News, Tipps und Anwendungen aus E-Business, Tech und mehr

Fallstricke der App- und Cloud-Kultur

  • Wolfgang Vogl
Aktualisiert:
Wertschöpfung braucht Integration

Die neue App-Ökonomie legt die Zerteilung in immer kleinere und spezialisierte Komponenten nahe. Diese Spezialisierung ist auch bei aktuellen Cloud-Angeboten im eCommerce zu beobachten. Fast kein Start-up, das nicht mit einer App- oder Cloud-Lösung um die Ecke kommt. Einen Nutzen haben diese Lösungen aber nur, wenn die Komponenten in ihrer Anwendung für sich alleine stehen können. Müssen mehrere Funktionen zu einer größeren Wertschöpfungskette integriert werden, versagt das Konzept.
Anzeige
Wie viele Apps haben Sie auf Ihrem Smartphone? Mal ehrlich: 20, 30 oder gar mehr als 50? Die App-Kultur ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie suggeriert, dass Software doch so einfach sein kann. Kein Vergleich zu den oft schwerfälligen und erklärungsbedürftigen Programmen im Unternehmensalltag. Warum also nicht das Konzept der App-Ökonomie auch auf Unternehmenssoftware übertragen?

App ist Konsum
Schauen wir mal etwas genauer hin. Haben Apps am Smartphone eine Verbindung untereinander? Nein. Warum auch, wir konsumieren jedes Angebot einzeln. Zum Beispiel die Facebook-App für die Kommunikation mit Freunden, Feedly, um auf dem Laufenden zu bleiben und YouTube für interessante Videos. Wir picken uns je nach Geschmack die Rosinen aus den App-Angeboten individuell heraus. Eine Verknüpfung ist nicht notwendig.

Wer produktiv sein will, braucht Verbindungen
Schon der BWL-Erstsemester lernt, dass die Kunst der Wertschöpfung nicht nur in den einzelnen Aufgaben, sondern in der effizienten Verbindung der Arbeitsschritte liegt. Der Betriebswirt nennt dies »Prozessoptimierung« oder »optimale Wertschöpfungskette«. Kurz gesagt: wenn ich Werte schaffen will, ein Werk oder eine Dienstleistung, ist nicht die einzelne Funktion entscheidend, sondern die intelligente Verknüpfung der Komponenten.

Apps, die nicht nur reinen Konsum, sondern auch Produktivität versprechen, sind zum Beispiel die XING-App für Kontakte, der Google-Kalender für Termine und Evernote für Notizen. Scheinbar die idealen Anwendungen, um ein Event zu organisieren. Einfach den Termin aus dem Google-Kalender an bestimmte XING-Kontakte mit einer Evernote-Notiz zur Agenda schicken. Doch stößt man hier schnell an seine Grenzen. Denn schon diese relativ einfachen Aufgaben sind mit Apps fast unmöglich.

Cloud-Lösungen führen nicht selten in die Sackgasse
Das App-Prinzip von einfachen, auf eine spezialisierte Aufgabe hin optimierten Programmen, ist auch verstärkt bei neuen Cloud-Anwendungen zu beobachten. Sie versprechen: kein Installationsaufwand, kurze Einarbeitungszeit, moderne Benutzerführung, sprich mehr Produktivität. Anmelden, einloggen, los geht's. Doch führen einzelne Cloud-Lösungen nicht auch früher oder später in die Sackgasse?

Beispiel Online-Handel: Hier eine Warenwirtschaft in der Cloud, dort ein CRM-System für die Kundenkommunikation; noch schnell einen Online-Shop aufgesetzt und ach ja, über eBay und Amazon will man auch noch verkaufen. Kein Problem: läuft ja alles in der Cloud, keine Installation notwendig, nur anmelden und starten.

Wertschöpfung braucht Integration
Doch wir erinnern uns: Wertschöpfung braucht optimal integrierte Prozesse. Das heißt, Unternehmen, die mit separaten Cloud-Lösungen starten, stehen ganz schnell vor der Herausforderung, all diese Cloud-Anwendungen miteinander verbinden zu müssen, um die beste Wertschöpfungskette für ihr Unternehmen zu schaffen.

Die Cloud-Anbieter haben dann auch schnell eine Lösung parat: Wir haben offene Schnittstellen, APIs (Application Programming Interface) oder auch Webservices genannt. Damit kann sich jede Drittanwendung an uns andocken - eine „Steckdose“ sozusagen. Hört sich gut an. Das Problem ist nur, dass alle nur eine Steckdose haben aber keiner den passenden Stecker dazu. Schmerzhafte Folge: Die Daten müssen oft manuell von einer Anwendung zur anderen übertragen werden. Im professionellen Online-Handel absolut nicht akzeptabel, Prozessoptimierung sieht anders aus.

Intelligente Integrationsplattformen gefragt
Deshalb gilt es die Vorteile moderner Online-Services mit den Anforderungen automatisierter Prozesse zu verbinden. Eine intelligente Datendrehscheibe ist gefragt. Eine Middleware, ein Vermittler zwischen den verschiedenen Cloud-Welten. Die zentralen Aufgaben dort:

- Integration der verschiedenen Plattformen mit maximaler Funktionstiefe
- Prozesssichere Transaktionen, auch bei sehr hohem Datenvolumen
- Kapselung der Komplexität vor dem Anwender, für eine einfache Bedienung im Tagesgeschäft

Damit zusammen kommt, was zusammen gehört - ja, was zusammen muss!

Auch wenn es verlockend ist, schnell mal mit einer Cloud-Lösung zu starten, ist es immer noch sinnvoll, sich vorher über die gesamte Systemarchitektur Gedanken zu machen. Welche Software muss mit welcher anderen Software wann, wie und wie oft Daten austauschen? Tipp: Die Prozesse starten immer bei der Warenwirtschaft. Erst das ERP-System einführen, dann die Middleware und erst zum Schluss den Online-Shop – und nicht umgekehrt.

Hinweise Inhalte

Unsere Inhalte vermitteln praktisches Fachwissen aus verschiedenen Themenbereichen, sind aber gleichzeitig auch immer Werbung für eine Idee, ein Konzept, Projekt, Produkt, Unternehmen oder eine Dienstleistung. Dies bedeutet, dass zwar Fachwissen von Experten vermittelt wird, aber gleichzeitig auch die Tätigkeiten eines Experten oder eines Unternehmens in Form von Textinhalten und Verlinkungen präsentiert werden können.
Partnerlinks: Unsere Artikel enthalten teilweise Partnerlinks (Affiliate). Wer ein Produkt über einen solchen Link bestellt, unterstützt die Arbeit von ECIN, denn wir erhalten dann eine kleine Provision. Am eigentlich Preis des Produkts ändert sich nichts.
Finanzthemen: Inhalte zum Thema Finanzen stellen keine fachliche Finanzberatung (Investmentberatung) dar und ersetzen diese auch nicht. Die Inhalte stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Produkten / Finanzprodukten dar. Finanzprodukte jeglicher Art sind immer mit finanziellen Risiken verbunden. Es kann zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Investitions- oder Kaufentscheidungen sollten deshalb immer gut überlegt erfolgen. Zudem kann keine Garantie oder Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der zur Verfügung gestellten Inhalte und Informationen übernommen werden. Für den Inhalt der Artikel ist allein der Urheber verantwortlich. ECIN.de distanziert sich von dem Inhalt der Artikel. Der Inhalt wurde von ECIN weder auf ihre Richtigkeit noch darauf überprüft, ob damit die Rechte Dritter verletzt werden. Wenn Ihnen ein Rechtsverstoß auffällt kontaktieren Sie ECIN.de.

Haftungsausschluss Inhalte

Unsere Inhalte vermitteln Fachwissen aus verschiedenen Themenbereichen, sind aber gleichzeitig auch immer Werbung für eine Idee, ein Konzept, Projekt, Produkt, Unternehmen oder eine Dienstleistung. Dies bedeutet, dass zwar Fachwissen von Experten vermittelt wird, aber gleichzeitig auch die Tätigkeiten eines Experten oder eines Unternehmens in Form von Textinhalten und Verlinkungen präsentiert werden können. Desweiteren weisen wir darauf hin, dass Inhalte zum Thema Finanzen keine fachliche Finanzberatung (Investmentberatung) darstellen und diese auch nicht ersetzen. Die Inhalte stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Produkten / Finanzprodukten dar. Finanzprodukte jeglicher Art sind immer mit finanziellen Risiken verbunden. Es kann zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Investitions- oder Kaufentscheidungen sollten deshalb immer gut überlegt erfolgen. Zudem kann keine Garantie oder Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der zur Verfügung gestellten Inhalte und Informationen übernommen werden. Für den Inhalt der Artikel ist allein der Urheber verantwortlich. ECIN.de distanziert sich von dem Inhalt der Artikel. Der Inhalt wurde von ECIN weder auf ihre Richtigkeit noch darauf überprüft, ob damit die Rechte Dritter verletzt werden. Wenn Ihnen ein Rechtsverstoß auffällt kontaktieren Sie ECIN.de.