Digitale Infrastruktur schnell und massiv ausbauen

  (30 Juli 2020)  |  Updated
Digitale Infrastruktur schnell und massiv ausbauen

Zwar ist Deutschland im neuen Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft in der EU (DESI) im Bereich der Breitband-Konnektivität um sechs Plätze auf Rang 8 geklettert. Aber es ist natürlich nicht alles in bester Ordnung. Bei vielen Privathaushalten und Unternehmen kommt die hohe Geschwindigkeit nicht an. Sie können aber durch eine Modernisierung der eigenen Netzwerk- und Telekommunikationstechnik dafür sorgen, dass die grundsätzlich angebotene hohe Leistungsfähigkeit der öffentlichen Infrastruktur wirklich auch ankommt.

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Die Europäische Kommission hat kürzlich ihren Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft in der EU (DESI) für das Jahr 2020 vorgestellt. Anhand des Index werden laut der Kommission seit dem Jahr 2014 „die Gesamtleistung Europas im digitalen Bereich und die Fortschritte der digitalen Wettbewerbsfähigkeit der EU-Mitgliedstaaten beurteilt“. An der Spitze stehen, oh Wunder, Finnland, Schweden, Dänemark und die Niederlande. Deutschland belegt den zwölften Platz unter den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Großbritannien. Der interessante Index nimmt unter anderem die Konnektivität (Nutzung von und die Versorgung mit Festnetz-Breitband-Anschlüssen, Mobilfunk-Breitband-Anbindung und Preise) in den Blick – in diesem Bereich hat Deutschland sich im Vergleich zum letzten Index um sechs Plätze auf Rang 8 verbessert.

Heißt das, beim Breitbandausbau ist hierzulande also alles in bester Ordnung? Nein, das heißt es sicherlich nicht. Der Breitbandausbau kommt in Deutschland nur langsam voran. Der Verein cnetz warnt nun: werde die bisherige Förderstrategie fortgesetzt, könne auch weiterhin nicht jeder Haushalt in Deutschland wenigstens einen 50 Mbit/s Anschluss nutzen – das wollte die Bundesregierung eigentlich schon Ende 2018 erreicht haben, berichtet die Tagesschau. Das cnetz ist ein Verein, dessen Mitglieder aus allen Bereichen der Gesellschaft stammen und welche nach eignen Angaben ein bürgerliches Politikverständnis eint. Zwar betont das Bundesverkehrsministerium, federführend bei der Förderung des Breitbandausbaus, dass im städtischen Bereich 98 Prozent der Haushalte die Möglichkeit hätten, Bandbreiten mit mindestens 30 Mbit/s zu nutzen. In ländlichen Regionen liege dieser Wert aktuell bei 77,7 Prozent. Aber laut cnetz hätten 4,05 Millionen Haushalte nur eingeschränkt oder gar keine Teilhabe am Internet, weil sie nur über Anschlüsse mit 16Mbit/s verfügten. Mit einer Upload-Geschwindigkeit von einem Mbit/s sei dies zu langsam, um beispielsweise sinnvoll an Videokonferenzen teilzunehmen.

Ein weiteres Ergebnis: Nur 3,6 Prozent der Haushalte in Deutschland verfügen laut den Angaben in der Tagesschau-Berichterstattung über Glasfaserkabelanschluss. Zum Vergleich: Laut dem Datenportal Statista haben in Spanien 62,5 Prozent der Haushalte Glasfaseranschlüsse, der OECD-Durchschnitt liegt bei 26,8 Prozent. Zwar stünden cnetz zufolge mehr als 14 Milliarden Euro für den Breitbandausbau zur Verfügung, doch die Projekte würden nicht fertig.

Das klingt nach vielen Aufgaben für den Staat, die digitale Infrastruktur schnell und massiv weiter auszubauen. Aber genauso müssen Privathaushalte und Unternehmen Eigenverantwortung zeigen, um sich ans schnelle Internet anzubinden. Sicherlich, die annähernde 100-Prozent-Quote beim städtischen Breitbandausbau klingt gut, ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Denn die Praxis zeigt, dass der Ausbau nicht immer bereits so weit ist. Und zugleich beschränken viele Nutzer ihre Anschlussfähigkeit selbst. Sind die vorhandenen Leitungen nicht dazu in der Lage, schnelle Verbindungen aufzubauen und die Daten zu transportieren, kann die eigentliche Leistungsfähigkeit der Glasfaserkabel vor der Tür auch nicht im Objekt ankommen. Dann hilft auch die teure Hardware nichts. Sie kann nur das verarbeiten, das sie auch empfängt.

Betroffene könnten vielmehr ihre eigenen Netzwerke so ausbauen, dass damit Höchstleistungen möglich werden. Privathaushalte und Unternehmen sind deshalb dazu aufgerufen, sich mit ihren eigenen Strukturen zu befassen, diese genau zu analysieren und sich die Frage zu beantworten, was genau sie benötigen: Wie groß sind die potenziellen Datenmengen? Wie viele Systeme sind an das Netzwerk angebunden, und wie viele Nutzer greifen auf Computer und Maschinen zu? Und welche Ansprüche an die Multimediatechnik bestehen? 

Daraus ergibt sich dann ein Überblick, welche technischen und strategischen Modernisierungsmaßnahmen in einem Unternehmen durchgeführt werden müssen. Fachbetriebe mit Erfahrung in der Netzwerk- und Telekommunikationstechnik und Kabelnetzbetrieb sind regelmäßig Ansprechpartner für Unternehmen, die die Grundlagen für digital vernetzte Systeme schaffen wollen. Das reicht vom Austausch alter Leitungen bis hin zur Optimierung von Anschlüssen und Verbindungen.

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