14.11.2003 - Sowohl der organisatorische als auch der technische Status der IT- (Sicherheits-) Infrastruktur im deutschen Mittelstand birgt enormes Verbesserungspotential.

Sowohl der organisatorische als auch der technische Status der IT- (Sicherheits-) Infrastruktur im deutschen Mittelstand birgt enormes Verbesserungspotential.

Dieses Ergebnis erbrachte eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und der Handelskammer Hamburg unter Hamburger Mittelstandsunternehmen. Demnach verzeichneten 66 Prozent der befragten Unternehmen in den vergangenen 12 Monaten einen bemerkbaren Ausfall ihrer IT-Systeme. 50 Prozent davon nannten als Ursache am häufigsten Hard- und Software-Fehler. Halb so oft waren Virenattacken und Stromausfälle schuld an den Systemausfällen. Fehlbedienungen spielten noch in 10 Prozent der Fälle eine Rolle. Peter Wirnsperger, Senior Manager in der Security Services Group bei Deloitte & Touche, rät aufgrund dieser Ergebnisse: "Dass in Unternehmen Systeme in der genannten Häufigkeit ausfallen, sollte ein deutlicher Warnhinweis sein, mehr in das Management der IT- Infrastruktur zu investieren. Ereignisse wie diese können jeden treffen!"

Auf die Frage, welche Systeme von den bemerkten Ausfällen betroffen waren, führten die Unternehmer am häufigsten das eMail-System (42 %) an. Besonders geschäftskritische Anwendungen wie ERP-Systeme waren zu 25 Prozent durch die Systemausfälle beeinträchtigt. Der Rest verteilt sich auf nicht näher spezifizierte IT-Systeme wie beispielsweise Einzelplatzrechner oder Dateiserver. Wirnsperger interpretiert die Zahlen so: "Nachdem die Antworten lediglich auf Ausfälle abzielten, durch die das ungestörte Arbeiten behindert wurde, nehmen wir an, dass die eigentliche Zahl der Systemausfälle wesentlich höher liegt. Wahrscheinlich ist, dass die Betroffenen weitere IT-Ausfälle als "normale Wartungsarbeiten" deklarieren und damit als notwendiges Übel dulden."

Mit 12 Stunden lag die Dauer der durchschnittlichen Ausfallszeit in einem erschreckend hohen Bereich, wobei die Streuung aller Antworten im Bereich von 15 Minuten bis zu 72 Stunden lag. Der Geschäftsverlust und die Kosten für den Systemausfall im Einzelnen wird mit zwei Ausnahmen auf null beziehungsweise nicht bezifferbar bewertet. Nur in seltenen Fällen können Unternehmen die Ausgaben für IT-Sicherheit und mögliche Schäden angeben. Die befragten Unternehmer bemängeln, dass der Mittelstand händeringend nach einfachen Kosten-/ Nutzenrechnungen für das Sicherheitsmanagement der IT sucht. Die IT Branche blieb bisher allerdings die Antworten noch schuldig. Peter Wirnsperger empfiehlt den Mittelständlern, sich an großen Unternehmen zu orientieren: "Banken betreiben schon seit langem konsequentes Sicherheitsmanagement auf hohem Niveau. Der Mittelstand kann von diesen Erfahrungen lernen und für sich daraus Lösungen ableiten, die der Größe, Komplexität und Branchenausrichtung des eigenen Unternehmens entsprechen."

 


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