr wichtig seien. Ein niedriger Geräuschpegel lasse sich immerhin bei rund 60 Prozent der Büroarbeitsplätze einhalten. Die Zahl komme allerdings nur zustande, weil viele Arbeitnehmer in Ein- und Zweipersonenbüros arbeiteten. Schon ab drei Personen in einem Büro sinke die Zufriedenheit deutlich ab, heißt es weiter in der Studie „Die Sicht der Beschäftigten auf ihre Arbeitsplätze“. 

Dabei gehöre ein niedriger Geräuschpegel für fast alle Beschäftigten zu den unabdingbaren Merkmalen guter Arbeitsplatzgestaltung. „Ähnlich sieht es mit ansprechenden Kommunikations- und Pausenbereichen aus – zwei Drittel der Beschäftigten wünschen sich diese, weniger als der Hälfte stehen sie zur Verfügung. Dabei stellt der Wandel der Arbeit gerade hier besonders hohe Anforderungen. Nach Berechnungen des IBA entfallen derzeit 42 Prozent der Arbeitszeit auf kommunikative Tätigkeiten in Form von Netzwerken oder Projekt- und Teamarbeit.“

Das bedeutet konkret: Unternehmen, die sich auf die neue Arbeitswelt und die sich verändernden Ansprüche der (jüngeren) Mitarbeiter auf Fach- und Führungsebene einstellen wollen, sollten sich über die Arbeitsplatzgestaltung eingehende Gedanken machen und von der Vorstellung verabschieden, dass die Architektur und Einrichtung der 80er- oder 90er-Jahre noch einen bleibenden Wert darstellt. Sicherlich, hochwertige, handwerklich hergestellte Möblierung kann auch 50 oder mehr Jahre eingesetzt werden. Aber ob sperrige Massivholz-Schränke, dunkle Wandvertäfelungen und schwere Schreibtische inklusive Kabelsalat die Zukunft sind? Wohl eher nicht!

New Work steht für Agilität und Flexibilität, Selbstständigkeit und Handlungsfreiheit, Selbstverwirklichung und Teilhabe an der Gemeinschaft: Das hat große Auswirkungen auf die Büroarchitektur und Arbeitsplatzgestaltung, denn der Fortschritt der Arbeitswelt muss sich auch in der praktischen Umsetzung widerspiegeln. Unternehmen, die fit sein wollen für die Zukunft, setzen auf mobile Lösungen und digitale Arbeitsplätze. Das Beratungsunternehmen Crisp Research beispielsweise hat 2017 im Auftrag der Telekom die Studie „Der Arbeitsplatz der Zukunft“ herausgegeben. Sie zeigt unter anderem, dass 63 Prozent der befragten IT-, Strategie- und andere Business-Entscheider aus Unternehmen verschiedener Branchen und Größen konkret daran arbeiten, ihre Arbeitsplatzarchitektur zu vernetzen, kommunikativ und auf Basis von Cloud-Technologien aufzubauen. Mehr als 90 Prozent der Unternehmen werden das Budget für digitale Arbeitsplätze massiv aufstocken. 

Das alles wirkt sich auf die Office-Architektur aus. Unternehmen muss es gelingen, Arbeitsplätze, Besprechungsräume, Kommunikationsinseln und Co. nach den neuesten Methoden zu gestalten und einzurichten und damit den Schritt in die digitale, agile Zukunft zu wagen. Das beginnt bei der Planung der Räume, Treffpunkte und Laufwege über die Herstellung der Möbel und dem allgemeinen ästhetischen und funktionalen Innendesign bis hin zur technischen Umsetzung der gesamten Elektrik und Lichtplanung. Das folgt dem Wunsch der Unternehmen, kollaboratives Arbeiten, den schnellen Austausch und die Vernetzung der Mitarbeiter zu fördern.

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