Stehen eTailern rosige Zeiten bevor?

25.07.2001 – Trotz momentaner Schwierigkeiten können die europäischen Online-Händler insgesamt hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Bis 2006 soll ihr Umsatz auf insgesamt 152 Mrd. Euro anwachsen.

Trotz momentaner Schwierigkeiten können die europäischen Online-Händler insgesamt hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Bis 2006 soll ihr Umsatz auf insgesamt 152 Mrd. Euro anwachsen.

Diese positive Entwicklung sehen zumindest die Marktforscher von in ihrer aktuellen Studie „Europe´s Online Retail Profits“. Demnach erwarten die Auguren eine Zunahme der potenziellen Bruttogewinne von derzeit 3,9 Mrd. auf gut 35 Mrd. Euro im Jahr 2006. Entsprechend kann die Branche in fünf Jahren mit kumulierten Gewinnen von insgesamt 103 Mrd. Euro rechnen.

Den Optimismus nehmen die Marktforscher trotz Dotcom-Pleiten aus dem ungebremsten Trend ins Internet und der wachsenden Kaufbereitschaft der User. Ende des letzten Jahres waren bereits 31 % der Europäer über 16 Jahre online. Zudem steige mit zunehmender Internet- und Shopping-Erfahrung die Bereitschaft der User, im Internet mehr auszugeben: Internetkäufer mit mehr als zwei Jahren "Onlinekauferfahrung" geben im Schnitt 31 % mehr Geld pro Kopf aus als Onlinekunden, die erst seit weniger als einem Jahr Käufe im Internet tätigen.

"Wenn Verbraucher Käufe in mehr und mehr Produktkategorien tätigen, gleicht sich darüber hinaus das Onlineausgabeverhalten dem Ausgabeverhalten im normalen Einzelhandel immer mehr an. Neben der Sortimenterweiterung landen durchaus höherpreisige Produkte als Bücher und Musikartikel im Warenkorb", stellt Julia Woodham-Smith, Analystin bei Forrester, fest.

Ein Vergleich der europäischen Länder zeigt, dass das Nord-Süd-Gefälle auch weiterhin erhalten bleibt. Während der Onlineumsatz in der Schweiz, Deutschland, Großbritannien und Skandinavien im Jahr 2006 mehr als 8 % des Einzelhandelsumsatzes im jeweiligen Land ausmacht, liegt der über das Internet erzielte Umsatz in Österreich, Frankreich, Irland, Finnland und den Beneluxländern nur zwischen 4 % und 8 %. Verbraucher im Süden Europas zeigen sich zurückhaltender im Online-Shopping, so dass jeweils weniger als 4 % der Einzelhandelsumsätze im Jahr 2006 in Portugal, Spanien, Italien und Griechenland online erzielt werden.

Es zeigt sich, dass in Kategorien mit hohem Bruttogewinn und geringem Angebot, wie dem Bereich Gesundheit und Kosmetik, noch nicht ausgeschöpfte Chancen in Europa liegen. Pleiten bei reinen Onlinefirmen im Bereich Gesundheit und Kosmetik schufen eine Angebotslücke für traditionelle Händler, die sich über das Internet bis 2006 einen kumulierten Bruttogewinn von 3 Mrd. Euro sichern können. Produktkategorien mit niedrigem Bruttogewinn und großem Angebot, wie z. B. Musik und Bücher, zeichnen sich durch hohen Wettbewerb aus, und eine weitere Konsolidierung wird bestimmend sein.

Erfolgreich im Internet verkaufen werden laut Forrester aber nur diejenigen Händler, die sich frühzeitig auf ausgewählte Produktkategorien spezialisieren und ihr Angebot regional, auf einzelne Länder ausrichten.

 


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