06.08.2001 – Zwar soll der Markt für mobile Internetanwendungen in Zukunft stark wachsen, doch der Status Quo erweist sich eher als bescheiden.
Zwar soll der Markt für mobile Internetanwendungen in Zukunft stark wachsen, doch der Status Quo erweist sich eher als bescheiden.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Management- und IT-Beratung in Zusammenarbeit mit dem französischen Forschungsinstitut IDATE. Demnach bieten zurzeit lediglich ein Drittel aller europäischen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern mobile Internetanwendungen mittels WAP, SMS oder mobilem Zugriff auf das Firmennetzwerk über Laptop und GSM-Verbindung an. Dieser Anteil soll jedoch in naher Zukunft auf 50 Prozent anwachsen.
Insgesamt dominiert bei der mobilen geschäftlichen Kommunikation immer noch die Sprachübertragung. WAP-fähige Mobiltelefone stehen bislang meist nur hochrangigen Managern zur Verfügung. Insgesamt besitzt nur einer von 24 Angestellten ein derartiges Gerät. Darüber hinaus nutzen weniger als die Hälfte (42 Prozent) der Unternehmen, die WAP-Funktionen zur Verfügung haben, diese für spezifische Datenanwendungen. WAP wird vor allem für grundlegende Anwendungen wie Nachrichtenübertragung, Terminplanabstimmung oder den Zugriff auf das Intranet genutzt. Anwendungen wie Fern-Wartung, Kundenbeziehungsmanagement (CRM), Enterprise Resource Planning (ERP) oder Flottenverwaltung sind nur in wenigen Unternehmen implementiert. Die Diskrepanz zwischen dem Vorhandensein von WAP-Handys und der relativ geringen Nutzung der Fähigkeiten der Geräte lässt sich wohl damit erklären, dass gerade das Top Management weniger aus geschäftlichen als aus Prestigegründen mit diesen Geräten ausgestattet wird, kommentiert Michael Schwalbach, zuständig für die strategische Mobile Internet-Beratung innerhalb der Telco und Medien Einheit bei Cap Gemini Ernst & Young.
In der Umsetzung von mobilen Geschäftsprozessen zeigt sich in Europa ein unterschiedliches Bild. Während 48 Prozent der deutschen Unternehmen entsprechende Dienste ermöglichen, hinken die südeuropäischen Länder Spanien, Italien, Griechenland und Portugal mit nur 20 Prozent deutlich hinterher. Europaweit sind es 34 Prozent, die mobile Internetlösungen anbieten, 13 Prozent planen derartige Angebote und für 53 Prozent der Unternehmen ist dies derzeit kein Thema. Von der Implementierung mobiler Internetlösungen versprechen sich die Firmen vor allem eine Vereinfachung und Beschleunigung des Informationsaustausches.
Den Erwartungen der Unternehmen stehen auch eine Reihe von Bedenken gegenüber. Diese betreffen vor allem die Gerätetypen, die Datenübertragungsraten, die Tarifgestaltung und Kosten sowie Sicherheit.
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