Google Adsense Werbung und Affiliate Marketing kannten wir bisher nur von Webseiten, aber jetzt greift Google über sein Videoportal YouTube nach weiteren Einnahmemöglichkeiten. Seit September 2026 wird das so genannte YouTube Shopping-Affiliate-Programm in Deutschland ausgerollt. Bewerben Influencer / YouTube Content Creators bestimmte Produkte, können nun Produkte direkt in Videos, Shorts und Livestreams markiert werden und Zuschauer über Direktlinks diese kaufen. Der Kanalinhaber erhält dann eine Provision bei getätigten Verkäufen.

Ja neu ist das Prinzip nicht. Kennen wir vom klassischen Affiliate-Marketing, wie über entsprechende Partnerprogramme. Das gibt es schon seit über 25 Jahren und wir haben auch den einen oder anderen Klick seit 1998 zu einem Werbepartner hier bei ECIN verbaut. Auch bei YouTube haben die Inhaltinhaber seit Jahren ihre Links verbaut, aber bisher nur irgendwo in der Videobeschreibung. Jetzt wird alles anders: Produkte werden direkt mit dem YouTube-Inhalt verknüpft und können den Zuschauern während der Nutzung angezeigt werden.
Was ist das YouTube Shopping Affiliate-Programm?
Nach eigenen Angaben hatten allein im Juni 2026 mehr als 25 Millionen angemeldete Nutzer in Deutschland shoppingbezogene Suchanfragen auf YouTube angesehen. Kein Wunder, dass das Videoportal das monetarisieren will. Beim YouTube Shopping-Affiliate-Programm empfehlen Kanalinhaber / Creator Produkte anderer Unternehmen. Wer beispielsweise in seinem Video ein Fahrrad zeigt oder das neueste Smartphone von Hersteller xy, kann die entsprechenden Produkte direkt bei YouTube taggen.
Zuschauer können sich anschließend Informationen zum Produkt ansehen und zum jeweiligen Händler wechseln. Wird dort ein qualifizierter Kauf durchgeführt, erhält der Creator eine Provision. Verwaltung, Auswertung und Einnahmen laufen weitgehend über YouTube Studio.
Aktuell konnte YouTube diese Händler für sein Angebot aquirieren:
- OTTO
- MediaMarktSaturn
- Kaufland
- ABOUT YOU
- Shop-Apotheke
- Tchibo
- Bonprix
- Home24
- Thalia
- XXXLutz
Die Auswahl dürfte sich künftig weiter verändern und erweitern. Welche Händler und Produkte für den eigenen Kanal tatsächlich verfügbar sind, lässt sich direkt im Shopping-Bereich von YouTube Studio prüfen. Logisch: So was wie Amazon fehlt, hat doch der Shoppinggigang ein eigenes Affiliate Programm.
Welche Voraussetzungen müssen Creator erfüllen?
Nicht jeder darf dabei sein. Es gibt ein paar Einschränkungen:
- der Kanal muss schon am YouTube-Partnerprogramm teilnehmen
- kein Kanal der für Kinder erstellt wurde
- auch für reine Musikkanäle gibt es Einschränkungen
Wer prüfen möchte, ob er bereits teilnehmen kann, sollte in YouTube Studio unter dem Punkt Einnahmen > Tab Shopping nachsehen. Dort erscheint bei berechtigten Kanälen die Möglichkeit, sich für das Shopping-Affiliate-Programm anzumelden.

So meldest du dich für YouTube Shopping Affiliate an
Ist dein Kanal freigeschaltet, erfolgt die Registrierung direkt über YouTube Studio. Dort öffnest du den Bereich Einnahmen und suchst nach dem Affiliate- beziehungsweise Shopping-Programm. Anschließend müssen die Teilnahmebedingungen akzeptiert werden. Danach können passende Produkte in den eigenen Inhalten markiert werden.
Besonders interessant ist der sogenannte Affiliate-Hub innerhalb von YouTube Studio. Dort können Creator teilnehmende Händler, Produkte und verfügbare Provisionsraten ansehen. YouTube zeigt dort teilweise auch spezielle Kampagnen oder erhöhte Provisionsangebote an.
Wie werden Produkte in einem Video markiert?
Ein Beispiel: Du veröffentlichst ein Video mit dem Titel „Die beste Kaffeemaschine unter 500 Euro im Test“. Wenn ein im Video vorgestelltes Modell bei einem teilnehmenden Händler verfügbar ist, kannst du dieses Produkt über YouTube Shopping dem Video zuordnen. Der Zuschauer sieht die Produktempfehlung anschließend direkt im Zusammenhang mit deinem Inhalt und kann zum Händler wechseln.
Keine Frage, das ganze läuft auch mittels KI-Funktionen. Laut YouTube können Produkte, die in Videos gezeigt werden, automatisiert erkannt und beim Tagging vorgeschlagen werden. Produkte können zudem nachträglich mehreren bereits vorhandenen Videos zugeordnet werden. Das ist besonders interessant für Creator mit einem größeren Videoarchiv.
Wie hoch ist die Provision?
Eine einheitliche YouTube-Affiliate-Provision gibt es nicht. Anders als bei z.b. Amazon wo Produkte und Verkäufe gestaffelt sind, sieht das bei YouTube etwas anders aus. Denn hier bestimmen die teilnehmenden Händler selbst, welche Provision sie für bestimmte Produkte oder Angebote zahlen. Die Höhe kann sich deshalb je nach Shop, Marke, Produkt und Kampagne unterscheiden. Die aktuelle Profisionsrate wird in YouTube Studio angezeigt.
Wichtig ist dabei: Maßgeblich ist laut YouTube die Provisionsrate zum Zeitpunkt des tatsächlichen Kaufs. Sie kann sich also zwischen dem Tag, an dem ein Produkt einem Video hinzugefügt wurde, und dem späteren Kauf verändern.
Wann wird die Provision ausgezahlt?
Die Auszahlung erfolgt nicht sofort nach dem Kauf. YouTube wartet zunächst mögliche Rückgaben, Stornierungen oder Erstattungen ab. Nach den derzeitigen Angaben können Affiliate-Provisionen 60 bis 120 Tage nach dem Kauf über AdSense für YouTube ausgezahlt werden. Wird das Produkt zurückgegeben, entfällt die Provision.
Das kennt man auch von anderen Affiliate-Partnerprogrammen. Aber das sollten Videoproduzenten wissen. Denn das ist ein wesentlicher Unterschied zu klassischen Werbeeinnahmen auf YouTube. Affiliate-Einnahmen sollte man daher nicht unmittelbar nach einem Verkauf als endgültig verbucht betrachten.
Was passiert, wenn der Käufer ein anderes Produkt bestellt?
Laut YouTube kann ein YouTuber unter bestimmten Voraussetzungen auch dann eine Provision erhalten, wenn der Zuschauer zunächst auf ein getaggtes Produkt klickt, beim Händler anschließend aber ein anderes Produkt kauft. Welche Vergütung tatsächlich anfällt, hängt von den jeweiligen Händler- und Angebotsbedingungen ab.
Ist YouTube Shopping besser als ein normaler Affiliate-Link?
Normale Affiliate-Links verschwinden dadurch nicht. Viele Content-Creator werden vermutlich weiterhin beispielsweise Amazon PartnerNet, Awin oder eigene Partnerprogramme nutzen. Der Vorteil ist: Der Zuschauer muss nicht erst die Beschreibung öffnen, dort einen Link suchen und anschließend den Shop aufrufen. Wie gut das System für einen einzelnen Kanal funktioniert, dürfte stark von Thema, Zielgruppe und Kaufabsicht der Zuschauer abhängen.
WEr damit etwas fremdelt: Es ist ähnlich zu Amazon Prime und sein Streaming Angebot, wo beispielsweise bei bestimmter Werbung auch Direktkäufe via Amazon eingeblendet werden.
Für welche YouTube-Kanäle ist das besonders interessant?
Naheliegend richtet sich das YouTube Shopping Affiliate-Programm für Kanäle, die sich mit Techniktests, Beauty, Mode, Heimwerken, Einrichtung, Kochen, Fitness oder Produktempfehlungen befassen. Ein Kanal mit Smartphone-Reviews könnte etwa MediaMarktSaturn-Produkte verknüpfen. Ein Einrichtungskanal könnte Produkte von Home24 oder XXXLutz empfehlen, während Mode-Creator beispielsweise Angebote von ABOUT YOU einsetzen könnten.
Interessant sind aber auch kleinere Nischenthemen. Wer sehr gezielt ein konkretes Problem löst – etwa „Welche Kamera eignet sich für YouTube?“ – kann unter Umständen eine deutlich höhere Kaufabsicht erreichen als ein Kanal mit Millionen Unterhaltungsklicks. Die richtige Zielgruppe im richtigen Moment ist häufig wichtiger.
Lohnt sich YouTube Shopping Affiliate?
Das Programm macht YouTube für Creator interessanter, die ihre Inhalte bereits mit Produktempfehlungen monetarisieren. Besonders attraktiv ist, dass Videos nicht zwingend neu produziert werden müssen. Wer bereits geeignete Produkttests und Tutorials veröffentlicht hat, kann prüfen, ob sich passende Produkte nachträglich taggen lassen.
Aber: Wie bei jedem Affiliate-Modell müssen mehrere Dinge zusammenkommen: Menschen müssen das Video finden, dem Creator vertrauen, auf ein Produkt klicken und anschließend tatsächlich kaufen. Gerade deshalb könnte YouTube Shopping für kleinere spezialisierte Kanäle interessant werden. Aber ob YouTube Shopping klassische Affiliate-Links ersetzen kann, muss sich erst zeigen. Als zusätzliche Monetarisierungsmöglichkeit ist die Funktion aber definitiv einen genaueren Blick wert.
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