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Wissen ist Macht

  • Lothar Riegel
Aktualisiert:

Wen kümmert’s, dass die technische Wissensbasis eines Unternehmens meist im Niemandsland redundanter IT-Tools verkümmert? Welcher Manager fragt sich vor der Realität von WWW und Hochleistungsnetzwerken eigentlich, wie er das Wissen seiner Experten daran anknüpfen kann?

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Die Ursachen für Probleme in den Unternehmen sind heute oft bei mangelhafter Leistung auszumachen, nicht bei den Kosten. Diese sind nur eine Folge davon. Wer nennenswerte Fortschritte in der Produktivität sucht, wird sie bei den heutigen Lohnstückkosten deshalb auch kaum in der Fabrikhalle finden! Leistung heißt heute, die kundennahe Fähigkeit zu haben, bei Kleinststückzahlen und Losgröße 1 erstklassige Qualität schnell und kostengünstig liefern zu können. Die unerschlossenen Ressourcen um dieses Ziel zu erreichen, schlummern in den Büros, in Köpfen von Experten1, die dort vor sich hinarbeiten, anstatt ihr Wissen und ihre Fähigkeiten prozessfähig und ohne redundante Schnittstellen einzubringen! Es hat etwas von Selbsttäuschung, zu glauben, ein Unternehmen, das Produkte entwickelt und Projekte realisiert, sammele quasi nebenher Know-how und wertvolle Erfahrungen. Dies gilt zunächst nur für die Angestellten - es sei denn, man hat ein Konzept, wie man das kollektive Wissen für einen automatisierten Prozess collaborativ nutzen kann. Das aber ist bisher die große Ausnahme.

Vernetzung ist Realität. In den Labors werden aber bereits Netzwerklösungen getestet, die hinsichtlich Datendurchsatz das Mehrfache heutiger Lösungen bieten. Die Glasfasernetze dafür sind in Deutschland bereits vorhanden, dennoch nutzen Unternehmen, Dienstleister einmal ausgenommen, nicht einmal die bereits bestehenden Möglichkeiten und Chancen durch den interaktiven Anschluss ihrer Unternehmensprozesse an das WWW.

Wie kann das erfolgen?
Individualisierung von Leistung und Beziehung (siehe Abb. 1) ist praktizierte Kundenorientierung und Kundennähe.

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Es gibt inzwischen keinen Zweifel mehr, dass die Märkte diesen Anspruch und entsprechende Erwartungen an ihre Lieferanten haben! Es geht dabei um die Automatisierung eines komplexen Prozesses quer durch die Unternehmensbe-reiche (Abb. 2). Die Nutzung des Expertenwissens eines Unternehmens erfordert aber zunächst die Prozessintegration dieses Wissens, um es den am Prozess Beteiligten interaktiv zugänglich machen zu können.

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Individualisierung von Leistung und Kundenbeziehung löst aber häufig einen Zielkonflikt zu Lasten der Produktivität (Leistung) durch individuelle Variantenvielfalt aus, der sich mit herkömmlichen organisatorischen Maßnahmen nicht lösen lässt. Weder technisches Know-how alleine noch der Produktionsfaktor Arbeit (Kosten) helfen in dieser Situation als Differenzierungsoption, wenn die Lohnstückkosten bereits auf ca. ein Zehntel der Gesamtkosten zusammenge-schmolzen sind.

Heute noch werden Arbeitsabläufe ständig unterbrochen, Zeit geht verloren für die Herstellung der Angebots- und Auftragsklarheit, die Suche nach dem Kollegen, der sich auskennt - oder dafür, ein bereits mehrfach gelöstes oder ähnliches Problem - erneut oder ähnlich zu lösen oder nachzuarbeiten. So entstehen Engpässe, Leistung sinkt, Termine platzen, Qualität nimmt ab, Kosten steigen und die Unzufriedenheit nimmt zu. In dieser Situation stellt sich die Frage nach dem Warum? Liegt es an der Unternehmenskultur, den Informationssystemen, oder an beiden. Es ist deshalb Aufgabe von Unternehmensführung, ein Umfeld zu schaffen, das diesem kontraproduktiven Zustand von Leistungserbringung im Prozess den Boden entzieht. Es besteht kein Zweifel, dass dies über den Status hehrer Absichtserklärungen hinaus praktisch machbar ist!

Bei der prozessfähigen Aufbereitung und Kommunikation von Expertenwissen versagen traditionelle systemtechnische Denkansätze (CAD, PDM, PLM, ERP, PPS, Datenbank) wenn es um Variantenmanagement und kundenindividuelle Variantenbeherrschung geht. Dafür wurden sie nicht geschaffen. Bei der Prozessintegration von Expertenwissen geht es eben nicht darum, Wissen abstrakt in einer Datenbank, einem Dokumentenmanagement-Tool oder einem CAD-System zu speichern, und nach Suchkriterien und Merkmalen automatisch herauszufiltern. Denn Wissen muss ergeb-niswirksam zum richtigen Zeitpunkt im Prozess, im Netzwerk oder am globalen WWW Frontend verfügbar sein und interaktiv genutzt werden können. Der Kunde selbst und der Verkäufer müssen handeln können, wie dies bei Dienstleistern längst selbstverständlich ist (Banken, Versicherungen, etc.). Damit kein Missverständnis entsteht, wir meinen, in Bezug auf die individuelle Auswahl und Spezifizierung, komplexe technische Produkte, wie z.B. Maschinen, Anlagen, Gehäuse und Apparate aller Art.

Wer die Lösung dieses Problems mit den genannten konventionellen IT-Tools sucht, hat bereits verloren. Produkte bestehen meist aus konstruktiven Baugruppen und Einzelteilen und werden durch Produktmerkmale beschrieben. Dabei stellt sich besonders bei Produkten mit hohem Varianzpotenzial die Frage: „was geht und was geht nicht?“ So gibt es z.B. keinen Tisch ohne Beine aber viele Ausführungsvarianten. Bleiben wir einmal beim Tisch. Mit Hilfe des Konfigurators customX wird der Konstrukteur z. B. eine Regel erstellen, die folgendes aussagt: Wenn eine Tischplatte länger als 1500 mm ist, werden anstatt 4, 6 Tischbeine benötigt, und bei Tischplatten aus Stein werden Tischbeine aus Stahl anstatt Holz verwendet. Dieses einfache Beispiel regelt die Beziehung zugelassener Veränderungen zwischen Tischplat-tengeometrie, Material und Tischbeinen. Die Regel ist strukturell der Baugruppe Tischplatte zugeordnet. Wenn wir dieses Beispiel um weitere Auswahlparameter ergänzen, z.B. um:

- Längen im 50mm Raster und Breiten im 25 mm-Raster (von - bis).
- Holzplatten mit unterschiedlichen Oberflächendekors
- Verschiedene Steinplatten
- Passende Tischbeine
- Montagematerial

So ergibt sich bei diesem simplen Varianzbeispiel schon eine Kombinatorik von nx. Viel komplexer ist dies bei Maschinen, Anlagen, Gehäusen, etc. Wir sprechen dann von wissens- und regelbasierender, konstruktiv-funktionaler Auslegung von Produkten. Die erforderlichen Systemeigenschaften dafür hat nur ein universeller Konfigurator mit Expertensystemeigenschaften wie customX. Er muss über vielseitiges Logik- und Methodenpotenzial verfügen, um den Aufwand für Konfiguration und Regelwerke klein zu halten. Unverzichtbar ist ein integrierter Grafik-Generator, sei es zur Unterstützung des Dialogs (ein Bild sagt mehr als 1000 Worte) oder zur Parameterberechnung aus einer grafischen Bestimmung/Positionierung und auch, um räumliche Dimensionierung in Abhängigkeit zur Umgebung beherrschen zu können. Ein weiterer Vorteil ist die Einsparung der CAD-Arbeitsplätze für Variantenkonstruktion. Haupthindernis: Konstrukteure haben meist einen detailverliebten und wenig prozessorientierten Blickwinkel. Um das zu ändern, muss eine ganzheitliche Sicht von Produkt und Prozess von den Verantwortlichen kommuniziert werden.

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Für die praktische Umsetzung bietet ein universeller Konfigurator mit Experteigenschaften und Grafik-Generator die Voraussetzungen (customX). Er wurde geschaffen, um Konstrukteuren, Projektingenieuren und Fertigungsvorbereitern zu ermöglichen, ihr Expertenwissen collaborativ, ohne Redundanz, als globales konstruktiv-funktionales Regelwerk anzulegen, zu pflegen und prozessfähig zu machen (systemgestütztes Variantenmanagement). Der ergebniswirksame Zugriff durch alle am Prozess Beteiligten, inkl. Kunden (cross over) auf den Prozess ist obligatorisches Ziel. Er erfolgt als interaktiver Dialog über Bildschirm-Auswahl- und Abfragemasken via LAN/WWW. Die auf der Basis von Auswahl und Abfrage erzeugten Daten werden zur Laufzeit automatisch auch grafisch dokumentiert und über Schnittstelle an ERP/PPS-Systeme übergeben, um dort dispositive Prozesse zu bedienen.

Fazit: Auf die beschriebene Weise werden vollautomatische Prozessabläufe ohne redundante Schnittstellen realisiert. Die Leistungssteigerung entspricht einem Quantensprung. Reichweite und Verfügbarkeit eines so gestalteten Prozesses sind praktisch unbegrenzt (WWW) und unabhängig von Komplexität und Menge kostenneutral. Dies alles ist relativ kurzfristig in jedem Unternehmen zu realisieren, man muss jedoch einmal damit anfangen.

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