Keine Barrieren in Gelsenkirchen

16.10.2003 – Als eines der ersten Kreditinstitute hat die Sparkasse Gelsenkirchen ihre Webseite für blinde und behinderte Menschen geöffnet. Die "Konformitätsstufe A" gemäß der Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes wurde bereits erreicht.

Als eines der ersten Kreditinstitute hat die Sparkasse Gelsenkirchen ihre Webseite für blinde und behinderte Menschen geöffnet. Die "Konformitätsstufe A" gemäß der Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes wurde bereits erreicht.

Alle Texte, Grafiken, Bilder und Buttons, die der Information und Navigation im Webangebot der Sparkasse Gelsenkirchen dienen, können jetzt von einem "Screen-Reader" (Bildschirmleser) gelesen werden. Die eingesetzte Software setzt schriftliche Zeichen in Sprache um. Der "Screen-Reader" liest vor, was die Seite bietet und welche Tastenkombination es zur Steuerung gibt. Das Navigieren ist nur mit der Tastatur und ohne Maus möglich. So können auch Menschen mit Behinderungen an Armen und Händen die Webseiten der Sparkasse nutzen.

Bei der Demonstration der schaltete die Sparkasse die Bildschirme aus: Für Blinde seien schriftliche Texte nutzlos – ebenso Bilder und Grafiken, die der Navigation dienen. Der "Probesurfer" Markus Kootz, ein blinder Mitarbeiter der Sparkasse Gelsenkirchen, kam dennoch zurecht, denn der Screen-Reader übersetzte alles in "Hörbares". Über den Lautsprecher erfuhr Kootz, was auf der Seite zu sehen und zu lesen ist und mit welchen Tastenkombinationen er navigieren kann. Sogar Verträge für Anlageprodukte könnte er abschließen. "Eine Riesenerleichterung für Blinde", urteilte Kootz.

Dem "sehenden" Nutzer bleiben diese Möglichkeiten verborgen; er wird auf der Homepage der Sparkasse davon nichts bemerken. Aber im Hintergrund hat sich viel verändert, denn der "Screen-Reader" funktioniert nur, wenn die technischen Voraussetzungen stimmen. Fast ein halbes Jahr war das Team der Sparkasse mit der Umstellung beschäftigt. "Wir hoffen, dass unsere behinderten Kunden mit dem Ergebnis zufrieden sind," so Sparkassendirektor Matthias Klein, "wir werden auf jeden Fall in Kontakt bleiben zu den Verbänden und Anregungen entgegen nehmen. Barrierefreiheit ist für uns ein ständiger Prozess."

 


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