Kundenservice im Netz mangelhaft

01.08.2001 – Tauchen beim Online-Shopping Fragen auf, bleiben Kunden mit ihrem Anliegen noch viel zu oft allein.

Tauchen beim Online-Shopping Fragen auf, bleiben Kunden mit ihrem Anliegen noch viel zu oft allein.

Kunden im Internet wünschen sich eine bessere Beratung per Telefon und eMail. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstitutes (DDV). Über zwei Drittel der Onliner halten eine individuelle Beratung per eMail für wichtig oder sehr wichtig. An zweiter und dritter Stelle der Wunschliste stehen für die Befragten die persönliche Beratung am Telefon (55 Prozent) und das Angebot, vom Unternehmen zurückgerufen zu werden (49 Prozent). „Das Angebot einer persönlichen Beratung per Telefon oder eMail ist für die Kundenbindung im Netz entscheidend. Wenn der Kunde keine entsprechenden Angebote findet, kommt er beim nächsten Mal einfach nicht wieder", sagt Bettina Höfner, Leiterin Neue Medien im DDV.

Rund die Hälfte der Befragten war schon einmal unzufrieden, weil sie zu lange in einer telefonischen Warteschleife hingen, auf ihre eMail-Anfrage nicht reagiert wurde oder die Antwort zu lange dauerte. Auch die Qualität der eMail-Auskunft wird von vielen Kunden bemängelt: 41 Prozent der Befragten hielten die Auskunft für unzureichend. Deutlich besser schneidet das Telefon ab: Nur 22 Prozent fühlten sich am Telefon schlecht beraten. „Mit der Nennung einer Kunden-Hotline oder einer eMail-Adresse ist es längst nicht getan. Der Kunde erwartet am anderen Ende eine qualifizierte und kompetente Beratung. Hier besteht offensichtlich noch ein Nachholbedarf von Seiten der Unternehmen", so Höfner.

Derzeit nutzen die Kunden im Netz zur aktiven Kontaktaufnahme in erster Linie eMail (84 Prozent) und Telefon (55 Prozent). Das Fax steht als Kommunikationsmedium mit 24 Prozent an dritter Stelle. Zwei Drittel der Internetnutzer wollten bei ihrem Kontakt mit dem Unternehmen Waren bestellen, 45 Prozent forderten gedrucktes Informationsmaterial an. Für 37 Prozent war das Abonnieren eines eMail-Newsletters Grund für die Kontaktaufnahme, und 32 Prozent wollten Banktransaktionen durchführen. Das Bedürfnis der Kunden nach individuellen Informationen ist besonders groß: An erster Stelle stehen Anfragen zu Produkten (58 Prozent) und Preisen (47 Prozent), gefolgt von Fragen zu Lieferbedingungen (39 Prozent). Fragen zum Datenschutz stellen die Onliner dagegen seltener (sieben Prozent).

Neue Technologien der Kommunikation wie Co-Browsing, Text-Chat oder Internet-Telefonie nutzen die Onliner derzeit noch sehr selten. Auch hält die Mehrheit diese Angebote für nicht wichtig. Anders ist das Bild beim so genannten Call-Back-Service. Dabei kann der Surfer per Mausklick zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Rückruf des Unternehmens anfordern. Zwar haben nur vier Prozent der Befragten diese Möglichkeit schon einmal genutzt, 49 Prozent halten diesen Service aber für „sehr wichtig" oder „wichtig" und würden sich eine solches Angebot wünschen. „Der Call-Back-Button ist ein gutes Beispiel dafür, wie Unternehmen im Wettbewerb um den Kunden effektiv und kostengünstig zusätzliche Punkte sammeln können. Hier zeigt sich wieder einmal, wie wichtig die Anbindung des Internets an die bewährten Kommunikationskanäle ist", so Höfner.

 


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