31.03.2005 - Eine Kurzumfrage zur Online-Bewerbung ergab, dass Online-Bewerbungen ökonomisch betrachtet ein Rückschritt darstellen, da nicht die Qualität, sondern nur die Anzahl der Bewerbung, bei gleich bleibendem Bewerberpool, steigt.

Eine Kurzumfrage zur Online-Bewerbung ergab, dass Online-Bewerbungen ökonomisch betrachtet ein Rückschritt darstellen, da nicht die Qualität, sondern nur die Anzahl der Bewerbung, bei gleich bleibendem Bewerberpool, steigt.

Unternehmen würden die Möglichkeit von Online-Bewerbungen bieten, damit sie für potentielle Bewerber attraktiver seien, so Prof. Dr. Egon Franck von der Universität Zürich. Die Bewerber aber steigerten die Anzahl ihrer Bewerbungen, weil die Transaktionskosten sinken würden und hofften darauf, dass ihre Einstellungswahrscheinlichkeit steige. Da sich alle anderen Bewerber genauso verhielten, verschwinde dieser Effekt wieder. Die Unternehmen könnten dann aus Gründen der Zeitrestriktion die eingehenden Bewerbungen weniger genau screenen. Der Druck, noch mehr Bewerbungen zu schreiben, steige also weiter. Damit sie dies bewerkstelligen können, werden die Bewerber erstens die Qualität ihrer Bewerbungen senken und zweitens weniger genau darauf achten, dass ihr Profil genau mit der ausgeschriebenen Stelle zusammenpasst. Insgesamt, so Frank wurde der ‚Bewerbungsmarkt’ durch Online-Bewerbungen nicht effizienter.

Belege, die diese Annahmen stützen, kommen von einer Kurzumfrage zur Online-Bewerbung von unter Studenten, Young Professionals und Unternehmen. Die Studie ergab, dass die Anzahl der Bewerbungen von 600.000 in 2002 auf derzeit 2,25 Mio. stieg, ohne dass sich in dieser Periode die Absolventenzahl signifikant erhöht hat. Die Unternehmen gaben an, dass über die Hälfte aller Bewerbungen in digitaler Form, also online eingingen. Somit ist die schriftliche Bewerbung per Post weiter auf dem Rückzug. Von den befragten Unternehmen gaben 62 Prozent an, weniger als fünf Bewerbungen täglich zu erhalten. Weitere 23 Prozent erhalten zwischen fünf und zehn Bewerbungen pro Tag. Lediglich 15 Prozent aller Unternehmen haben einen täglichen Bewerbungseingang von mehr als zehn Bewerbungen. Unternehmen könnten daher ihre Transaktionskosten nur durch den Einsatz von intelligenten Filter- und Profilersystemen senken.

 


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