Suno am Ende: Downloads werden limitiert

Suno verändert sein Geschäftsmodell deutlich. Während Nutzer bislang vor allem durch ein monatliches oder jährliches Abonnement Zugang zu den Funktionen der KI-Musikplattform erhielten und das über verwendete Credits abgerechnet wurde, sollen ab dem 3. September zentrale Funktionen stärker begrenzt werden. Besonders deutlich zeigt sich das bei den Downloads. Wo man bisher mit einem Pro Account und 2.500 Credits umgerechnet etwa 250 Musikstücke pro Monat generieren und auch herunterladen konnte, darf man künftig nur 20 Lieder herunterladen und nutzen.

Suno Oberfläche
Suno Oberfläche

Für viele zahlende Nutzer bedeutet das: Das bisherige Prinzip „Abo bezahlen und die enthaltenen Funktionen nutzen“ wird teilweise durch ein Modell ersetzt, bei dem Nutzungslimits, Credits und zusätzliche Käufe eine immer größere Rolle spielen.

Nur noch 20 Downloads für Pro-Nutzer

  • Nach der angekündigten Änderung gelten künftig feste Download-Limits.
  • Free-Nutzer erhalten insgesamt lediglich sieben Test-Downloads. Diese werden nicht monatlich zurückgesetzt, sondern stehen nur einmalig zur Verfügung.
  • Pro-Abonnenten dürfen künftig 20 Songs pro Monat herunterladen. Premier-Nutzer erhalten 60 Downloads monatlich.
  • Wer darüber hinaus weitere Dateien herunterladen möchte, soll zusätzliche Downloads kaufen können.
  • Eine Ausnahme gibt es für Premier-Nutzer, die Suno Studio verwenden. Innerhalb dieser professionellen Produktionsumgebung sollen Downloads von Stems und Samples weiterhin ohne entsprechendes Limit möglich sein.
  • Damit wird eine bislang selbstverständliche Funktion des kostenpflichtigen Dienstes zu einer begrenzten Ressource.

Das Abo allein reicht künftig nicht mehr unbedingt aus

Besonders problematisch ist die Änderung für Nutzer, die bereits ein Jahresabonnement abgeschlossen und im Voraus bezahlt haben. Sie haben ihre Kaufentscheidung unter den bisher geltenden Bedingungen getroffen. Ab dem 3. September wird der Leistungsumfang jedoch während der laufenden Vertragszeit verändert.

Wer beispielsweise regelmäßig zahlreiche mit Suno erzeugte Songs herunterlädt, konnte dies bislang im Rahmen seines Abonnements tun. Zukünftig kann derselbe Nutzer trotz weiterhin bestehendem kostenpflichtigem Abo an ein monatliches Download-Limit stoßen.

Ist dieses erreicht, bleiben im Wesentlichen drei Möglichkeiten: auf den nächsten Monat warten, einen teureren Tarif beziehungsweise Suno Studio verwenden oder zusätzliche Downloads kaufen.

Damit entwickelt sich Suno zunehmend von einem klassischen Abonnementmodell hin zu einem Modell, bei dem neben der eigentlichen Generierung auch die weitere Nutzung der erstellten Inhalte stärker über Kontingente gesteuert wird.

Credits, Limits und Zusatzkäufe

Suno arbeitet bereits bei der Musikgenerierung mit einem Credit-System. Je nach Tarif steht Nutzern eine bestimmte Anzahl an Credits zur Verfügung, die für die Erzeugung neuer Musik eingesetzt werden. Mit den neuen Download-Limits wird dieses Prinzip nun auf einen weiteren wichtigen Teil der Plattform ausgeweitet.

Das ist ein entscheidender Unterschied: Nicht mehr nur die Generierung neuer Songs ist begrenzt. Auch der Export bereits erzeugter Musik wird zu einer limitierten Leistung. Dabei macht Suno ausdrücklich deutlich, dass die neuen Grenzen auch für bereits bestehende Songs gelten.

Wer also möglicherweise hunderte Titel in seiner Bibliothek hat, kann diese weiterhin innerhalb von Suno anhören und teilen. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle diese Songs künftig ohne Einschränkungen heruntergeladen werden können.

Die Download-Limits gelten ab dem 3. September auch für Musik, die lange vor dieser Änderung erstellt wurde.

Die eigene Bibliothek bleibt – der Zugriff darauf verändert sich

Suno betont in seiner Ankündigung, dass keine Songs gelöscht werden. Alle bereits erzeugten Titel sollen weiterhin in der persönlichen Bibliothek verfügbar sein. Sie können abgespielt, geteilt und teilweise auch als Grundlage für Cover oder Remixe verwendet werden.

Das Kernproblem liegt daher nicht im Verlust der Songs selbst. Es geht um die Frage, was ein Nutzer mit seiner eigenen Bibliothek außerhalb von Suno machen kann.

Gerade für Musiker, Content-Produzenten, YouTuber, Entwickler oder andere professionelle Anwender ist der Download keine nebensächliche Komfortfunktion. Er ist die Voraussetzung dafür, das erzeugte Material anschließend in einer DAW zu bearbeiten, Videos zu vertonen, Songs zu veröffentlichen, Inhalte zu archivieren oder sie auf anderen Plattformen einzusetzen.

Ein Song, der nur innerhalb der Suno-Plattform abgespielt werden kann, hat für solche Nutzer einen deutlich geringeren praktischen Wert.

Suno begründet die Einschränkungen mit Missbrauch

Suno selbst begründet die neuen Limits mit dem Schutz eines gesunden Musik-Ökosystems. Nach Angaben des Unternehmens sollen Download-Beschränkungen verhindern, dass sogenannte „bad actors“ große Mengen KI-generierter Musik massenhaft exportieren. Die Plattform wolle damit stärker auf „intentional music creation“, also bewusstes und gezieltes Musikschaffen, setzen.

Die Argumentation ist nachvollziehbar: KI-Plattformen können theoretisch innerhalb kurzer Zeit enorme Mengen an Musik erzeugen. Wird diese Musik anschließend automatisiert heruntergeladen und auf Streaming-Plattformen verteilt, entstehen sowohl wirtschaftliche als auch qualitative Probleme. Und das wird auch gemacht. Es gibt Millionen von Songs in den Audiostreaming Diensten und die meisten sind wirklicher KI-Schrott.

Besonders ärgerlich für Jahresabonnenten

Für monatlich zahlende Nutzer ist die Situation vergleichsweise einfach. Sind sie mit den neuen Bedingungen nicht einverstanden, können sie ihr Abonnement kündigen und wechseln.

Bei Jahresabonnements sieht das anders aus. Hier wurde häufig bereits der gesamte Preis für zwölf Monate im Voraus bezahlt. Die Leistung, die während dieser zwölf Monate angeboten wird, verändert sich nun nachträglich.

Wer sein Jahresabo beispielsweise im Frühjahr abgeschlossen hat, konnte bei Vertragsabschluss davon ausgehen, die damals vorhandenen Funktionen während der gesamten Laufzeit nutzen zu können.

Nun führt Suno mitten innerhalb solcher Vertragslaufzeiten neue Beschränkungen ein. Das dürfte insbesondere bei europäischen Kunden die Frage aufwerfen, ob eine solche wesentliche Änderung eines bereits bezahlten digitalen Dienstes ohne ein entsprechendes Kündigungs- oder Erstattungsrecht zulässig ist.

Kommerzielle Rechte bleiben nach Angaben von Suno erhalten

Eine wichtige Einschränkung betrifft nicht unmittelbar die kommerziellen Rechte. Suno erklärt, dass Songs, die während eines kostenpflichtigen Abonnements heruntergeladen werden, weiterhin kommerziell genutzt werden dürfen.

Damit verändert Suno zunächst nicht grundsätzlich das Versprechen, dass zahlende Nutzer ihre heruntergeladenen Werke beispielsweise für kommerzielle Projekte einsetzen können. Allerdings entsteht ein neuer Engpass davor: Ein Song muss zunächst heruntergeladen werden können. Das kommerzielle Nutzungsrecht hilft wenig, wenn ein Nutzer sein monatliches Download-Kontingent bereits ausgeschöpft hat und für weitere Exporte erneut bezahlen muss.

Von „Credits für Generierung“ zu „Credits für Nutzung“

Die grundsätzliche Entwicklung dürfte vielen Nutzern bekannt vorkommen. Digitale Dienste beginnen häufig mit einem relativ einfachen Abo-Modell. Mit zunehmender Professionalisierung werden Funktionen anschließend immer feiner aufgeteilt.

Aus einem Abonnement werden verschiedene Tarife. Aus unbegrenzten Funktionen werden Kontingente. Aus Kontingenten entstehen Zusatzkäufe. Suno bewegt sich mit seiner neuen Download-Strategie deutlich in diese Richtung, wenn auch getrieben von Klagen und Pflicht-Kooperationen mit Musikkonzernen.

Bisher waren Credits hauptsächlich die Währung für die Erzeugung neuer Musik. Künftig könnte der Wert eines Suno-Abonnements zunehmend davon abhängen, wie viele einzelne Aktionen innerhalb des Ökosystems noch im jeweiligen Tarif enthalten sind. Damit verändert sich auch die Wahrnehmung des Produkts. Ein Pro-Abonnement bedeutet nicht mehr zwangsläufig, dass ein Nutzer seine mit diesem Dienst erzeugte Musik ohne weitere Einschränkungen exportieren kann.

Fazit: Suno wird restriktiver

Die angekündigten Änderungen markieren einen deutlichen Einschnitt in die bisherige Nutzung von Suno. Das Unternehmen löscht (noch) keine bestehenden Songs und nimmt Nutzern nach eigener Darstellung auch nicht grundsätzlich ihre kommerziellen Rechte. Dennoch wird eine zentrale Funktion erheblich eingeschränkt: der Download.

Gerade die Begrenzung auf 20 Downloads pro Monat im Pro-Tarif dürfte für aktive Nutzer schnell spürbar werden. Noch kritischer ist, dass die Beschränkung auch auf bereits zuvor erzeugte Songs angewendet werden soll und damit Kunden betrifft, die ihr Jahresabonnement unter anderen Bedingungen abgeschlossen haben.

Suno bezeichnet die Maßnahme als Schutz vor massenhaftem Export und als Schritt hin zu bewussterem Musikschaffen. Für Nutzer sieht die Realität jedoch einfacher aus:

Eine bislang normale Funktion wird limitiert. Wer sie häufiger benötigt, muss künftig entweder mit dem Kontingent auskommen, einen höherwertigen Dienst nutzen oder zusätzlich bezahlen.

Damit wird aus dem bisherigen Suno-Abo zunehmend ein System aus Abonnement, Credits, Nutzungslimits und Zusatzkäufen. Ist es das noch wert, zumal die Qualität von Suno auch nachlässt und die Copyright Schranke, sogar bei selbst komponierten Texten und Melodien aufploppt? Sind wir mal ehrlich.

Suno ist schon seit ein paar Monaten eigentlich nicht mehr zu gebrauchen.

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