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Agiles Arbeiten ist Führungsprinzip und Herausforderung für die IT gleichermaßen

  • Sven Stelzer
Updated
Agiles Arbeiten ist Führungsprinzip und Herausforderung für die IT gleichermaßen

Fallstudien zeigen, dass agile IT-Betriebsmodelle zu zufriedeneren und motivierteren Mitarbeitern, erhöhter Produktivität, Fehlerreduktion und einer schnelleren Time-to-Market führen. Daher gehören beim Wandel hin zu einer agilen Organisation eine innovative Unternehmensführung und ein agiles IT-Management zusammengehören. „Infrastructure as a Service“ ist das Schlagwort bei der Umsetzung.

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Agilität ist längst in der Unternehmensrealität angekommen und wird verstärkt nachgefragt. Das Schlagwort ist agiles Arbeiten. Das Konzept des agilen Arbeitens stellt die klassische Arbeitsweise eines Unternehmens auf den Kopf. Agile Unternehmen verteilen die Verantwortung weg vom Management hin zu den Arbeitsteams. Das Konzept ist beinahe 20 Jahre alt: Das „Agile Manifest“ („Manifesto for Agile Software Development“) von 2001 wird vielfach als Beginn der agilen Bewegung betrachtet. Software-Entwickler suchten nach neuen Ansätzen, um bei großen Projekten schnell auf notwendige Veränderungen reagieren zu können.

Bei der Telekom heißt es dazu: „Agil, das ist eben nicht behäbig, träge, unbeweglich, sondern leichtfüßig, flexibel, dynamisch und nur mit dem absolut notwendigen Maß an Bürokratie. […] Agile Unternehmen verteilen die Verantwortung weg vom Management hin zu den Arbeitsteams. Die Teams übernehmen die Verantwortung für ihr eigenes Handeln. Das Management bekommt eine vollkommen andere Rolle. Aus Kontrolle und Anleitung wird Unterstützung und Ermutigung der Mitarbeiter (Schlagwort: Servant Leadership). Die Pyramide wird umgekehrt, gefragt ist jetzt die von unten gestützte, breite Plattform, auf der die Mitarbeiter erfolgreich arbeiten können. Klare Ziele und Leitlinien ersetzen eine kleinteilige Planung und ermöglichen so eine schnelle Reaktion bei Veränderungen und unerwarteten Ereignissen.“

Entscheidend dabei ist, agiles Arbeiten als Führungsprinzip und als Herausforderung für die IT gleichermaßen zu verstehen. Die IT-Infrastruktur muss gewährleisten, dass alles funktioniert, auch wenn die IT beispielsweise vollständig extern organisiert ist. Es spielen Fragen wie Wer koordiniert und sichert Daten im Homeoffice? Wie stellen wir sicher, dass die Datenablage zu 100 Prozent DSGVO-konform ist? Wie wird orts-, zeit- und geräteunabhängiges Arbeiten mit höchsten Anforderungen an die Cybersicherheit mit automatisierten Back-up-Prozessen erreicht, ohne den Raum für Agilität zu versperren?

Die internationale Unternehmensberatung Capgemini stellt heraus: „Schnelle Anpassungsfähigkeit ist überlebenswichtig für Unternehmen und ihre IT. Ein agiles IT-Betriebsmodell unterstützt dies und ist somit ein wichtiger Enabler für die Digitalisierung. Fallstudien zeigen, dass agile IT-Betriebsmodelle zu zufriedeneren und motivierteren Mitarbeitern, erhöhter Produktivität, Fehlerreduktion und einer schnelleren Time-to-Market führen. Voraussetzungen dafür sind auch in der Unternehmensführung zu schaffen, denn Verständnis von Agilität im Führungskreis schafft Akzeptanz für agile IT-Betriebsmodelle.“

Was können Unternehmen jetzt tun, um sich den Herausforderungen zu stellen und den Wandel hin zu einer agilen Organisation wirklich zu gestalten? Cloud-Technologie wie „Infrastructure as a Service“ bewirkt eine rasante Beschleunigung durch automatisierte Bereitstellung von Infrastruktur. Diese stellt Server, Rechen- und Netzkapazitäten, Kommunikationsgeräte wie Router, Switche oder Firewalls, Speicherplatz und Systeme, die der Archivierung und Sicherung von Daten dienen, zur Verfügung, um alle Vorteile hinsichtlich Stabilität, Sicherheit, Cluster- und Exchange-Funktionen und eine leistungsstarke Internetanbindung zu erhalten – und das eben von überall her, sei es aus dem Home Office oder von jedem anderen Arbeitsplatz. Ein lokaler Server wird bei „Infrastructure as a Service“-Angeboten nicht mehr benötigt, sodass zu jeder Zeit und von überall her der komplette Zugriff möglich gemacht wird.

Übrigens: Es muss nicht immer alles neu sein. Agile Methoden lassen sich auch in der bestehenden Infrastruktur oder Legacy-Systemen anwenden. Um den Nutzen der IT zu maximieren, muss eine entkoppelte IT-Architektur entstehen, damit die jeweiligen Teams und Mitarbeiter möglichst unabhängig arbeiten können. Dabei sollte ein Zusammenspiel von Anwendungen, Infrastruktur und Daten/Datensicherung zu legen, um das richtige technische Umfeld zu schaffen.

Das bedeutet: Agiles Arbeiten muss umfassend auf die technischen Strukturen achten, damit ein agiles IT-Betriebsmodell möglich wird. Denn ohne Agilität in der IT-Struktur kann der Wandel hin zu einem wirklich agilen Unternehmen nicht stattfinden. Unternehmens- und IT-Verantwortliche sind daher aufgerufen, diese Prozesse zu definieren und umzusetzen.

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