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Freemail-Anbieter: Bedeutet Verschlüsselung absolute Sicherheit?

Freemail-Anbieter wie GMX.de und Web.de erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit. Immer seltener entdeckt man eine E-Mail Addresse, die nicht mit den Kürzeln dieser beiden und anderer Freemail Anbieter endet. Freemail bedeutet im größten Sinne die Möglichkeit E-Mails zu senden und zu empfangen, ohne dafür monatlich bezahlen zu müssen. In einigen Fällen ist zudem Online-Speicherplatz inbegriffen. Seit mehreren bekannten Datenleaks und Veröffentlichungen wie zum Beispiel den NSA-Vorfällen fragt man sich jedoch immer öfter eines: Wie sicher sind kostenlose Anbieter wie auch Freemail-Anbieter wirklich?

Sicherheit und Verschlüsselung
 
Vermutlich auch beeinflusst durch die oben genannten Vorfälle und dem daraus resultierenden Verlangen des Nutzers nach Sicherheit zeichnet sich ein Trend ab. Freemail-Anbieter präsentieren nun öfter ihre angebotenen Sicherheitsstandards. GMX zum Beispiel bietet eine optionale PGP-Verschlüsselung. Diese hat das Ziel, den gesendeten Text nur lesbar für Sender und Empfänger zu machen. Web.de bietet diese Art der Verschlüsselung auch an. Doch warum gibt es trotz mehr Sicherheitsmaßnahmen vonseiten der Anbieter trotzdem noch Diskussionen bezüglich der Sicherheit des Verbrauchers?
 
Nutzer als Produkt
 
Dies ist vor allem dem Fakt geschuldet, dass im Internet oft die folgende Regel gilt: Wenn das Produkt kostenlos ist, bist du das Produkt. Mit Werbung fängt dieses Unternehmensmodell an, Werbung wird auf den Verbraucher zugeschnitten, basiert z.B. auf Google-Suchen oder Facebook Interessen. Dasselbe Prinzip lässt sich jedoch teilweise auf Freemail-Anbieter anwenden. Der Zugriff auf persönliche Daten ist in der Europäischen Union im Vergleich zu den USA zwar wesentlich eingeschränkt, jedoch nicht völlig ausgeschlossen. Während der Inhalt der E-Mail zum Beispiel verschlüsselt werden kann, sind Sender und Empfänger doch dem Anbieter einsehbar. Mit dem Wissen über soziale Kontakte, sowohl durch den Versand von E-Mails als auch durch das Erstellen eines digitalen Kontaktbuches ist es möglich, ein soziales Netzwerk bis zu einem gewissen Stand nachzubilden. Paket-Versandlinks etc. enthalten auch teilweise automatische Verbindungen zu Webseiten anderer Anbieter, die im Zweifelsfall länger vom E-Mail Anbieter gespeichert werden können. Dies kombiniert mit Wissen über die jeweilige IP-Adresse, die einen ungefähren Standort liefert, schafft ein digitales Profil des Nutzers, welches sich verkaufen lässt, Teil des Geschäftsmodelles vieler Anbieter.
 
Ein weiteres Problem war eine fehlende Zwei-Faktor-Authentifizierung, die den Account vor dem Zugriff Dritter schützt. Hier haben die meisten Freemail-Anbieter mittlerweile nachgelegt und die Accounts signifikant besser geschützt.
 
Alternativen
 
Vielen wird dieser Zugriff auf persönliche Daten nichts ausmachen, da sie sowieso bei sozialen Medien mit wesentlich expliziterem Verkauf von Daten angemeldet sind. Falls Sie Ihre Kontakt- und E-Maildaten jedoch besser schützen wollen, gibt es mehrere Alternativen, z. B. aikQ oder Posteo.

Dieser Artikel erschien am und wurde am aktualisiert.
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