Datenökonomie in der Immobilienbranche: Gezielter Datenaustausch zwischen Kunden und Maklern

Das Münchner Technologieunternehmen itsmydata unterstützt Maklerunternehmen dabei, Systeme für den sicheren und transparenten Austausch von personenbezogenen Daten aufzubauen.

Strengere rechtliche Rahmenbedingungen, wachsende Konkurrenz, Geschäft geht an den Maklerunternehmen vorbei sowie ein disruptiver Markt mit hoher Nachfrage, hohen Preisen und hohen Zinsen: Für Immobilienmakler könnten die Zeiten wirklich leichter sein. Daher ist es umso wichtiger, dass Maklerunternehmen innovative Strukturen schaffen, um sich diesen Herausforderungen zu stellen und die Komplexität des Marktes zu reduzieren.

Eine Lösung für diese neue Welt ist die konsequente Hinwendung zur Datenökonomie. „Daten gelten als die neue Währung des 21. Jahrhundert, und im Zeitalter der Internet-basierten Digitalökonomie und Informationsgesellschaft bedeuten Daten immer auch die Möglichkeit die tatsächlichen Bedürfnisse des Kunden zu verstehen“, sagt Alexander Sieverts von itsmydata. Das Münchner Technologieunternehmen strebt eine faire Datenökonomie an und unterstützt in diesem Zusammenhang Bürgerinnen und Bürger und Maklerunternehmen bei dem sicheren und transparenten Austausch von personenbezogenen Daten.

Ein Beispiel dafür ist Lütt Immobilien GmbH aus Kiel. Das Unternehmen hat die Plattform „www.mieterclub.de“ entwickelt. Durch die Exklusivität der kostenpflichtigen Plattform haben Mietinteressenten die Möglichkeit, alle verfügbaren Wohnungen und Häuser vor der Veröffentlichung bei den Maklern und auf den Immobilienportalen zu sehen – also bevor sich lange Schlangen bei den Besichtigungen bilden, betont Geschäftsführerin Astrid Lütt. „Immobiliensuchende können sich beim www.mieterclub.de registrieren und erhalten damit als erste Mietangebote von ausgewählten Maklern und Vermietern.“

Die größte Herausforderung für die Administration einer Plattform wie www.mieterclub.de ist die Handhabung von personenbezogenen Daten beziehungsweise die Übertragung von sensiblen Informationen der Mietinteressenten an den Anbieter. Dazu gehört laut itsmydata-Co-Founder Dr. Michael Giese beispielsweise die Bonität. „Das ist ein wesentlicher Aspekt im Vermietungsgeschäft. Eigentümer wollen ihre Immobilien an diejenigen vermieten, die über eine gute Bonität verfügen, um auf diese Weise das Risiko von Mietausfällen maßgeblich zu reduzieren.“ itsmydata hat zu diesem Zweck das Bonitätszertifikat entwickelt. Es fasst die Bonitäts-Scores von bis zu vier Auskunfteien (Boniversum, Schufa, Infoscore, CrifBürgel) zusammen. Lütt Immobilien setzt diese Funktion bei www.mieterclub.de ein, um den Abschluss von Mietverhältnissen zu erleichtern.

Das Bonitätszertifikat sei aber nur der Einstieg in die Datenökonomie, betont Alexander Sieverts. „Immobilienunternehmen verfügen häufig über viele Informationen über ihre Kundinnen und Kunden, beispielsweise zu Beruf und Einkommen, Familienverhältnissen und Wohnwünschen. Durch eine dauerhafte Sammlung und professionelle Nutzung dieser und anderer Daten ist es möglich, eigene Dienstleistungen noch besser zu positionieren.“ Im Fokus stehe die Frage für Unternehmen: Welche zusätzlichen Services möchten wir anbieten, was müssen wir dafür wissen und wie erhalten wir diese Daten?

Das itsmydata-Ökosystem basiert auf der Analyse, welche Daten Maklerunternehmen wirklich brauchen. Wenn das geklärt sei, gehe es darum, die Kundinnen und Kunden davon überzeugen, diese Daten auch mit dem Unternehmen zu teilen. Das gelingt nur durch die Zustimmung der Kundinnen und Kunden, die sich jederzeit widerrufen lässt. itsmydata hat dazu eine Consent Engine entwickelt. Das meint eine Verwaltungsplattformen für User und Unternehmen, um die Einwilligungsentscheidungen der Nutzerinnen und Nutzer rechtlich zu dokumentieren und zu verwalten, bevor sie Nutzerdaten sammeln und verwerten. itsmydata setzt diese Consent Engine individuell für Immobilienmakler auf, um den jeweiligen persönlichen Ansprüchen gerecht zu werden und alle rechtlichen Pflichten zu erfüllen. Der Vorteil: Die User bleiben in der itsmydata-Consent Engine immer in der Verantwortung für ihre Daten. Das erhöht die Transparenz.

Konkret bedeutet das Alexander Sieverts zufolge, dass Immobilienunternehmen zum Beispiel proaktiv auf Kundinnen und Kunden zugehen können, bei denen eine Veränderung der Lebenssituation ansteht, um einfacher zu einem spezifischen Zeitpunkt bei Einkauf und/oder Verkauf tätig zu werden. „Das kann zum Beispiel der Auszug der Kinder sein, wodurch sich eine Verkleinerung der Wohnverhältnisse anbieten könnte. Immobilienmakler können dann proaktiv entsprechende Angebote formulieren – aber eben nur, wenn sie diese Informationen von ihren Kundinnen und Kunden überhaupt systematisch erhalten.“

Entscheidend dabei sei, dass die Kundinnen und Kunden im Sinne der Datensouveränität immer die Hoheit über ihre Daten erhielten. Kernbegriff ist die Datensouveränität: „Datenhoheit bedeutet für den Einzelnen und jede Organisation also, selbst zu entscheiden, wer wann und wo welche Daten finden, verwenden und weitergeben darf. Das soll den Datenmissbrauch durch Dritte einschränken und die persönliche Freiheit und Unabhängigkeit erhöhen“, erklärt Dr. Michael Giese.

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