ECIN - Magazin für E-Commerce, IT und Marketing

Alles Google, oder was?

15.01.2003 - Geradezu kometenhaft verlief in den letzten beiden Jahren der Aufstieg von Google zur unangefochtenen Suchmaschine Nr.1 im Web. Einstige Marktführer wie AltaVista oder Lycos wurden im Schnellverfahren abgehängt und spielen heute nur noch untergeordnete Rollen. Doch mehren sich die Zeichen, dass auch Google schon bald Ungemach ins Haus stehen könnte.

ECIN Home | Aktuell | Spotlight | Januar 2003

Alles Google, oder was?

Geradezu kometenhaft verlief in den letzten beiden Jahren der Aufstieg von Google zur unangefochtenen Suchmaschine Nr.1 im Web. Einstige Marktführer wie AltaVista oder Lycos wurden im Schnellverfahren abgehängt und spielen heute nur noch untergeordnete Rollen. Doch mehren sich die Zeichen, dass auch Google schon bald Ungemach ins Haus stehen könnte.

Im September 1998 als Beta-Version gestartet und ein Jahr später als kommerzielle Website im Web platziert, kann Google heute auf eine Erfolgsstory sonder gleichen verweisen. Während es um viele andere eCompanies inzwischen verdächtig ruhig geworden ist, steht der Suchmaschinen-Primus heute mehr denn je im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. So bringt es die von Larry Page und Sergei Brinn gegründete Suchmaschine laut Webhits.de derzeit auf einen Marktanteil von ca. 60 Prozent. Die Anzahl der Suchanfragen, die von Google beantwortet werden liegt eigentlich noch höher, da Portale wie AOL, Yahoo oder Web.de auf die Suchergebnisse des Marktführers zurückgreifen - selbstverständlich gegen Entrichtung entsprechender Gebühren.

So darf getrost davon ausgegangen werden, dass sich auch die wirtschaftlichen Erfolge von Google durchaus sehen lassen können. Obgleich das Unternehmen auf die Veröffentlichung finanzieller Details verzichtet, gehen Analysten für das vergangene Jahr von gut 50 bis 100 Millionen US$ Umsatz bei einer Gewinnmarge von 30 Prozent aus. Erträge, von denen die noch am Markt befindlichen Wettbewerber vermutlich nur träumen können.

Vieles scheint bei Google dabei nach dem Motto „weniger ist mehr“ abzulaufen: Bannerwerbung, Flasheffekte oder anderen virtuellen „Schnickschnack“ sucht man auf der Website vergebens. So misst die deutsche Startseite gerade einmal 16Kb und Werbung ist nur in Form von klar gekennzeichneten Sponsoren-Links zu finden. Und so ganz „nebenbei“ spuckt die Suchmaschine dann auch noch qualitativ sehr hochwertige und vor allem ‚massenkompatible’ Ergebnisse aus. Ermöglicht wird das durch auf Link Popularität basierende Suchalgorithmen. Mittlerweile versuchen die meisten anderen Suchmaschinen dieses Erfolgsrezept so gut es geht zu kopieren - doch wann schon ist eine Kopie wirklich besser als das Original?

Längst verlässt sich Google nicht mehr einzig und allein auf seine erfolgreiche Suchmaschine, sondern vertreibt mit seiner „Google Search Appliance“ auch eine integrierte Hardware- und Softwarelösung für Unternehmen. Darüber hinaus arbeitet man mit Google News (Newsservice) und Froogle (Shop-Suchmaschine) an neuen Online-Produkten. Und wenn es nicht gerade um die Umsatzzahlen geht, ist man im Unternehmen überaus auskunftsfreudig: Wer wissen will, woran derzeit bei Google gearbeitet wird, findet auf dem „Technologie Spielplatz“ Google Labs einige aktuelle Projekte.

Allerdings mehren sich inzwischen die Anzeichen dafür, dass auch Googles permanenter Marktexpansion Grenzen gesetzt sein könnten. So dürfte man die Nachricht, dass Yahoo (einer der bisher größten Kunden) unlängst den ehemaligen Konkurrenten Inktomi aufgekauft hat, am Google-Hauptsitz in Mountain View Kalifornien mit äußerst gemischten Gefühlen aufgenommen haben.

Bereits bei der Erneuerung der bisherigen Kooperationsvereinbarung zwischen den beiden Unternehmen im Oktober 2002 „verzichtete“ Yahoo auf die exklusive Lieferung von Google-Ergebnissen und bezahlt nur noch einen festgelegten Betrag pro Anfrage. Aber auch dieses Modell brachte Google im Jahr zuvor immerhin noch 7,1 Millionen US$ ein. Laut Jason Kellerman, CEO von LookSmart, dürfte eine Beendigung dieser Kooperation kurz bevorstehen. Seiner Meinung nach ist Google für Yahoo zu groß geworden. Er schätzt, dass allein AOL, Yahoo und MSN bis dato rund 40 Prozent ihrer Suchanfragen an den populären Suchservice abtreten mussten. Doch auch wenn mit FAST, WiseNut oder Teoma heute leistungsstarke Alternativen bereit stehen, führt derzeit noch immer kein Weg an Google vorbei.

Autor: Matthias Robben

Über Anregungen und Kritik freut sich die Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 


Zum gleichen Thema:

Google: Profitabilität im Eiltempo13.12.2002 - Produktsuchmaschine von Google
Google: Profitabilität im Eiltempo28.11.2002 - Google AdWords: Neuer Stern am Werbehimmel!
Google: Profitabilität im Eiltempo24.09.2002 - Google setzt auf eigenen News-Service
Google: Profitabilität im Eiltempo15.04.2002 - Google-Suchtechnik für eigene Applikationen
Google: Profitabilität im Eiltempo04.10.2002 - Google: Profitabilität im Eiltempo


Mehr News | Spotlights zum Thema 'Google'


... zum Archiv