Mobil zur besten Qualität

  • Axel Emser
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Eine gut funktionierende Kommunikation zwischen Entscheidern und Servicetechnikern erhöht die Qualität des Produktionsablaufs in einem Unternehmen. Besonders dann, wenn die Mitarbeiter auf einem großen Firmengelände verstreut und ständig in Bewegung sind. Hier könnte eine mobile Unified-Communications-Lösung helfen, um alle Akteure miteinander zu vernetzen.

In den Gewächshäusern und Produktionsanlagen der KWS SAAT AG ist bei technischen Störungen schnelle Hilfe gefragt. Mehr als 6.000 Tonnen Saatgut bereitet das 1856 in der Nähe von Magdeburg gegründete Unternehmen jährlich Charge für Charge auf und prüft es mehrfach auf seine Qualität, bevor schließlich im Frühjahr der Versand an die Landwirte erfolgt. Ein sensibler Arbeitsprozess, denn wenn eine Maschine wegen Störungen längere Zeit ausfällt, ist das biologische Material unter Umständen nicht mehr keimfähig. Pro Charge kann auf diese Weise schnell ein Schaden von 50.000 bis 100.000 Euro entstehen. Und auch in den Labors sind störungsfreie Arbeitsabläufe für das international führende Saatzuchtunternehmen von existenzieller Bedeutung.

Die etwa 150 Handwerker und Servicetechniker am Hauptsitz im südniedersächsischen Einbeck müssen deshalb jederzeit auf dem Firmengelände erreichbar sein. Auf der Suche nach einer entsprechenden technischen Lösung entstand der Gedanke, Festnetz und Mobilfunk in ein einziges System zu integrieren. Dazu sollte die bestehende Kommunikationsplattform zunächst um ein drahtloses lokales Netzwerk (WLAN) erweitert werden, das für die Sprach- und Datenkommunikation genutzt werden kann.

Eine Lösung für die so genannte Fixed-Mobile Convenience (FMC) sollte dann für das übergangslose Handover zwischen WLAN und Mobilfunknetz sorgen, wodurch sich die Mobilität der Mitarbeiter auf dem Firmengelände jederzeit gewährleisten werden lässt. Denn sobald einer der Gesprächpartner den Empfangsbereich des Drahtlosfunks verlässt, wird automatisch und ohne Unterbrechung das teurere GSM-Netz genutzt. Dadurch kann auch in abgelegeneren Bereichen des Betriebsgeländes mobil telefoniert werden, ohne das gesamte Areal aufwändig mit einem WLAN abdecken zu müssen.

Erreichbarkeit sichert Produktionsablauf

In einem gemeinsamen Feldversuch von KWS Saat und Siemens Enterprise Communications wurde der Prototyp der Unified-Communications-Lösung HiPath MobileConnect in Einbeck getestet. Nachdem in der ersten Version der Software einige Kinderkrankheiten beseitigt und Leistungsmerkmale ergänzt worden waren, gelangte die Version 2.0 von MobileConnect schließlich zur Serienreife und funktionierte auf dem KWS-Betriebsgelände einwandfrei. Nun musste nur noch die Entscheidung für neue Endgeräte getroffen werden, die zunächst nicht leicht fiel. Denn sie sollten als so genannte Dual-Mode-Handys sowohl WLAN- als auch GSM-Empfang unterstützen sowie für eine spezielle Client-Software freigegeben sein. Nach dieser Entscheidung konnte die FMC-Lösung schließlich auf dem gesamten Einbecker Firmengelände installiert werden.

Sie besteht aus der bereits vorhandenen IP-fähigen, konvergenten Kommunikationsplattform HiPath 4000 und der dazugehörigen WLAN-Steuerungseinheit HiPath Wireless Controller. Die Unified-Communications-Lösung HiPath MobileConnect, die Festnetz- und mobile Telefonie zusammenführt, setzt sich aus einer Steuerungsanwendung in einer maßgeschneiderten Server-Hardware (Appliance) und einer Client-Software für die Endgeräte zusammen. Das Gerät wird zwischen die Kommunikationsplattform und die WLAN-Steuerungseinheit geschaltet und lenkt seinerseits die Handys. Der HiPath MobileConnect Server zeichnet sich dadurch aus, dass er sich einfach verwalten und leicht implementieren lässt. Die Hardware ist dabei exakt auf die Software und damit auf den geplanten Einsatz abgestimmt, was eine hohe Zuverlässigkeit zur Folge hat. Wartungskosten und TCO (Total Cost of Ownership) sind zudem wesentlich geringer als bei Standard-Servern.

Die Dual-Mode-Handys werden so zu vollständig in die Kommunikationsplattform eingebundenen Endgeräten. Gerade für Unternehmen mit großen WLAN-Abdeckungsbereichen wie bei der KWS ist HiPath MobileConnect hervorragend geeignet. Dieses Konzept veranschaulicht die Open-Communications-Strategie, die die Telefonie unabhängig von der darunterliegenden Infrastruktur macht und auf offenen Standards basiert. Eins der sieben Prinzipien von Open Communications ist Fixed-Mobile Convenience, also die für den Nutzer komfortable Zusammenführung von mobiler und Festnetztelefonie. Auf diese Weise werden die unterschiedlichen Kommunikationsmittel unter einer Benutzeroberfläche in einer einfachen Art und Weise vereinheitlicht, wie der Anwender es in der jeweiligen Situation braucht.

Störungsfreie Gesprächsübergabe

Um auf dem Firmengelände die optimale Funk-Abdeckung zu erreichen, wurden zunächst Referenzmessungen durchgeführt. Bei dieser Ausleuchtung standen natürlich die Bereiche im Fokus, in denen kein GSM-Empfang besteht. Heute deckt KWS etwa 80 Prozent des Geländes mit 200 HiPath Wireless Access Points ab. Derzeit nutzen knapp 100 Mitarbeiter die Dual-Mode-Handys. Dazu gehören die Produktionsleiter, die komplette Abteilung für Instandhaltung, die Verantwortlichen für die Gewächshäuser, die Gärtner sowie einige Wissenschaftler und Planer.

Mit dieser zukunftsfähigen Unified-Communications-Lösung ist die KWS SAAT AG technologisch auf dem neuesten Stand der Technik. Die mit den Dual-Mode-Handys ausgestatteten Mitarbeiter können im Einzugsbereich des firmeneigenen Drahtlosnetzes – beispielsweise in den Kellern oder Gewächshäusern – gebührenfrei über den Voice-over-WLAN-Modus telefonieren. Verlassen sie den WLAN-Bereich, so baut HiPath MobileConnect automatisch eine Verbindung zum GSM-Netz auf und übergibt das bestehende Telefonat ohne Unterbrechung. Die Gesprächspartner merken von diesem Wechsel nichts. Ebenso funktioniert die mobile Telefonie im umgekehrten Fall. Außerdem kommt das neue Funknetz inzwischen auch für die Datenübertragung zum Einsatz. Etwa, wenn Handwerker oder Produktionsmitarbeiter Daten ablesen und weitergeben müssen.

Seit Juni 2008 ist HiPath MobileConnect nun bei der KWS im Einsatz. Dabei ist das einzige, was die Verantwortlichen bedauern, die Tatsache, dass sie nicht schon bei der Installation der neuen Kommunikationsplattform vor fünf Jahren ein WLAN aufbauen konnten. Denn diese Technik war damals noch nicht so weit entwickelt. Umso erfreulicher sind die Vorteile, von denen das Unternehmen und seine Angestellten heute profitieren. Denn die mobilen Mitarbeiter sind nun – statt wie früher mit einem Schnurlos- und einem Mobiltelefon – ausschließlich mit den Dual-Mode-Handys ausgestattet und stets sowie unter einer einzigen Rufnummer erreichbar. Deshalb müssen sie auch nur noch eine einzige Mailbox abhören.

Vorteilhafte WLAN-Telefonie

Zudem wird die Verfügbarkeit von Servicetechnikern und Entscheidern im Notfall erheblich verbessert, wodurch die KWS schnell auf Probleme reagieren und so das Risiko minimieren kann, wertvolles Saatgut zu verlieren. Ein weiterer Vorteil der neuen Lösung ist die Senkung der Mobilfunkkosten: Solange sich das Dual-Mode-Handy in Reichweite des WLANs befindet, ist jedes Telefonat – egal ob ein- oder ausgehend – tatsächlich gebührenfrei.

Durch die Anbindung der Endgeräte an die zentrale Kommunikationsplattform können die eingesetzten Systeme, Komponenten, Softwareelemente und Endgeräte überdies nun zentral administriert und gepflegt werden, beispielsweise bei Software-Updates, für Verbindungsübersichten, Kostenkontrollen oder das Sperren von verloren gegangenen Geräten. Das ist ein großer Zeitgewinn. Hinzu kommt die bessere Kontrolle über Mobiltelefone und Verbindungskosten, die sich übrigens deutlich verringert haben.

Bei 150 Geräten ergibt sich durch die geringere Nutzung des GSM-Netzes eine monatliche Einsparung bei den Gesprächsgebühren von etwa 2.500 Euro. Die wichtigsten Aspekte bleiben für die KWS SAAT AG aber Mobilität und Erreichbarkeit ihrer Mitarbeiter. Denn die innovative Kommunikationslösung trägt wesentlich dazu bei, technische Störungen auf dem Betriebsgelände schnell zu beheben und gleichzeitig die Produktivität des Pflanzenzuchtbetriebes zu erhöhen.

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