EU-Kommission ruft zu IPv6 auf

30.05.2008 – Die neuere Version der Adressvergabe im Internet soll mehr Anwendungen möglich machen und so Europa im Wettbewerb halten. Die Kommission rät deshalb zur sofortigen Nutzung.

Die neuere Version der Adressvergabe im Internet soll mehr Anwendungen möglich machen und so Europa im Wettbewerb halten. Die Kommission rät deshalb zur sofortigen Nutzung.

Die EU-Kommissarin Viviane Reding ruft zur Nutzung des Internet-Protocol Version 6 auf. Der Grund: In Kürze soll die Versorgung mit IP-Adressen durch die ältere Version 4 erschöpft sein. Nach Schätzungen der stehen nur noch 700 Millionen oder 16 Prozent der Adressen für neue Verbindungen bereit. Wenn die neuesten Internet-Anwendungen wie RFID-Funketiketten in Geschäften, Fabriken und auf Flughäfen, intelligente und energiesparende Heiz- und Beleuchtungssysteme sowie fahrzeuginterne Netze und Navigationssysteme in Europa genutzt werden sollen, steige der Bedarf an IP-Adressen um das Tausendfache.

Mit IPv6 sollen innovative Internet-Anwendungen erleichtert werden, insbesondere wenn sehr viele kleine und einfache Geräte miteinander vernetzt werden müssen, erklärt die Kommission. So sei es beispielsweise möglich, das Energie-Management für die Straßenbeleuchtung und intelligente Gebäude zu verbessern und Sensoren zur Fernbedienung von Haushaltsgeräten einfach und sicher über das Internet zu verbinden. Dadurch sollen wiederum neue Anreize und Möglichkeiten für die Unternehmen entstehen, Innovationen voranzutreiben.

Abhilfe sollen die Akteure selber schaffen, indem sie auf die Version 6 umsteigen. Die Kommission hat das Ziel ausgegeben, dass bis 2010 25 Prozent der Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Haushalte IPv6 nutzen. So sollen sich zusätzliche Kosten für die Verbraucher vermeiden und Wettbewerbsvorteile für innovative europäische Unternehmen sichern lassen, ist sich die Kommission sicher. Verglichen wird die Erweiterung der Adressvergabe mit der Verlängerung der Telefonnummern im 20. Jahrhundert.

 


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