Hohe Zahlungsbereitschaft für Internet-Inhalte

21.08.2001 – Content-Anbieter haben allen Grund, optimistisch zu sein: Fast die Hälfte aller deutschen User wäre bereit, für kostenpflichtige Inhalte durchschnittlich 39 DM pro Monat zu bezahlen.

Content-Anbieter haben allen Grund, optimistisch zu sein: Fast die Hälfte aller deutschen User wäre bereit, für kostenpflichtige Inhalte durchschnittlich 39 DM pro Monat zu bezahlen.

Im Internet findet man (fast) alles, und das zumeist umsonst. Doch wer zahlt für die bereitgestellte Information? Vor nicht allzu langer Zeit noch als ketzerische Frage abgetan, hat sich inzwischen gezeigt: Rein werbefinanzierte Unternehmensmodelle sind auf Dauer unrentabel, und viele Anbieter wollen die Nutzer für ihre Inhalte zur Kasse bitten. Fraglich ist jedoch, ob diese für die bislang kostenlose Ware bezahlen. Eine Befragung, die das Hamburger Online-Marktforschungsinstitut unter 1004 Usern zwischen 16 und 59 Jahren durchgeführt hat, beweist: Schon heute gibt es eine hohe Zahlungsbereitschaft für kostenpflichtige Inhalte im Netz.

So würde fast jeder dritte Nutzer von eMails (38%) für diese bezahlen. Ebenso zahlungsbereit wären Surfer, die Archive für Recherchen nutzen (35%), Software-oder Musik auf ihren PC laden (33% bzw. 32%) oder ihre Geldgeschäfte online erledigen (30%). Eine wesentlich geringere Zahlungsbereitschaft findet sich hingegen bei Nutzern von Verbraucher-Portalen (8%), kulturellen Sites (7%), Sportinformationen (6%) sowie von Klatsch und Tratsch (2%).

Unter Berücksichtigung breitbandiger Übertragungswege entwarfen die Marktforscher also das Bild eines zukünftigen Content-Angebots. Dazu gehören: die schnelle Übermittlung von Inhalten wie Spielfilme, hochpersonalisierte Oberflächen mit Realtime-Kursen des persönlichen Aktien-Depots und als Videos abrufbare Nachrichten der individuellen Lieblingszeitschriften. Ein Angebot, das überzeugen würde: Laut der Befragung von EARSandEYES wäre fast die Hälfte der Nutzer (45%) bereit für solchen Content zu bezahlen. Nur 14% würden mit großer Wahrscheinlichkeit nicht bezahlen. Rund 39 DM pro Monat sind die zukünftigen Web-Inhalte den Nutzern wert, wobei die Zahlungsbereitschaft mit kostenlosem Internetzugang oder Flatrate ansteigt.

Für die Zukunft kostenpflichtiger Inhalte ist jedoch die internet-adäquate Aufbereitung des Angebots von grundsätzlicher Bedeutung, lautet ein weiteres Ergebnis der Studie. Als wichtigste Kriterien werden die Personalisierung von Inhalten (31%), eine hohe Übertragungsgeschwindigkeit (26%) und die Aktualität der Information (23%) genannt. Als wahre "Wunderwaffe" hat sich übrigens der Download entpuppt: Hier hätten die User – genau wie beim Print – das Gefühl, etwas Gekauftes in Händen zu halten. "Das steigert die Zahlungsbereitschaft."

 


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